(21) Could you please hold me tight

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Montag, 06.05
Pov Lena
Ich nahm den Umschlag zögernd an und öffnete ihn langsam. Nachdem ich einmal tief durchgeatmet hatte, nahm ich das Schreiben mit meinen Ergebnissen aus dem Umschlag und faltete den Zettel auf. Ich warf einen letzten Blick zu Bella, bevor ich dann begann dann Schreiben zu überfliegen und das Allerwichtigste zu lesen.
Schwanger. Ungläubig starrte ich den Brief an.
Ich ließ ihn sinken und Bella sah mich fragend an, obwohl sie die Antwort eigentlich aus meinem Gesicht hätte ablesen können. Zitternd und geschockt gab ich Bella den Brief weiter.
Es konnte tatsächlich bestätigt werden, dass ich schwanger war. Ich bekam ein Baby... Und eigentlich sollte ich mich freuen, doch ich tat es nicht. Wie konnte man sich nicht von Anfang an auf sein eigenes Kind freuen? Das Einzige, was ich fühlte, war Leere und tausende Fragen schwirrten mir durch den Kopf. Wie sollte ich es alleine schaffen, ein Kind großzuziehen? Wie sollte ich Basti oder Mark erklären, dass sie Vater wurden, und das auch nur eventuell? Ich wusste es nicht. Und um ehrlich zu sein, wusste ich in dem Moment gar nichts.
Im Hier und Jetzt tauchte ich auch erst wieder auf, als Bella es ebenfalls gelesen hatte und mich umarmte.
„Alles wird gut", flüsterte sie mir beruhigend immer wieder in mein Ohr. Sanft strich sie mir meine Tränen weg. Erst jetzt hatte ich gemerkt, wie die Tränen nahezu unaufhaltsam mein Gesicht überströmten.
„Aber wie?", fragte ich Bella, obwohl ich wusste, dass sie darauf eigentlich keine Antwort haben konnte.
„Ich weiß es nicht, aber ich bin mir sicher, dass alles gut wird. Es ist doch immer so, dass alles irgendwie und irgendwann gut wird", versuchte sie mich zu beruhigen.

Egal was kommt, es wird gut sowieso.
Das waren Marks Lyrics. Und nun lag es quasi an ihm, oder viel mehr daran, wie er es aufnahm, ob alles gut werden würde.
Wir hatten uns gerade erst ausgesprochen und jetzt sowas. Schwanger von der ersten und einzigen gemeinsamen Nacht. Wie konnte das nur passieren, wenn es so wäre? Warum?
„Bella?", blickte ich fragend auf. Sie sah mich aufmerksam an. Ich atmete durch und versuchte kurz nicht mehr so stark zu weinen, um überhaupt einen Satz über die Lippen zu bekommen. Sie ließ mir die Zeit, die ich brauchte, um wieder etwas mehr zu mir zu kommen und strich mir währenddessen immer mal wieder beruhigend über den Unterarm. Ich versuchte meine Gedanken in Worte zu fassen, aber eigentlich gab es nur eine Frage.
„Wie soll ich das Basti erklären? Und vor allem, noch viel schlimmer, wie soll ich das Mark erklären? Wir haben uns doch heute erst ausgesprochen", fragte ich verzweifelt und begann schon wieder, zu weinen.
„Leni, zu so etwas gehören auch immer zwei, auch wenn du die Antibiotika genommen hast und das für den Moment vergessen hast. Die beiden, oder zumindest einer von ihnen, ist dabei auch nicht ganz unschuldig. Auch wenn das vielleicht das falsche Wort dafür ist, weil es ja eigentlich was Schönes ist", lächelte sie mich aufmunternd an und ich musste umgehend auch ein wenig lächeln. Sie hatte ja eigentlich recht, ich sollte mich freuen. Nur genau das fiel mir gerade mehr als schwer.
„Du wirst Mami, Leni und ich kann mir niemanden vorstellen, der dafür besser geeignet wäre als du. Das ist doch etwas Tolles."
„Ja, schon", schmunzelte ich. „Und eigentlich ist es ja auch ganz schön, die Vorstellung ein kleines Kind zu haben, aber das wird wirklich schwierig ein Kind alleine großzuziehen, wo ich doch so präsent in der Öffentlichkeit bin und stattfinde", seufzte ich.
„Also erstens, du bist nicht alleine. Ich werde dir, wo immer ich nur kann, helfen. Und zweitens, soweit ich Mark und auch Basti kenne und einschätzen kann, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich auch nur einer von beiden nicht um sein Kind kümmern würde."
Das gab mir zu bedenken und ich nickte.
„Das wäre tatsächlich irgendwie nicht so deren Art, aber ich habe trotzdem Angst davor, irgendwann alleine, also komplett alleine mit Kind dazustehen."
Bella sah mich auffordernd an.
„Solange du mich als Freundin und Assistentin hast, wirst du garantiert niemals alleine dastehen, das verspreche ich dir. Und wie gesagt, die beiden würden sich mit absoluter Sicherheit, egal wer, auch um ihr Kind kümmern, ganz sicher!" Sie lächelte und ihr Lächeln steckte mich an.
„Ich hab dich einfach so unglaublich doll lieb, Bella und ich bin dir so unglaublich dankbar für alles, was du für mich machst! Das ist echt nicht selbstverständlich", fiel ich Bella in die Arme.
„Oh doch, das ist es definitiv! Dafür sind Freunde doch da!" Lächelnd fielen wir uns erneut in die Arme, nur dieses Mal ein bisschen weniger emotional. Ich hatte irgendwie Hoffnung geschöpft und wusste nun wieder, dass alles irgendwann gut werden würde. Auch wenn es sich jetzt gerade toll und beängstigend zugleich anfühlte, tatsächlich schwanger zu sein, konnte ich mich schon morgen komplett anders fühlen, aber das Wichtigste war, die Hoffnung nie aufzugeben, dass alles gut werden würde. Denn egal, was es war, am Ende würde es gut werden, so oder so. Auch, wenn ich Todesangst davor hatte, Mark und Basti die Nachricht zu überbringen und ich mit Basti auch keinen Kontakt mehr hatte, seitdem er ausgezogen war und ich zudem auch noch überhaupt nicht wusste, wie ich es den beiden sagen sollte, wusste ich, dass es am Ende gut werden würde. Sowieso. Egal was passierte, am Ende musste es Sinn machen und richtig sein, so wie es war.

So machten Bella und ich uns einen schönen Abend zu zweit, aßen zusammen bestelltes Essen, guckten einen Film und schliefen daraufhin etwas später am Abend, mit doch deutlich positiveren Gedanken als noch zuvor am Abend, ein.

Es tut mir leid, dass das Kapitel wieder kürzer ist, aber ich wollte das einfach so enden lassen, wie es jetzt ist, weil ich die positive Stimmung und Einstellung daran so schön fand🤗😍.

Dieses Licht, Wie Du AussiehstGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt