(63) Bad faith is for another day

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Montag, 01.07
Pov Lena
Die nächsten zwei Wochen vergingen wie im Flug. Ich war recht viel im Studio, traf letzte Entscheidungen über Auftritte im Finale bei The Voice Kids, verbrachte einige Nachmittage und Abende mit Bella, aber auch mit Mark. Einmal trafen wir uns am Abend sogar noch zu dritt. Bella hatte zwar zuerst gefragt, ob sie stören würde, wenn Mark käme, aber das tat sie nicht und es wurde ein lustiger Abend zu dritt. Nach einem langen Tag im Büro mit Papierkram hatte Mark uns gerettet und mit vegetarischem Sushi versorgt.
Ich bemerkte, dass ich auch immer öfter mit Natalie telefonierte, und das machte mich glücklich. Sie war so ein herzensguter Mensch und ich merkte immer mehr, dass Marks Herzlichkeit in der Familie liegen musste.
Am Samstag waren dann auch schon die ersten großen Proben fürs Finale und es war unglaublich, dass schon wieder eine Staffel vorüber war. Die Aufregung der Kinder steckte mich dieses Mal schon am ersten Probetag fast vollständig an, sodass Mark mich sogar fragte, ob alles gut sei. Aber es war alles gut, alles war nahezu perfekt und ich fühlte mich gut, so richtig gut.
Ich hatte zwar inzwischen ein paar Veränderungen festgestellt und mir war ab und zu etwas schwindelig, aber ich hatte Wege gefunden, damit umzugehen. Spazieren gehen wurde zusätzlich zum Gassi gehen mit Kiwi zu meinem neuen Hobby, sobald ich Zeit hatte und auch Kiwi schien sich darüber zu freuen, noch mehr und öfter rauszukommen als sonst.
Zur Entspannung machte ich leichte Yoga-Sessions zu Hause, aber manchmal ging ich auch mit Bella in ein Studio, um einen Kurs zu besuchen.
Die Übelkeit hatte endlich ein Ende genommen und meine App sagte mir, dass das Risiko für eine Fehlgeburt mittlerweile gesunken war, was mich allgemein beruhigte. Insgesamt ging es mir also wirklich richtig gut.

„Na", begrüßte mich Mark, als er in den Gang der The Voice Studios einbog. Ich war gerade mit meinen besorgten Snacks auf dem Weg in meine Garderobe, musste aber grinsen als ich mich umdrehte und Mark schon auf mich zu lief.
„Wie geht es dir?", fragte er, sobald er angekommen war und betrachtete mich ausgiebig. Das war schon immer seine erste Frage gewesen, wenn wir uns sahen.
„Gut, richtig gut", sagte ich mit einem breiten Lächeln, welches Mark erwiderte. Ohne zu überlegen, streckte ich mich und gab ihm einen sanften Kuss, auf welchen er überrascht reagierte. Er erwiderte ihn zwar, löste sich aber relativ schnell wieder.
„Ähm... wollen wir sowas hier wirklich öffentlich machen?", fragte er vorsichtig mit leiser Stimme, deutete auf uns beiden und blickte sich um. Immerhin schien uns niemand gesehen zu haben.
„Oh." Ich griff nach seiner Hand und zog ihn mit mir in meine noch leere Garderobe, damit das auch so bleibte. Bella war gerade unterwegs und Phili kam erst für das richtige Finale.
„Sorry", entschuldigte ich mich, sobald wir auf dem Sofa in meiner Garderobe saßen. „Ich bin zu unvorsichtig und hab nicht wirklich nachgedacht." Doch statt sauer zu sein, zog Mark mich an sich.
„Alles gut, aber sind wir uns einig darüber, dass wir das hier...", sagte er und drückte mir einen Kuss auf den Scheitel. „Und das hier..." Er legte die Hand auf meinen Bauch. „Dass wir das, solange es möglich ist, noch für uns behalten? Ich will einfach nicht zu voreilig sein und es direkt der ganzen Welt erzählen. Versteh das nicht falsch, das hat nichts mit dir zu tun, aber ich will, dass wir zumindest alles dafür tun, das noch geheim zu halten, um unsere Privatsphäre zu schützen", vervollständigte er seine Bedenken. Daraufhin nickte ich, war selbst noch nicht bereit, es allen zu erzählen.
„Ich bin absolut der gleichen Meinung", erklärte ich und hob meinen Kopf.
„Darf ich dich jetzt küssen?", flüsterte ich, was er schmunzelnd zur Kenntnis nahm.
„Liebend gerne", antwortete er, als er auch schon seine weichen Lippen auf meine legte und ich langsam vollständig auf seinen Schoß rutschte.
„FSK 18?", hörte ich plötzlich Bella. Als wir uns lösten und ich aufsah, stand sie in der Tür und hielt sich spielerisch die Hand vor die Augen, sodass wir alle lachen mussten. Obwohl es nur Bella war, nahmen meine Wangen einen roten Ton an.
„Ich gehe dann mal. Ich hab sowieso noch eine Besprechung", sagte Mark und drückte noch einmal meine Hand, bevor er wieder aufstand. „Wir sehen uns", sagte er, bevor er ging und ließ mich mit einem wohligen Lächeln zurück.
„Was ist das jetzt eigentlich zwischen euch?", wollte Bella wissen, als sie sich neben mich aufs Sofa fallen ließ. Ich zuckte mit den Schultern.
„Keine Ahnung. Wir haben in Polen miteinander gesprochen, nachdem wir miteinander geschlafen haben und uns eingestanden, dass wir beide irgendwie mehr füreinander empfinden, als wir gedacht hätten", erklärte ich ihr und verlor mein Lächeln nicht. Heute war ich einfach optimistisch, dass wir beiden das schaffen konnten.
„Und das heißt?", fragte Bella neugierig. Ich lächelte sie an.
„Wir machen das, was sich gut anfühlt und so weit, wie wir gehen wollen und schauen, was passiert", versuchte ich locker die Lage zwischen uns zu erklären. Bella seufzte allerdings, woraufhin ich meinen Blick zu ihr wandern ließ. Sie sah besorgt aus.
„Bella, was ist? Du weißt, dass du mir immer sagen kannst, was du denkst. Das ist eines der Dinge, die ich an dir so schätze." Sie nickte.
„Ich weiß und ich will dich nicht verunsichern, Leni. Aber ich bin ein bisschen besorgt, was passiert, wenn ihr das nicht schafft. Was ist, wenn sich da tatsächlich mehr entwickelt, es aber trotzdem nicht funktioniert. Wenn ihr euch wieder trennt, vielleicht sogar vor der Geburt. Könntest du das verkraften? Deine Trennung mit Basti war was anderes, weil ihr beide schon länger wusstet, dass sich was verändert hat und dann kam direkt Mark. Ich mache mir einfach Sorgen, was ist, wenn das mit euch nichts wird, wenn ihr es an die Wand fahrt."
Unschlüssig überlegte ich. Es wäre gelogen, wenn ich nicht auch besorgt wäre, gar Angst hätte, aber ich war zuversichtlich, zumindest heute.
„Natürlich habe ich Angst, dass wir das vergeigen und dass wir das, was schon immer irgendwie zwischen uns war, verlieren, aber ich glaube dazu ist es jetzt sowieso schon zu spät und wir können nicht mehr zurück. Alleine schon wegen des kleinen Etwas hier", sagte ich und legte lächelnd die Hand auf meinen Bauch.
„Wir können einander nicht komplett verlieren. Erstens, weil wir ein Baby bekommen, um das wir uns gemeinsam kümmern werden und zweitens, weil wir uns brauchen, als Freunde, als Paar und bald dann auch als gemeinsame Eltern. Er hat mir oft genug versichert, dass er mich niemals verlassen und immer für mich da sein wird. Selbst, wenn wir weiter gehen und das nicht schaffen, er wird immer Teil meines Lebens sein und das ist auch schön so", stellte ich klar. Bella nickte.
„Ich finde es schön, dass du da so klar bist. Das hätte ich noch vor ein paar Wochen nicht unbedingt gedacht. Die Zeit in Polen scheint dir gutgetan zu haben." Ich nickte, denn das hatte sie wirklich.
„Trotzdem, Leni. Ich bin immer, wirklich immer und jederzeit für dich da. Jede Sorge und jedes Problem ist bei mir sicher und ich werde immer versuchen, dir so gut ich kann zu helfen, okay?"
Gerührt sah ich sie an. Das alles wusste ich bereits, aber es war schön, es nochmal so deutlich zu hören.
„Ich weiß. Danke, für alles", sagte ich emotional und mit Tränen in den Augen und umarmte sie.


Happy 4th Birthday to Only Love, L🥳
Ich update heute und die nächsten zwei Male im 3-Wochen-Rhythmus anstatt wie gewohnt alle 2 Wochen, weil ich im Abistress bin. Trotzdem will ich regelmäßig veröffentlichen und habe noch genau passend viele vorgeschrieben, um die Abizeit zu überbrücken (nur eben zur Zeit nur alle drei Wochen)☺️

Dieses Licht, Wie Du AussiehstGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt