Ich rolle mich in meinem Bett zusammen. In meinem Kopf läuft eine Art Kinofilm in Dauerschleife: Ich über Jakobs Schoß. Aber dieses Mal läuft das ganze ein bisschen anders...Schnell klemme ich die Decke zwischen meine Beine. Kann ich nicht einfach Sebastian oder Christian toll finden? In meinem Bauch kribbelt es und ich spüre, wie ich feucht werde. Verdammt! Ich beiße auf meine Lippe. Ich meine, dass Jakob mich nicht mag oder verabscheut ist ja offensichtlich! Er duldet mich nur Salma zu Liebe. Ich meine, auf eine gewisse Art hasse ich ihn ja auch. Ich seufze. Warum kann nicht mal eine Sache in meinem Leben unkompliziert sein? Meine Augenlider werden schon wieder schwer. Ich kann mich nicht daran erinnern, in meinem Leben schon einmal so dermaßen müde gewesen zu sein.
Als ich wieder erwache, habe ich einen übelst trockenen Hals. Mühsam setze ich mich auf und angle nach dem Glas Wasser auf dem Nachttisch. Es schmeckt abgestanden. Ich verziehe das Gesicht. Immerhin brennt es nicht mehr so. Mein Schlafanzug ist schon wieder nass geschwitzt. Dafür fühle ich mich nochmal ein deutliches Stück besser, als vorher. Es scheint aufwärts zu gehen! Vorsichtig stehe ich auf und gehe zu meinem Kühlschrank. So ein Schluck Cola wird meinen Lebensgeistern sicher auf die Sprünge helfen. Genießerisch nehme ich einen Schluck direkt aus der Flasche. Das tut richtig gut. Ich stehe auf und öffne das Fenster. Draußen dämmert es bereits. So viel an einem Stück geschlafen habe ich schon lange nicht mehr. Es klopft an der Tür. Schnell lasse ich die Flasche außerhalb des Fensters verschwinden.
Christian betritt den Raum und schaut mich musternd an.
"Warum siehst du so aus, als hättest du etwas ausgefressen?" Er trägt einen Smoking und sieht einfach atemberaubend aus. Habe ich irgendetwas verpasst?
"Gar nicht!", gebe ich zurück und verschränke die Arme vor meiner Brust. Christian tritt zu mir und schaut hinter mich durchs Fenster. Shit! Mit hochgezogenen Augenbrauen zieht er die Colaflasche hervor.
"Das wird Jakob aber nicht freuen!", sagt er streng.
"Du musst es ihm ja nicht erzählen!",gebe ich zurück und zittere etwas. Das feuchte Oberteil klebt an meinem Rücken. Christian verdreht die Augen und schließt das Fenster.
"Du bist ja ganz nassgeschwitzt! Frische Kleider anziehen, aber schnell!", kommt von ihm das forsche Kommando. Nun ist es an mir, die Augen zu verdrehen. Aber er hat ja recht...Ich schnappe mir ein frisches T-shirt und eine Yogahose und ziehe mich im Bad um. Als ich wenig später wieder hervortrete,sehe ich, wie Christian mein Bett frisch bezieht. Das er so etwas überhaupt kann? Ich bin etwas peinlich berührt.
"Das kann ich doch selbst machen!", sage ich leise und lasse mich auf den Bettrand sinken.
"Du bist krank!", stellt Christian fest und betrachtet mich mit dem großen Bruder Blick. Der mich dazu verleitet, ihm fest gegen das Schienbein zu treten.
"Mir geht es viel besser. Ich glaube nicht, dass ich noch Fieber habe!", gebe ich zurück.
"Dann schauen wir mal. Schaffen wir es dieses Mal ohne Jakob?", fragt er mich. Ich senke den Blick. Mein inneres Teufelchen fragt sich, ob es mit Jakob nicht vielleicht sogar mehr Spaß machen könnte. Also drehe ich mich motzend auf die Seite und lasse Christian seinen Job machen.
"Na wer sagt es denn. 37,5°C. Das Antibiotikum scheint anzuschlagen!"
"Dann könnt ihr mich jetzt ja wieder freilassen!", sage ich gepresst. Kurz darauf spüre ich einen kurzen, aber festen Schlag auf meinen Hintern. Ich schreie kurz auf und schaue empört zu Christian, der mich angrinst!
"Hey!" Ich reibe mir über den Po.
"Sieh es als kleine Aufmerksamkeit des Hauses!", sagt er weiterhin lausbübisch grinsend. Ist dass das, was mit körperlicher Züchtigung gemeint ist? Die Stelle, wo mich die Hand getroffen hat, fühlt sich warm an und irgendwie brennend. Aber nicht auf eine schlechte Art. Ich schüttle über mich selbst den Kopf.
"Ich möchte noch in deinen Hals schauen, Ina!", sagt Christian ruhig und zückt eine Taschenlampe, sowie so einen ekligen Spatel. Grummelnd öffne ich den Mund und versuche den Würgreiz zu unterdrücken, was so mäßig funktioniert. "Dann wird es Zeit für deine Medikamente!", kündigt Christian an und reicht mir ein kleines Becherchen. Er betrachtet genau, wie ich die Tabletten nehme. "Und jetzt schlaf gut. Auch morgen hast du noch Bettruhe. Damit ist nicht zu spaßen. Wir haben heute Abend einen wichtigen Ball an dem wir alle drei teilnehmen. Justus schläft heute Nacht hier und passt auf Salma auf. Er ist in dem Gästezimmer auf der anderen Seite untergebracht. Wenn irgendetwas ist, dann melde dich bitte bei ihm!"
"Ist in Ordnung!", sage ich und freue mich auf einen ruhigen Abend an dem ich tun und lassen kann, was ich möchte.
"Die Köchin bringt dir gleich noch dein Abendessen! Und damit du dich körperlich und geistig schon darauf einstellen kannst: Jakob wird dich morgen untersuchen und bei dir eine Medikamentenlösung in deine Vagina einbringen! Damit sind wir auf der sicheren Seite!", sagt er ernst. Die Bilder, die sich dabei in meinem Kopf formieren sind nicht unbedingt jugendfrei. Und mit diesen soll ich jetzt schlafen? "Nanu, keine Gegenwehr? Keine Panikausbrüche und Geschrei? Da habe ich mich aber auf eine ganz andere Art von Gegenwehr eingestellt!", sagt Christian ironisch.
"Ich wünsche euch einen schönen Abend!", sage ich mit gepresster Stimme.
"Brav sein!", gibt er nur zurück und verlässt seinen hübschen Hintern schwingend den Raum.
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Cinderella in Chucks
RomanceDiese Geschichte steht für sich alleine und hat (bisher) keinen Querbezug zu meinen anderen Geschichten. Ina ist frisch gebackene Erzieherin und hat gerade ihre Abschlussfeier überstanden. Wenige Tage später erhält sie eine rätselhafte E-mail der Ge...
