Kapitel 29

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Sobald Christian mit dem Tasten aufgehört hat, schließe ich die Beine wieder.

"So schlimm?", fragt er lächelnd. Ich nicke nur energisch. Nun ist es an ihm, die Augen zu verdrehen.

"Es scheint so, als würde mein Verhalten langsam auf alle Familienmitglieder abzufärben!", sage ich leise lachend. Er schüttelt nur den Kopf und schiebt das Untersuchungskleid nach oben.

"Den Po anheben! Ich werde als nächstes deine inneren Organe tasten!" Widerstrebend hebe ich den Po an und lasse zu, dass er das Hemd bis zu meiner Brust nach oben schiebt. Sanft legt er seine Hände auf meine Rippen und lässt sie dort einen Moment liegen. "So.  Und jetzt atmest du erstmal einige Male durch. So angespannt wie du bist, kann ich dich nicht untersuchen!", sagt er sanft. Ich versuche es und merke, wie ich langsam in die Unterlage etwas tiefer einsinke. "Sehr gut!", sagt Christian lächelnd. Dann beginnt er erst am Rippenbogen und dann immer tiefer zu tasten. So intensiv bin ich noch nie im Bauchraum untersucht worden. Es ist nicht immer angenehm. Manchmal habe ich viel mehr das Gefühl, als würde er mit seinen Händen jeden Zentimeter in meinem Bauch umdrehen. Schließlich wirft er mir einen Blick zu und schiebt meinen Slip noch etwas weiter nach unten. "Bisher fühlt sich alles gut an. Ich taste noch kurz die Blase. Demnächst sehen wir uns wieder zum Ultraschall. Das Gerät ist gerade leider bei Jakob im Einsatz. Dann schauen wir nochmal genauer drauf. " Vorsichtig tastet er nun auf Höhe  meiner Blase. Das ist sehr unangenehm, da der Kaffee von heute morgen mittlerweile ganz schön drückt. "Es scheint so, als würde da jemand gleich liebend gerne eine Urinprobe abgeben!", sagt er lächelnd und lässt schließlich von mir ab. Er streift das Kleid wieder nach unten, so dass ich bedeckt bin. Dann geht er zu einer der Zwischentüren und klopft drei Mal daran. Er wird jetzt aber nicht Jakob rufen, oder? Mein Herz schlägt schneller. Doch es ist nur Sebastian, der das Zimmer kurz darauf betritt. Er lächelt mir zu.

"Ja du lebst ja noch. Ist das denn die Möglichkeit?", fragt er ironisch flachsend und setzt sich zu mir auf die Liege. Ich strecke ihm nur die Zunge heraus.

"Blutentnahme?", fragt er Christian. Bei dem Wort wird mir gleich anders. Dieser nickt und sucht Dinge zusammen. Mein Herz stolpert einen Moment. Sebastian nimmt meine Hand in seine. "Vertraust du mir?", fragt er mich und schaut mich intensiv an. Ich hebe und senke nur die Schultern. "Ich verspreche dir, du wirst keine Schmerzen haben!", sagt er leise. Kann ich ihm denn vertrauen? Ich beiße mir auf die Lippen. Salma erscheint vor meinem inneren Auge. Es ist endlich Sommer und wir beide tanzen in luftig - leichten Sommerkleidern mit Blumenkränzchen im Haar barfuß durch den Park. Ich lächle. Dann verspüre ich einen komischen Zug am Arm. Ich fühle mich leicht und frei. Was ist das? Ich sehe, wie Christian eine  Stauschlauch an meinem Oberarm befestigt. Schon das wäre eigentlich ein Trigger gewesen um von der Liege zu springen. Sebastian hält nach wie vor meine  andere Hand. "Ina, schau mich an!", sagt er leise aber bestimmt. Ich versinke in seinen ausdrucksstarken Augen. "Schon erledigt!", sagt er kurze Zeit später. Ich schaue auf meine Armbeuge, die ein kleines Pflaster ziert. Wie hat er das bloß gemacht?

Cinderella in ChucksGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt