Kapitel 30

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"Das war es für heute erstmal. Deinen Rachenabstrich und das Blut kommt ins Labor und dann sehen wir weiter. Ich sage dir aber gleich, dass du um die gynäkologische Vorsorge nicht herumkommen wirst!", stellt Christian fest.

"Aber warum kann ich nicht einfach zu einer Gynäkologin hier vor Ort gehen. Die kann euch doch die Befunde schicken!", gebe ich zurück. Christian fährt sich gefrustet durch die Haare und geht einige Schritte. Sebastian atmet tief durch und kommt dann zu mir. Er scheint nach Worten zu suchen.

"Es ist so, dass wir nach dem Verlust von unserer Schwester große Schwierigkeiten haben, die Kontrolle in medizinischen Belangen abzugeben." Mir fällt es nun wie Schuppen von den Augen. Klar! Deshalb auch der doofe Vertrag.

"Und das sagt ein Psychiater!", sage ich angefressen.

"Ina, Respekt und Sprache!", sagt Christian streng. "Das war gerade ein privater Einblick, den wir normalerweise nicht geben."

"Sorry", murmle ich. "Das war alles ein bisschen viel heute!"

"Das verstehen wir!", sagt Sebastian schließlich und lächelt mir zu. "Weißt du, aus dieser für uns traumatischen Erfahrung machen wir nun das beste und unterstützen Frauen in ihrem ganz eigenen Heilungsprozess."

"Ja. Das habe ich gelesen auf eurer Homepage!", gebe ich zu. Sebastian zwinkert mir zu. Puh. Er scheint nicht sauer zu sein auf mich. Glück gehabt!

"Jetzt ziehe dich erstmal wieder an. Wir führen heute im Laufe des Tages Temperaturkontrollen durch und warten den Rachenabstrich ab", sagt Christian.

"Sind es bei Salma nun die Streptokokken?", fragt Sebastian Christian. 

"Ja. Das wird nachher ein Kampf, ihr den Saft einzuflößen!", gibt dieser zurück.

"Ich kann es gerne probieren!", sage ich leise. Die beiden Männer schauen mich an und nicken dann.

"Das wäre toll, Ina. Aber jetzt ziehst du dich bitte erstmal an und dann Urinprobe abgeben!, ordnet Christian an. "Ich schicke Justus zu dir hinein!

"Ich kann das alleine!", rufe ich hinterher. Sie reagieren jedoch nicht und verlassen das Zimmer. Ich seufze und springe von der Liege. Es zieht kurz in der unteren Bauchgegend. Ich werde doch jetzt nicht meine Regel bekommen? Schnell rechne ich nach. Vielleicht kommt das auch einfach von dem Herumgequetsche in meinem Bauch. Es klopft kurz und Justus betritt erneut den Raum. Schnell lasse ich meine Hand sinken.

"Ich brauche dich nicht!", sage ich nur und gehe zum Paravent. Dort hinten angekommen strecke ich ihm erstmal die Zunge heraus. Er sieht es ja schließlich nicht.

"Ich darf dich nicht alleine lassen! Außerdem muss ich das Zimmer für die nächste Patientin vorbereiten!", sagt er ruhig.

"Stimmt, ich könnte ja abhauen!", sage ich vorlaut und schlüpfe in meine Kleider. Ich schaue für einen Moment in den Spiegel und richte meine  Frisur. Ich sehe etwas blass aus. Das liegt bestimmt nur an den anstrengenden letzten Tagen. Schließlich trete ich wieder hervor. Auf dem Schreibtisch steht ein Becher mit meinem Namen darauf. Ich seufze leise.

"Da wärst du nicht die erste...", sagt Justus bedeutungsvoll. Irgendwie sieht er den Herren ähnlich - bestimmt ist er ein Cousin oder so was.

"Wundert mich das?", gebe ich zurück. Justus zeigt auf den Becher."Nicht vergessen!", sagt er und grinst mir zu. Ich verdrehe nur die Augen und murmle nicht so nette Wörter vor mich hin, während ich den Becher hole.

"Ach Ina. Und das mit deiner Hand habe ich gerade gesehen!", ruft er mit hinterher.

"Frauenprobleme!", gebe ich nur bedeutungsvoll zurück. "Damit kennst du dich nicht aus.

"Oh mehr als du denkst, liebste Ina!" Kann er mir nicht einmal das letzte Wort lassen? Schnell öffne ich die Tür und hätte sie am Liebsten direkt wieder zugeschlagen. Jakob sitzt an seinem Schreibtisch und sieht mich mit hochgezogener Augenbraue an. Ich murmle ein schnelles "Sorry!" Er schaut auf meinen Urinbecher.

"Die Toilette ist die Tür rechts von Ihnen. Oder soll ich das lieber mit einem Katheter erledigen!", fragt er ernst. Meine Augen werden groß. Ohne weitere Worte zu verlieren, knalle ich die Tür zu. In mir drin tönt schon wieder die Stimme: Das gibt bestimmt einen Eintrag ins schwarze Buch. Justus steht gegen die Liege  gelehnt und grinst mich an. Er zeigt auf die richtige Tür, wo sogar das Wort WC geschrieben steht. Ich bin so dumm!

"Darf ich da wenigstens alleine hin?", frage ich angefressen. Meine Wangen glühen direkt.

"Darfst du!", gibt er großmütig zurück. Ich warte hier auf dich und zeige dir dann den Weg nach drüben. Schnell erledige ich mein Geschäft und stelle den Becher ab. Nachdem ich mit die Hände gewaschen habe, gibt mir Justus ein Päckchen mit dem Medikament für Salma und zeigt mir dann den Weg in die Villa. Ich bin einfach nur erleichtert, als ich in "unserem" Gang stehe.

Cinderella in ChucksGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt