Es war unheimlich wie gut alles lief.
Seit Louis und ich wieder zusammen waren, waren nun einige Wochen vergangen.
Und es gab keine Zwischenfälle.
So gar keine.
Er ging jede Woche zwei Mal zu seiner Therapeutin, wo ich ihn meistens hin begleitete. Auch ich hatte den ein oder anderen Termin bei ihr und gemeinsam arbeiteten wir alle an Louis' Zwangsstörung und an seinen starken Verlustängsten. Er gab sich Mühe, strengte sich an und das merkte man. Unsere Beziehung war so harmonisch wie nie zuvor und ich bekam dieses verliebte Dauergrinsen einfach nicht mehr aus meinem Gesicht.
Vor wenigen Wochen hatten wir Silvester gefeiert.
Im kleinen Kreis - hieß nur die Band. Und Hailee und Zayn.
Es war ruhig und dennoch eines der schönsten Silvester die ich jemals gefeiert hatte.
Wir hatten es uns in meinem Haus gemütlich gemacht, gemeinsam gekocht und anschließend bei einem guten Wein auf das neue Jahr gewartet.
Diese Harmonie die dabei herrschte war unheimlich, doch das störte niemanden. Weder Hailee und Niall, die Liam, Zayn, Louis und mich immer wieder mit einem fröhlichen Lächeln anstarrten, noch Zayn und Liam. Sie waren ebenfalls mehr als glücklich und konnten vor lauter Schmetterlinge im Bauch kaum die Hände voneinander lassen.
Es war irgendwann so schlimm, dass sie gemeinsam im Badezimmer verschwunden waren und ich wollte wirklich nicht wissen was sie da gemacht hatten.
In meinem Badezimmer.
Doch die ruhigen Wochen waren nun vorbei.
Unsere Tour musste weiter gehen, die Pause war schon viel zu lang.
Dr. Sullivan würde die Therapiesitzungen trotzdem weiter führen, allerdings über Facetime. Sie konnte ja schlecht mit uns auf Tour gehen.
Gemischte Gefühle machten sich in mir breit.
Einerseits freute ich mich auf die kommenden Monate. Die Bühne hatte mir gefehlt und auch hatte ich ein schlechtes Gewissen den Fans gegenüber. Sie hatten alle viel zu lange auf uns gewartet.
Andererseits war ich noch nicht bereit mein ruhiges und harmonisches Leben mit Louis in diesem Moment aufzugeben.
Tour bedeutete Stress und ich wusste nicht wie Louis damit umgehen könnte.
****
"Jungs".
Paul verdrehte genervt seine Augen, als er wie ein Kindergärtner versuchte uns einzusammeln. Dabei hatten wir es ihm einfach gemacht.
Er musste alle bei mir abholen.
Niall wohnte eh neben mir und Liam war gemeinsam mit Zayn am Vorabend zu mir gekommen. Sie hatten beide bei mir im Gästezimmer geschlafen, doch jetzt war der Abschied gekommen und Paul hatte große Mühe die Beiden irgendwie voneinander zu trennen.
Anders als bei Hailee und Niall.
Die hatten sich zwar auch noch im Arm, aber bei ihnen flossen wenigstens keine Tränen.
"Wir müssen jetzt wirklich los", drängelte unser Sicherheitsmann erneut und sah Augenverdrehend zu Liam und Zayn. Ein Schniefen war zu hören und es zeriss mir beinnahe das Herz, als ich in Liams trauriges Gesicht sah.
"Ich liebe dich", kam es von Zayn und lächelnd nahm er Liams Gesicht in seine schmalen Hände. "Sobald ihr in New York seid sehen wir uns doch wieder", versuchte er seinen Freund aufzumuntern, doch das machte alles nur noch schlimmer.
"Das ist aber erst in sechs Wochen, wie soll ich das aushalten?".
Auf Zayns Gesicht erschien ein dreckiges Grinsen und er hauchte unserem Bandkollegen etwas ins Ohr, wodurch Liam rot anlief.
Und wiedermal wollte ich nicht wissen was es war.
"Ich sage es jetzt zum letzten Mal : WIR MÜSSEN LOS!".
Als sich dennoch keiner Bewegte ging Paul kurzerhand auf Liam zu, schnappte sich ihn und warf ihn über seine Schulter.
"So, ein letzter Kuss und dann war es das. Meine Güte, man könnte ja denken ihr seht euch nie wieder". Paul schüttelte den Kopf, konnte sich ein Grinsen aber nur schwer verkneifen.
Mit Liam auf den Schultern drehte er sich einmal um, sodass Zayn ihm einen letzten Kuss geben konnte und schon verschwand der Braunhaarige gemeinsam mit unserem Bodyguard im Van.
"Endlich".
Louis und ich folgten und auch Niall kam endlich.
"Dann kann die Reise ja losgehen".
Zwei Stunden später saßen wir im Jet, auf dem Weg nach Europa. Hier würden wir für fünf Wochen bleiben und anschließend zurück nach Amerika fliegen.
Niall schlief bereits wenige Minuten nach dem Start ein und Liam war in einen Film vertieft. Hin und wieder sah er traurig aus dem Fenster, doch er würde sich schon noch damit abfinden.
"Bist du nicht müde?".
Louis kuschelte sich an mich und sah fragend zu mir auf. Lächelnd schüttelte ich meinen Kopf und zog die Wolldecke etwas höher, da sich auf Louis' Armen bereits eine Gänsehaut gebildet hatte.
"Wie lange fliegen wir?".
"Noch knappe zehn Stunden", antwortete ich meinem Freund, was ein gequälten Laut aus seiner Kehle kommen ließ.
"Das ist doch doof. Mir ist ja jetzt schon langweilig".
Grinsend starrte ich auf meinen Laptop, der auf einem kleinem Tisch vor unseren Sitzen stand, griff in Louis' Haar und begann Louis' Kopf zu kraulen. Ich wusste nicht wo sein Problem lag. Ich hatte eine neue Serie entdeckt und freute mich auf einen zehnstündigen Serienmarathon.
"Hazza?".
"Mh?".
Ich sah weiterhin auf den Laptop, bemerkte aber wie Louis sich etwas bewegte und anschließend aufsetzte. Sein Gesicht schwebte neben meinem und ich wand den Blick ab und sah stattdessen zu ihm.
"Mir ist langweilig".
Grinsend verdrehte ich meine Augen.
"Schau mit mir die Serie", bot ich an, aber Louis schüttelte den Kopf.
"Ich habe keine Lust auf deine Serie."
"Dann ließ ein Buch oder sowas", schlug ich vor doch wieder schüttelte Louis seinen Kopf.
"Nee, das ist auch langweilig."
Schulterzuckend schaute ich wieder auf meinem Laptop.
Dann wusste ich auch nicht was Louis machen sollte damit ihm nicht mehr langweilig war.
Zehn Minuten gönnte Louis mir mit meiner Serie, als er sich wieder neben mir bewegte. Diesmal kuschelte er sich ganz eng an mich, vergrub sich halb unter der Wolldecke, sodass nur noch sein Kopf heraus schaute .
"Hazza?".
"Was denn?".
Die Serie hatte gerade angefangen spannend zu werden, ich konnte also nicht steuern das meine Frage etwas genervt klang.
"Ich habe eine Idee was ich machen kann", kam es leise von meinem Freund und erleichtert atmete ich auf. Dann konnte ich ja jetzt in Ruhe - Ugh.
Harsch biss ich mir auf meine Lippe und starrte zu Louis, der mich unschuldig angrinste.
"Alles okay?", wollte er wissen und drückte erneut zu.
"Louis", knurrte ich leise und wollte seine Hand wegschieben, doch mein kleiner, gerissener Freund war klüger. Schnurrstracks wanderte seine kleine Hand in meine Hose, wo er erneut zurdrückte und anfing mich dort zu massieren.
Immernoch mit einem unschuldigen Lächeln auf den Lippen.
Meine Serie?
Die war vergessen!
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Ein Herzschlag entfernt
FanfictionSieben Jahre waren vergangen, seit One Direction sich getrennt hatten. Mit allen hatte Harry Kontakt gehalten. Mit allen außer Louis. Ein neues Projekt bringt die Beiden allerdings wieder näher und die Dinge von damals, die nie besprochen wurden, s...
