Ich hoffe ihr konntet alles hören

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„Ihr seid peinlich".
„Ach du hast doch keine Ahnung, Harry. Weißt du was dadrinnen gerade los ist?".
Ich verdrehte meine Augen und beobachtete Niall und Hailee dabei, wie sie mit einem Wasserglas am Ohr vor der Gästezimmertür hockten und Zayn und Liam belauschten.
Louis hingegen hatte sich neben mich gekuschelt, beobachtete das ganze Szenario jedoch belustigt.
„Ich wette 10 Dollar, dass Liam ihm gleich seine Liebe gesteht", kam es von Hailee und keine Sekunde später schnappten Niall und seine Freundin nach Luft.
„Er hat es ihm gesagt!".
Niall stieß ein freudiges Quicken aus und Louis neben mir lachte auf.
„Wenn ihr weiterhin so laut seid, dann bemerken sie euch noch".
Doch das interessierte die beiden herzlich wenig.
Hailee gab nur ein „Psst" von sich und lauschte weiter.

Und plötzlich passierte das, was ich mir schon die ganze Zeit gedacht hatte.
Die Tür wurde aufgerissen und Niall und Hailee flogen auf die Nase.
Irritiert schaute Zayn die beiden an, schüttelte jedoch seinen Kopf und verließ fluchtartig mein Haus.
Louis und ich setzten uns auf, ebenso wie Niall und Hailee.

„Ich hoffe ihr konntet alles hören".

Liam kam aus dem Zimmer und sah alles andere als gut aus.
Er schleppte sich zum Sofa und ließ sich darauf fallen.
Alarmierend wechselten Louis und ich unsere Plätze und setzten uns jeweils rechts und links neben unseren Freund.
„Ich habe alles zerstört, oder?".
„Jetzt weiß er wenigstens, was Sache ist", kam es von Niall, der sich zusammen mit seiner Freundin auf das Sofa uns gegenüber setzte.
Frustriert atmete Liam aus.
„Hey.... er wird sich schon wieder melden", versicherte ich ihm und lächelte aufmunternd.
Ich kannte Zayn.
Er würde noch einmal mit Liam darüber reden.
Doch musste er das jetzt erstmal verarbeiten.
„Hat er gesagt wo er hin wollte?".
Liam schüttelte den Kopf.
Vermutlich würde er sich erstmal ein Hotel suchen, oder bei einem anderen Freund in LA unterkommen.
Ich entschied mich, ihn später noch anzurufen. Sicherlich war er jetzt auch sehr verwirrt und wollte vielleicht mit jemanden sprechen, wenn alles gesackt war.

Gegen Abend beschlossen wir uns etwas zu Essen zu holen.
Niall und Hailee schienen nicht mal im Traum daran zu denken aus meinem Haus zu verschwinden und da ich nun wirklich kein Hotel war, hatte ich nunmal nicht genügend Lebensmittel für alle in meinem Haus.
Wir zogen Streichhölzer, um zu entscheiden wer das Essen holen musste und natürlich zog ich den Kürzesten.
War ja nicht so, als wenn das mein Haus wäre, in dem sich alle aufhielten.

Louis war so lieb und begleitete mich.
Ich parkte mein Auto etwas entfernt vom Restaurant wo wir bestellt hatten und stieg gemeinsam mit ihm aus.
Lächelnd ging er neben mir und wollte meine Hand nehmen, doch schnell zog ich meine weg. Mahnend sah ich ihn an und schüttelte den Kopf.
„Denk an die Papparazzis. Wir wollten doch schöne, ruhige Wochen haben", erinnerte ich ihn und mit einem traurigen Blick nickte er.
„Tut mir leid. Es... es fällt mir einfach nur so schwer dich nicht zu berühren. Jetzt, wo ich endlich darf".
Ich blieb stehen, schaute mich einmal um und schenkte meinem Freund ein Lächeln.
„Lou...Du darfst mich jederzeit berühren. Nur eben nicht in der Öffentlichkeit".
Louis nickte und gemeinsam gingen wir zum Restaurant.
Er war traurig, das merkte ich, dennoch war es einfach das Beste für uns.
Wir wurden so schon unendlich von den Fotografen belagert. Sollten sie das mit uns heraus finden, hätten wir gar keine Ruhe mehr.

Und dazu war ich definitiv nicht bereit.

Als zu später Stunde endlich Ruhe in mein Haus eingekehrt war, Niall und Hailee verschwunden und Liam zurück ins Gästezimmer gegangen war, beschloss ich endlich Zayn anzurufen.
Louis war eh kurz nach Hause gefahren um neue Kleidung zu holen und somit hatte ich genügend Zeit, um mich meinem Kumpel zu widmen.

Ich machte es mir auf meinem Bett gemütlich und wählte seine Nummer.
Es dauerte einen Moment, doch dann nahm Zayn endlich ab.
„Harry".
„Zayn".
Kurzes Schweigen entstand, doch dann begann ich das Wort.
„Er hat es dir also gesagt".
Ich war mir sicher, dass Zayn nickte, konnte dieses allerdings nicht sehen. Er bestätigte mit einem „Ja" und ich hörte ihn tief einatmen.
„Das ist...das ist so ... Gott ich habe keine Worte dafür".
Ich sagte ja, Zayn war vermutlich sehr verwirrt.
„Weißt du Harry, wenn er mir das vor einigen Jahren gesagt hätte, wäre ich ihm überglücklich um den Hals gefallen. Doch jetzt-".
„Hast du eine Freundin die du liebst", beendete ich seinen Satz.
„Was...was soll ich denn jetzt nur machen", wollte er verzweifelt von mir wissen, doch die Antwort konnte ich ihm nicht geben.
„Ich kann dir nur einen Rat geben, Zayn. Rede nochmal mit Liam. Stell die Fronten klar. Es wird schwer für ihn, doch irgendwann findet er jemanden, der ihn genau so glücklich macht wie er es verdient hat."
Zumindest hoffte ich das.
„Ich...ja. Vermutlich hast du Recht. Ich komme morgen nochmal vorbei."

Gerade als ich aufgelegt hatte, kam Louis in mein Zimmer, schmiss seine Reisetasche neben das Bett und ließ sich neben mich fallen.
„Ich hoffe du hast mich vermisst".
Grinsend legte ich mein Handy bei Seite und schüttelte den Kopf.
„Ich habe in deiner Abwesenheit mit einem anderen Mann telefoniert."
Louis musterte mich und schmunzelnd spielte ich den Streich weiter.
„Ziemlich attraktiver Typ, aber dann habe ich dich gehört und musste auflegen".
Louis Augen verengten sich zu Schlitzen und ich konnte die Eifersucht förmlich aus seinem Gesicht ablesen.
„Harold", kam es drohend aus seinem Mund und ich musste Kichern.
„Es war Zayn", gestand ich und Louis atmete erleichtert aus und warf ein Kissen nach mir.
Lachend fing ich es und legte es neben mich.
„Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich mit einem andern Mann telefoniere."
Louis bewegte sich und ehe ich es bemerkte, hatte er sich auf mich geschmissen, kesselte mich mit seinen Armen ein und schaute mir in die Augen.
„Ich sage dir eins Harold. Solltest du mich jemals betrügen und sei es auch nur das du mit einem anderen Mann flirtest, werde ich zuerst dein Haus niederbrennen, dann dein Auto im Meer versenken und dir dein Leben zur Hölle machen. Ich würde überall Lügen über dich verbreiten, sodass niemand mehr etwas von dir wissen möchte. Ich teile nicht, Harold."
Louis Blick bohrte sich in meinen und beklommen nickte ich.

War es schlimm, dass Louis mich gerade ziemlich scharf machte?

Plötzlich änderte sich Louis Blick und ein Lächeln umspielte seine Lippen.
„So, so... du stehst also auf mich, wenn ich dominant bin?".
Wie hatte - oops.
„Hi", grinste mein Freund und schaute auf mein bestes Stück, dass sich verdächtig unter meiner Jogginghose wölbte.
„Eigentlich wollte ich dich nur ein wenig einschüchtern, als kleine Rache für eben, aber da dich das anscheinend anmacht, kann ich gerne weiterhin den Dominanten spielen".
Seine Lippen fuhren sanft über meinen Hals und in mir zog sich alles zusammen.
Als er dann liebevoll in mein Ohrläppchen biss, konnte ich das Stöhnen nicht unterdrücken.
„Interessant... ich lerne noch immer neue Seiten von dir kennen".
Louis spielte mich unfairen Mitteln.
Während er erneut seine Lippen auf meinen Hals legte, begann er seinen Schritt an meinem zu reiben und benebelte mein Hirn mit seinem tun.
„Ich kann es nicht leiden, wenn du mich verärgerst, Harold. Mich glauben zu lassen da gäbe es einen anderen Mann, war nicht nett. Was soll ich nur mit dir anstellen", hauchte mein Freund in mein Ohr und eine Hitzewelle übermannte meinen Körper.

Diese Seite an mir war mir selbst neu.
Ich wusste nicht, dass ich so erregt auf seine Dominanz reagierte.

Doch als Louis seine Hand in meine Jogginghose gleiten ließ, drückte ich ihn von mir.
Mein Hirn hatte sich erholt und realisiert, wo diese ganze knistere Luft hinführen würde.
„Lou-".
„Schon okay, Haz."
Louis lächelte, hauchte mir einen Kuss auf die Wange und kuschelte sich neben mich unter die Bettdecke.
„Schlaf gut".

„Du...du auch".
Auch wenn er gelächelt hatte, wusste ich das er traurig war.

Ein Herzschlag entferntWo Geschichten leben. Entdecke jetzt