Sonntag, 12.01
Pov Lena
Nachdem die Wehen immer stärker geworden waren und auch regelmäßiger, kamen sie mittlerweile in einem Abstand von ungefähr zehn Minuten. Mark gab sein Bestes, mich abzulenken und den Schmerz ein bisschen erträglicher zu machen. Mittlerweile saßen wir auf dem Sofa und ich atmete tief ein und aus, versuchte, mit den Schmerzen umzugehen.
„Kann ich irgendwas für dich tun?", fragte Mark fürsorglich und überfordert, strich sanft über meinen Rücken.
„Tee vielleicht", presste ich hervor, bevor erneut eine etwas leichtere Wehe kam. Sofort stand Mark auf und lief zur Küche.
„Ich bin gleich wieder da", rief er und er hielt sein Versprechen. Ehe ich mich versah, kam er wieder, brachte den Tee und setzte sich erneut neben mich, legte die Hand wieder beruhigend auf meinen unteren Rücken. Irgendwie schaffte er es sogar, mich damit ein kleines Stück weit zu beruhigen.
„Ich muss mal auf die Toilette", sagte ich und stand mühsam auf, um ins Bad zu gehen. Als ich gerade dabei war, mir die Hände abzutrocknen, spürte ich plötzlich etwas Ungewöhnliches.
„Mark", rief ich und hörte sofort, wie er kam.
„Was ist los?", wollte er auch direkt alarmiert wissen, sobald er das Bad betreten hatte.
„Ich glaube, die Fruchtblase ist geplatzt", sagte ich einfach nur überfordert und blickte nach unten auf meinen Bauch. Ebenfalls überfordert sah Mark mich einen Moment lang an.
„Ok, dann hole ich schonmal die Kliniktasche - Müssen wir schon los?" fragte er hektisch, war einfach nur genauso überfordert, wie ich es selber war. Noch vor wenigen Stunden hatten wir entspannt gemeinsam im Restaurant gesessen, keinerlei Anzeichen, dass es losgehen könnte. So oft hatten wir darüber geredet, wie wir uns verhalten würden und waren die Abläufe durchgegangen, aber irgendwie kam es dann ja doch immer etwas anders.
„Ich glaube noch geht es und wir müssen uns nicht stressen, aber wir können in Ruhe die letzten Sachen zusammensuchen und uns dann langsam auf den Weg machen", antwortete ich jedoch. „Ach und du kannst vielleicht das Krankenhaus und die Hebamme kurz benachrichtigen", sagte ich, bevor auch schon die nächste Wehe einsetzte.
„Wird erledigt", sagte Mark und griff eilig nach seinem Handy. Während er telefonierte, lief ich immer mal wieder ein paar Schritte durch die Wohnung und versuchte, mit der Situation umzugehen.
„So, die wissen jetzt Bescheid, dass wir gleich kommen. Wenn du willst und so weit bist, wäre also alles bereit, sodass wir loskönnten", lächelte Mark und ich sah, dass auch er nervös war. Ich nickte, also zogen wir uns an, Mark griff nach der Kliniktasche und wir machten uns auf den Weg ins Krankenhaus, wo wir sofort freundlich empfangen wurden. Unsere Familien hatte Mark über die Freisprechanlage im Auto noch kurz informiert, dass es jetzt wohl losging und so wussten jetzt alle Bescheid, die es wissen sollten.
„Wie geht es dir?", fragte mich meine Hebamme, sobald sie uns sah. Ich schaffte es, gequält zu lächeln. „Bis auf die Wehen ganz gut, schätze ich."
Sie nickte. „Gut, das ist sehr gut. Wie regelmäßig kommen sie?", fragte sie und führte uns in einen Raum, wo sie mich an das CTG-Gerät anschloss.
„Ungefähr alle sechs Minuten", antwortete ich. Das Ganze konnte immer eine Weile dauern, bis man Ergebnisse bekam, das wusste ich mittlerweile. Und so war es auch dieses Mal.
Nachdem etwa eine halbe Stunde gemessen wurde, kam die Ärztin, um sich die Ergebnisse anzuschauen. Die Hebamme und Mark versuchten mich die ganze Zeit so gut es ging zu unterstützen und zu beruhigen, in dem sie gemeinsam mit mir langsam atmeten. Allgemein strahlte meine Hebamme so eine Seelenruhe aus, dass ich, trotz der unerträglichen Schmerzen, nicht hysterisch wurde.
„Das sieht bisher alles normal aus. Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen", lächelte die Ärztin mir aufmunternd zu und erklärte mir kurz die Linien und ein paar kleinere Auffälligkeiten, die aber nicht weiter schlimm waren. Eigentlich erklärte sie das Ganze auch eher Mark, da ich nicht wirklich in der Lage war, ihr richtig zuzuhören. Viel mehr war ich damit beschäftigt, die regelmäßiger kommenden Wehen auszuhalten.
Montag, 13.01
Seitdem wir um kurz vor Mitternacht im Krankenhaus angekommen waren, waren inzwischen ein paar Stunden vergangen. Die Wehen wurden immer regelmäßiger und stärker und irgendwann war es dann wirklich losgegangen. Ich konnte kaum über irgendetwas nachdenken. Mark saß neben mir, hielt mir seine Hand hin, welche ich regelrecht zerquetschte, und redete mir immer wieder beruhigend gut zu.
„Du hast es gleich geschafft", sagte er ermutigend und legte mir einen sanften Kuss an die Schläfe.
„Das Köpfchen ist da, ich kann es sehen", informierte die Hebamme mich lächelnd. „Gleich hast du es geschafft", sagte auch sie und kurze Zeit später hatte ich unsere Tochter dann tatsächlich auf der Brust liegen. Sofort war jeglicher Schmerz wie vergessen. Die Kleine war zwar genauso geschwächt von der Geburt, wie ich, aber sie war so zuckersüß und ich so unfassbar stolz, dass die Tränen der Freude ungehalten über meine Wangen liefen.
„Sie sieht genauso wunderschön aus wie du", flüsterte Mark gerührt und sah uns beiden einfach nur an. Auch seine Augen verließen Tränen und wir beide konnten nicht anders, als einfach nur breit zu lächeln.
Nachdem uns eine kurze Zeit zu dritt gegeben wurde, trat eine junge Frau auf uns zu.
„Wie soll ihre Tochter denn heißen?", fragte sie uns freundlich, damit sie die Geburtsdaten angeben konnte.
„Emilia Marleen", sagte ich und warf Mark einen lächelnden Blick zu, welchen er strahlend erwiderte.
„Ich müsste ihre Tochter noch einmal mitnehmen, um die U1 durchzuführen. Das dauert auch nicht lange, wir müssen nur einmal sichergehen, dass alles in Ordnung ist", sagte meine Hebamme, nachdem uns etwas Zeit gelassen wurde. Ich wollte die kleine Maus jetzt schon kaum mehr hergeben, aber ich ließ die Hebamme sie mitnehmen und konnte sogar beobachten, wie die Untersuchung durchgeführt wurde.
Inzwischen war es früher Morgen geworden und ich merkte, wie mir fast die Augen zufielen. Die Nacht hatte mir all meine Kräfte geraubt und ich wollte einfach nur schlafen, aber ich strengte mich an, die Augen offen zu behalten.
„Wir können sie, wenn sie wollen, auf ihr Zimmer bringen und sie können sich dort ausruhen. Wir bringen ihnen ihre Tochter dann nach, wenn die Untersuchung abgeschlossen ist", lächelte eine Krankenschwester, welche lächelnd bemerkt hatte, dass ich gegen die Müdigkeit ankämpfen musste. Jedoch war ich unschlüssig, wollte Emilia nicht alleine lassen.
„Na, komm. Du schläfst ja gleich schon ein", sagte aber auch Mark und so gab ich mich geschlagen.
„Dann bleib aber wenigstens du hier bei ihr", meinte ich zu Mark, welcher sofort nickte.
„Mache ich und wir kommen so schnell wie möglich zu dir, in Ordnung?", fragte er.
„Mhm", stimmte ich müde zu. Mark half mir vorsichtig auf und drückte mir sanft einen Kuss auf die Stirn, bevor ich die beiden zurückließ.
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Dieses Licht, Wie Du Aussiehst
FanfictionMark war nun schon seit ein paar Monaten von seiner Freundin getrennt und seine Motivation, irgendetwas außerhalb des normalen Alltags zu machen, hielt sich in Grenzen. Lena ging es eigentlich recht gut in ihrer Beziehung, doch sie konnte ja nicht w...
