Sebastian sieht mich lange an. "Das muss ich mir noch überlegen! Aber es ist schön, dass du mir zugehört hast, Ina!"
"Sehr gerne!" Ich drücke sanft seine Hand und lächle ihm zu. "Ich würde mit der Nummer ja auch nichts Verwerfliches anstellen!", versuche ich ihn zu überzeugen. "Aber vielleicht kann ich sie ja mal einladen. Salma möchte das doch bestimmt auch!" Ich weiß, es ist fies die Salma-Nummer jetzt auszuspielen aber es juckt mich richtig in den Fingern. Sebastian sieht mich mit schräg gelegtem Kopf an. Ich werde etwas kleiner.
"Wie gesagt. Ich überlege es mir. Und jetzt ruh dich weiterhin aus!" Er wirft mir einen strengen Blick zu. Ich verdrehe nur die Augen, lasse mich aber wieder nach hinten sinken. "Wir holen dich dann zum Mittagessen, ja?"
"Okay!", sage ich und schaue ihm nach, wie er das Zimmer verlässt. Kurz darauf schnappe ich mir mein Handy und versuche Blanche zu finden. Schließlich ist sie Kinderärztin und ihr Name jetzt auch nicht ganz gewöhnlich. Jedoch finde ich tatsächlich nichts. Einfach nichts. Gefrustet, wieder mit leichten Kopfschmerzen, lege ich das Handy weg. Wann hört diese blöde Pechsträhne mit den ständigem Kranksein eigentlich auf?
Einige Zeit später werde ich von dem lauten Gong, der das Mittagessen ankündigt, wieder geweckt. Mir fällt auf, dass ich nach wie vor nackt bin. Zügig stehe ich auf und schlüpfe in halbwegs bequeme Kleider. Dann gehe ich noch ins Badezimmer und kämme mir zumindest die Haare. Ich sehe immer noch ganz schön blass aus. Nicht ganz zufrieden mit meinem Äußeren kneife ich mir in die Wangen. Besser. Ich schlüpfe in meine Chucks und begebe mich nach unten. Die Herren, Justus und Salma sitzen schon am Tisch. Salma grinst mir zu und klettert schnell auf meinen Schoß. Sie lehnt ihr warmes Köpfchen an meinen Oberkörper und ich genieße ihren kindlichen Geruch. Unsere Köchin bringt das Essen. Ich habe nur wenig Appetit. Schließlich liege ich fast die ganze Zeit nur im Bett herum. Jedoch zwinge ich mich, unter Jakobs aufmerksamen Blick, etwas zu essen. Die Gespräche drehen sich hauptsächlich über die Klinik und Salma erzählt mir parallel, was sie und Justus unternommen haben. Nachdem alle fertiggegessen haben, stellen wir das Geschirr auf den Wagen.
"So, Mittagspause!", kündigt Jakob an und legt mir eine Hand in den Rücken. Ich genieße seine Berührung. Aber will er mich wirklich schon wieder ins Bett stecken?
"Das ist langweilig!", sage ich und schaue ihn vielsagend an. Er zieht nur eine Augenbraue hoch. Ich lasse mich also von ihm führen. Allerdings wundere ich mich, da er an meinem Apartment vorbeigeht und zu seinem Bereich geht. Lächelnd öffnet er die Tür und ich betrete sein Reich. Staunend schaue ich mich um. Es ist alles maskulin, strukturiert eingerichtet. Allerdings wirkt es trotzdem gemütlich. Dann fällt mein Blick auf sein Bett. Es ist eine Mischung zwischen alt und neu. Das Holz hat sicher viele, viele Jahre auf dem Kasten. Trotzdem wirkt es modern, die Ösen und Haken an den Seiten machen den Verwendungszweck klar. Ich schlucke etwas. Jakob tritt hinter mich. Ich spüre seinen Körper intensiv hinter mir. Sanft nimmt er mein Handgelenk in seine Hand. Kurz darauf spüre ich wie er das kühle Leder der Manschette anlegt. Ich bekomme eine Gänsehaut. Nachdem diese befestigt sind, nimmt er meine beiden Arme nach hinten und hakt die Manschetten ineinander. Ich kann meine Hände also nicht mehr nach vorne nehmen. Das fühlt sich sonderbar an. Es zieht leicht an meiner Schulter. Meine Brüste werden nach vorne gedrückt. Trotzdem oder gerade deswegen stehe ich sehr aufrecht. Jakob umrundet mich. Seine Augen funkeln. Wie gerne würde ich ihn jetzt berühren, durch sein Gesicht streicheln und das kratzige Gefühl des 3-Tage-Barts unter meinen Finger fühlen. Jakob lächelt. Eine ganz bestimmte Aura umgibt ihn, die ich gar nicht so richtig beschreiben kann. Er steht nun wieder hinter mir. Es macht etwas mit mir, dass ich nicht weiß, was er hinter meinem Rücken tut. Schließlich umfassen seine Hände meine Schultern und drücken mich nach unten.
"Auf die Knie!", kommandiert er leise aber bestimmt. Ich folge und spüre sofort den harten Dielenboden unter meinen Knien. Jedoch will ich alles richtig machen und sitze nach wie vor sehr aufrecht. "Sehr gut!", sagt er leise aber einfühlsam. "Wie fühlt sich das für dich an, Ina?" fragt er nun. "Ich will eine ehrliche Aussage!"
"Ähm..." Shit. Was soll ich da jetzt sagen? "Also, der Boden ist hart", sage ich schließlich. Ich sehe Jakob schmunzeln.
"Ja. Das ist er. Und du wirst diesen noch Öfters zu spüren bekommen wenn ich da an eine gewisse Liste denke...", sagt er ruhig. Mir wird abwechselnd warm und kalt. "Hör zu Ina. Nicht nur für dich ist das hier neu! Bisher hat es keine Gespielin für mich aus dem Keller in mein Schlafzimmer geschafft - obwohl auch hier viele Möglichkeiten für ein ausführliches Spiel gegeben sind." Ich schaue mich um und entdecke etwas, was einem sogenannten Bock ganz schön ähnlich sieht. Wenn es auch gerade als eher unscheinbare Ablage für Fachliteratur genutzt wird. Ich bekomme eine Gänsehaut. "Ich weiß nicht, ob und wie das mit uns beiden funktionieren wird. Du bist mehr als nur eine Gespielin. Du erweckst Gefühle in mir, von denen ich nicht mehr geglaubt habe, dass ich sie jeweils fühlen werde! Trotzdem brauche ich auch das hier!" Er zeigt auf meine kniende Position. "Das bin ich, Ina. Das heißt nicht, dass wir im Alltag und auch sonst keine Beziehung auf Augenhöhe führen können. Aber hier habe ich - beruhend auf deinen Consent natürlich - das Sagen und daran wird sich auch nichts ändern. Ich möchte, dass du darüber nachdenkst." Daraufhin kniet er sich zu mir, löst die Manschetten hinter meinem Rücken und geleitet mich zum Bett. Alles in mir ist in Aufruhr. Kann ich das? Will ich das? Jakob legt mich sanft auf seinem Bett ab und legt sich hinter mich. Er zieht mich eng an sich und atmet tief durch. "Aber auch das gehört dazu: Auffangen, kuscheln und das Sorgetragen dafür, dass es dir danach wieder gut geht." Daran könnte ich mich sicherlich gewöhnen. Aber an den Rest? "Wir haben Zeit. Ich warte auf eine Antwort von dir!", flüstert er mir leise ins Ohr. Na toll! Ich will ihn aber jetzt und hier vernaschen!
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Cinderella in Chucks
Storie d'AmoreDiese Geschichte steht für sich alleine und hat (bisher) keinen Querbezug zu meinen anderen Geschichten. Ina ist frisch gebackene Erzieherin und hat gerade ihre Abschlussfeier überstanden. Wenige Tage später erhält sie eine rätselhafte E-mail der Ge...
