Reiß dich zusammen, Styles.

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Mir war nicht wohl dabei dieses Gebäude zu betreten.
Doch ich hatte Louis nunmal mein Versprechen gegeben und ich brach meine Versprechen nie. Dieses hier sollte auch keine Ausnahme sein.

Zielsicher ging Louis auf eine Tür aus Milchglas zu, drehte sich nochmal zu mir um und klopfte an diese.
Schritte waren zu hören und augenblicklich fing mein Herz schneller an zu schlagen.
Ich war noch nie bei einem Psychologen.
Wie lief das ab?
Lag man wirklich auf einer Couch?
Passten wir da überhaupt Beide rauf?

„ Und Sie müssen Herr Styles sein".
Erschrocken zuckte ich zusammen, als mir eine Hand entgegen gestreckt wurde.
Ich war so in Gedanken, dass ich nichtmal mitbekommen hatte, wie sich die Tür geöffnet und die Therapeutin heraus gekommen war.

Ich sammelte mich wieder, setzte ein höfliches Lächeln auf und reichte der etwas älteren Frau vor mir die Hand.
„Der bin ich".
Die Dame lächelte mich an, schüttelte meine Hand und fuhr sich einmal durch die rot, gefärbten Haare.
„Ich bin Miss Sulivan. Schön Sie endlich kennen zu lernen".

****

Zwei Stunden hatten wir bei der Dame verbracht.
Zwei Stunden, in denen wir nicht auf einem Sofa lagen, sondern in recht bequemen Sesseln saßen.
Sie erkundigte sich nach Louis' Wohlergehen und löcherte anschließend mich mit Fragen.
Es sollte ein lockeres Kennenlernen sein, wie sie mir hinterher berichtete und wünschte sich, dass ich nun öfter mitkommen würde.
Was ich da sollte wusste ich nicht, aber wenn sie es für notwendig hielt, tat ich Louis den Gefallen.

„Bist du auch sie kaputt?".
Louis stieg auf den Beifahrersitz meines Wagens und schnallte sich an.
Erschöpft nickte ich.
Ich konnte ja nicht ahnen, dass zwei Stunden Reden so anstrengend sein konnte.

„Hast...hast du hunger?".
Ich fuhr los und bewegte mein Auto auf den Highway. Zögerlich nickte ich.
Hunger hatte ich, doch wollte ich jetzt noch weiter Zeit mit Louis verbringen?

„Wir könnten etwas Essen gehen, wenn du Lust hast".
Seufzend schüttelte ich meinen Kopf.
„Louis, dass hat sich nicht geändert. Wir können nicht Essen gehen".
„Aber-".
„Wir fahren zu mir. Ich koche".

Ob das richtig war, wusste ich nicht.
Aber es war definitiv besser als gemeinsam mit Louis in ein Restaurant zu gehen und Gerüchte zu schüren.

****

Unbeholfen stand Louis in meiner Küche, schaute mir dabei zu wie ich die Zutaten klein schnitt und machte den Anschein, als wenn er nicht so richtig wüsste, wie er sich verhalten sollte.
Wir waren zwar getrennt, trotzdem sollte er sich in meiner Gegenwart wohl fühlen.

„Entspann dich endlich. Du tust so, als wenn du das erste Mal hier wärst."
Ertappt blickte Louis zu Boden.
„Ich...es ist komisch".
Wissend nickte ich, zum gefühlten tausendsten Male an diesem Tag.
Das war es in der Tat.

„Pass auf, du kannst mir helfen indem du die Zwiebeln klein schneidest und dann schonmal im Topf anschwitzt."
Louis tat was ich ihm sagte und ich widmete mich wieder den Tomaten.

„AU! Verdammt!".
Louis sprang vom Herd weg und hielt sich das Gesicht.
Fragend drehte ich mich zu ihm.
„Mir ist Fett ins Gesicht gespritzt".
Vielleicht war es doch keine gute Idee Louis darum zu beten mir zu helfen.
Kochen war jetzt nicht seine Stärke.

„Zeig mal".
Vorsichtig nahm ich seine Hand vom Gesicht und inspizierte die kleine Brandwunde auf seiner Wange.
„Halb so wild. Warte kurz".

Mit einem sicheren Griff in eine meine Schubladen holte ich Brandsalbe heraus, tat etwas davon auf meinen Finger und trat wieder näher an Louis heran.

„Wie oft habe ich dir gesagt, dass du vorsichtiger mit heißem Fett sein sollst?".
Mahnend sah ich ihn an, strich dann sanft die Salbe auf seine Wange.
Louis schmiegte sein Gesicht gegen meine Hand und augenblicklich kribbelte es in meinem Bauch.
Diese so harmlose Berührung war die Erste seit Wochen und sie ging mir durch Mark und Bein.
Auch Louis schien so zu fühlen, denn gequält hatte er seine Augen geschlossen und genoss sichtlich meine Berührung.

Ich nahm meine Hand nicht von seiner Wange.
Schaute ihn an und zog jeden Millimeter seines makellosen Gesichtes in meinen Augen auf.
Plötzlich öffnete Louis seine Augen.
Das Blau bohrte sich in meine Netzhaut und verursachte das reinste Chaos mit meinen Gefühlen.
Ich wollte ihn an mich reißen, ihn küssen - doch das ging nicht.
Wir waren getrennt.

„Haz".
Louis flüsterte meinen Namen so leise, dass ich erst dachte ich hätte mich verhört.
Er trat einen Schritt näher an mich heran, legte seine Hand auf meine, die noch immer auf seiner Wange ruhte.
„Du fehlst mir", kam es flüsternd aus seinem Mund und das Kribbeln in mir nahm noch einmal zu.

Er fehlte mir doch auch, aber...das war jetzt nicht der Richtige Moment und auch mussten wir erst schauen, wie das zwischen uns weiter gehen würde.
Louis musste seine Therapie hinter sich bringen.
Vorher konnte ich nichts entscheiden.

Zögerlich löste ich meine Hand von seiner Wange und trat einen Schritt zurück.
Die Enttäuschung auf Louis' Gesicht war deutlich zu sehen, doch er war selbst Schuld an der ganzen Sache.

„Die Zwiebeln".
Fragend hob er die Augenbrauen.
„Du musst die Zwiebeln im Auge behalten, wenn die anbrennen, können wir alles weg schmeißen."

Traurig nickte Louis und widmete sich nun wieder dem Topf.

Ich atmete einmal tief durch, ehe ich mich wieder den Tomaten widmete.

Reiß dich zusammen, Styles.

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