Mit etwas weichen Knien steige ich von dem Stuhl, nachdem Jakob die Fixierung und die EKG Elektroden abgenommen hat. Er schaut etwas kritisch auf den Ausdruck, während ich in meine Kleider schlüpfe.
"Ist etwas?", frage ich nach und schaue ihm über die Schultern. Nicht dass ich auch nur ansatzweise etwas von diesen Kurven verstehen würde.
"Es gefällt mir nicht ganz. Es sind einige Extrasystolen zu sehen. Hast du manchmal das Gefühl, dass dein Herz stolpert?", fragt er mich ernst.
"Na ja. Also wenn du mir irgendwelche Folterinstrumente androhst, dann schon!", gebe ich etwas angefressen zurück. Das waren jetzt ja nicht gerade die idealen Messbedingungen.
"Ina! Damit ist nicht zu spaßen! Wir werden Secundo, dass ist Primus Bruder, davon in Kenntnis setzen. Er ist Kardiologe und wird sich das bei Gelegenheit ansehen. Solange hast du Sportverbot!", sagt er ruhig aber bestimmt.
"Aber, aber!", beginne ich zu diskutieren.
"INA!", herrscht mich Jakob nun an. Ich schaue zu Boden, jedoch kann ich es nicht lassen, doch noch meinen Senf dazu zu geben.
"Kannst du dann wenigstens dazu sagen, dass das unter Belastung stattgefunden hat?"
"Wenn du mir erlaubst zu sagen welche Belastung das war, dann mit Sicherheit!", sagt Jakob mit einem grässlichen Grinsen. Ich werde rot. Nein. Das möchte ich natürlich nicht. Ich drehe mich auf der Stelle um und laufe aus dem Raum. "Und Ina?", sagt Jakob leise. Ich seufze und drehe mich zu ihm um. "Ausruhen!", sagt er entschieden. Ich strenge mich sehr an, nicht die Augen zu verdrehen. Jedoch hole ich genau das nach, als ich das Zimmer verlasse. "Fuck!", flüstere ich leise zu mir. Justus biegt dabei leise lachend um die Ecke. Ich funkle ihn böse an.
"Soll ich dich in Jakobs Gemächer bringen, oder schaffst du das selbst?", fragt er feixend. Ich spüre nach wie vor die Feuchtigkeit mehr als deutlich zwischen meinen Beinen.
"Auf welcher Seite stehst du eigentlich?", frage ich ihn grollend.
"Na auf deiner natürlich!", sagt er treuherzig und grinst mich an. Ich verdrehe nur die Augen und gehe zum Ausgang.
"Ha! Das sage ich gleich Jakob. Noch ein Strich für dich!", ruft er mir hinterher. Ich würde ihm ja gerne den Mittelfinger zeigen. Jedoch sitzen da andere Frauen im Wartebereich, denen ich das ersparen möchte. Ich laufe, gegen Jakobs Anweisung, zurück in mein Apartment, wo ich mich erstmal etwas säubere, dann etwas zu Essen und zu trinken zu mir nehme, bevor ich mich auf die breite Fensterbank zurückziehe, um nachzudenken und in den Garten hinauszuschauen. Wenn nun schon das Vorspiel so intensiv wird, wie wird dann tatsächlich das erste Mal mit Jakob werden? Sind meine Erwartungen da nun zu hoch? Auf einmal kommt mir ein Gedanken: Was, wenn Jakob wegen dieser blöden Extrasystolen unserer gemeinsame Nacht nochmal verschieben wird? Das kann doch nicht wahr sein! Tja. Das ist wohl der Nachteil, wenn man mit einem Mediziner zusammen ist. Mein Handy, welches auf dem Nachttisch liegt, vibriert. Ich klettere von der Fensterbank und laufe zu dem Gerät. Eine Nachricht von Sebastian wird mir angezeigt. Was will der denn jetzt? Ich öffne die Nachricht und juble für einen Moment: Es ist die Nummer von Blanche!
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Cinderella in Chucks
RomanceDiese Geschichte steht für sich alleine und hat (bisher) keinen Querbezug zu meinen anderen Geschichten. Ina ist frisch gebackene Erzieherin und hat gerade ihre Abschlussfeier überstanden. Wenige Tage später erhält sie eine rätselhafte E-mail der Ge...
