Kapitel 38

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***Heute ein bisschen spät, aber immerhin habe ich noch ein Kapitel geschafft zu schreiben. Viel Spaß beim Lesen!***


Ich kaue ziemlich lustlos darauf herum. Es schmeckt nach Pappe! Ekliger Pappe. Christian betrachtet mich währenddessen.

"Hast du nicht etwas anderes zu tun?", frage ich ihn schließlich. Er legt den Kopf schräg und betrachtet mich. "Wer kümmert sich um Salma?"

"Zu deiner ersten Frage: NEIN! Und zu der zweiten: Du hast Wochenende." Ich verdrehe die Augen und werfe das Karottenstück auf das Tablett.

"Ich esse das nicht!", sage ich entschieden und trinke noch den letzten Schluck Kaffee.

"Gut. Dann bekommst du eben über einen Zugang die entsprechenden Nährstoffe. Das macht die Verabreichung der Schmerzmittel bedeutend einfacher!", sagt er lapidar und öffnet seine Tasche, die er mitgebracht hat. Ich schnaube nur und stecke meine Hände entschieden unter die Bettdecke.

"Dein Ernst, Ina?", fragt er mit hochgezogenen Augenbrauen. Ich nicke frenetisch. "Dann iss! Ich muss jetzt tatsächlich nach Salma sehen! Wenn ich zurückkomme ist das Tablett leer, haben wir uns verstanden, Fräulein!", sagt er mit einem entschiedenen Griff an mein Kinn. Ich schlucke. Jede Pore dieser Geste strahlt pure Dominanz aus. So sehr ich ihn mittlerweile schätze, ist in diesem Moment doch überaus klar, wer das sagen hat. Ich nicke schließlich beklommen und überlege, wie ich das Gemüse am besten verschwinden lassen kann. Ich würde den Herren sogar zutrauen, dass sie im Müll nachsehen. Christian lässt mein Kinn wieder los und verlässt dann das Zimmer. Seine Tasche lässt er wie eine stumme Warnung neben meinem Bett stehen. Einen Zugang! Der hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Entschieden schiebe ich das Tablett zur Seite und setze mich auf. Das Schmerzmittel scheint ganz gut zu wirken. Mir geht es schon deutlich besser. Ich traue nur meinem Kreislauf noch nicht so ganz. Dementsprechend stehe ich nur langsam auf. Glücklicherweise habe ich in den letzten Tagen meinen Kühlschrank aufstocken lassen und so lässt mir der Gedanke, an gekühlte Weintrauben das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ich öffne die Kühlschranktür und lege mir ein paar davon auf den Teller. Dann hole ich mir eine leere Dose aus dem Schrank und gebe das Gemüse und den Kräuterquark hinein. Beides stelle ich vor das Fenster und lache mir heimlich ins Fäustchen. So schnell bekommt ihr mich nicht klein! Ich setze mich mit meiner Beute an den Tisch. Leider schmeckt es nicht mal halb so gut, wie erwartet. Im Gegenteil. Es brennt sogar ziemlich im Hals. Ich seufze und stelle die Trauben wieder in den Kühlschrank. Pünktlich dazu klopft es an der Tür meines Apartments. Ich zucke zusammen.

"Herein!", rufe ich. Es ist die Köchin. Erleichtert lasse ich mich wieder auf den Stuhl sinken.

"Du siehst ganz schön mies aus, Ina!", sagt sie und mustert mich.

"Geht. Schmerzmittel wirken!", gebe ich zurück und lächle ihr zu.

"Du ich muss gleich in die Stadt und verschiedene Dinge besorgen, unter anderem im Baumarkt, brauchst du etwas?"

"Oh ja! Das ist toll. Ich möchte gerne demnächst die eine Wand hier hinter meinem Bett streichen. Würdest du mir ein helles Blau und eine Streichrolle mitbringen?"

"Ja klar. Mache ich! Sonst noch etwas?"

"Nein, ich glaube ich bin versorgt!"

"Prima. Und Ina?"

"Hm?"

"Schon dich! Wenn Jakob dich so sieht, dann bekommt er einen Vogel!"

"Ach dann soll er mir halt was vorzwitschern!", sage ich vorlaut und grinse sie an. Sie schüttelt nur den Kopf, lächelt mir zu und schließt dann die Tür. Ich bemerkte, dass ich ganz schön erschöpft bin und beschließe, mich wieder ins Bett zurückzuziehen. Ich bin ja schließlich eine brave Patientin - zumindest tue ich so, als ob. 

Cinderella in ChucksGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt