Dienstag, 30.04
Pov Lena
„Also, wie schon gesagt, Basti ist mir fremdgegangen, heute vor genau einer Woche. Ich war in der Wohnung, beziehungsweise bin früher nach Hause gekommen, was er nicht wusste, und ich habe es mitbekommen. Als er dann auch wusste, dass ich es mitbekommen hatte, habe ich fast fluchtartig die Wohnung verlassen, während er ein paar Sachen zusammengepackt hat und gegangen ist. Ich bin dann also raus und bin irgendwie in einer Kneipe gelandet und hab ein bisschen was getrunken, bis ich Mark getroffen habe. Er war mit ein paar Kumpels da und hatte auch schon ein bisschen was getrunken und wir haben uns so lange nicht gesehen. Also haben wir getanzt und dann spät in der Nacht die Kneipe verlassen und er hat mich nach Hause gebracht. Vor meiner Tür habe ich ihm dann gesagt, dass Basti nicht mehr da ist und auch nicht wiederkommt, und dann hat er mich in die Wohnung begleitet, mir einen Tee gemacht und dann habe ich ihm halt alles erzählt. Keine Ahnung, wie es dazu kam, aber ich habe ihn geküsst und ich bin ins Schlafzimmer geflüchtet. Mark kam mir hinterher auf den Balkon, hat mich umarmt und mich zurückgeküsst. Und dann ist es einfach passiert... Und als ich dann am nächsten Morgen aufgewacht bin, war er weg. Ohne Nachricht oder sonst was. Einfach weg. Dann hat er versucht, mich zu erreichen. Er hat geklingelt, eine Mail und einen Brief geschrieben."
Ich nahm mein Handy und zeigte Bella die Mail. Während sie las, stand ich auf und ging in den Flur zu meiner Tasche, um den Brief von Mark zu holen, den ich extra mitgenommen hatte, weil ich ihren Rat brauchte. Wenn ich nicht wüsste, dass ich Bella zu einhundert Prozent vertrauen konnte, hätte ich ihn ihr auch nie gezeigt, weil er schon sehr privat und intim war.
Als ich zurück ins Wohnzimmer kam, gab Bella mir mein Handy. „Ich glaube ihm kein Wort." Ich sah sie fragend an und sie korrigierte sich.
„Also das, dass es ihm leidtut, kaufe ich ihm noch ab, soweit müsste ich ihn kennen, um das zu merken. Allerdings kaufe ich ihm nicht ab, dass er glaubt, dass zwischen euch beiden eh nie was werden kann, nicht mehr als es jetzt ist. Er versucht das zwar so zu schreiben, aber ich glaube, er hat wirklich anfangende Gefühle für dich und schreibt das nur, weil er es sich nicht eingestehen will und weil er denkt, du würdest sowieso nie mehr von ihm wollen."
Daran hatte ich tatsächlich auch schon gedacht, aber das wäre einfach viel zu absurd. Schließlich war das Mark, der Mann, der es einfach schon immer schaffte, dass ich mich gut fühlte, mein bester Freund.
Wortlos gab ich Bella den Brief.
„Soll ich den wirklich lesen? Der ist an dich gerichtet und nur für dich bestimmt", fragte Bella vorsichtig. Doch ich nickte nur. Ich brauchte einmal eine neutrale Sichtweise und ihren Rat dazu, wie ich auf den Brief reagieren sollte, denn ich hatte absolut keine Ahnung.
Also begann Bella zu lesen und mit jeder Zeile, die sie las, wurde ich ungeduldiger. Mir war das echt irgendwie unangenehm, dass es überhaupt so weit gekommen war und dass ich jetzt mit einer meiner besten Freundinnen zusammen überlegen musste, wie es weiter ging, weil mein Verstand komplett verwirrt war. Einerseits wollte ich Mark so gerne wieder näher sein, aber andererseits hatte ich Angst, Angst wieder verletzt zu werden, so wie Basti oder auch Mark mich verletzt hatten als sie gegangen waren. Ich wollte ihn, ob als Freund oder als mehr. Das wusste ich gerade nicht so genau.
Bella räusperte sich und ich schaute ruckartig nach oben.
„Also für mich klingt das so, als würdest du ihm sehr viel bedeuten und ich denke, er würde echt viel dafür geben, dass ihr wieder befreundet seid."
Ich nickte. „Aber ich weiß gar nicht, ob ich das kann..."
Bella sah mich verständnislos an.
„Ich meine, ich glaube nicht, dass ich einfach so tun kann, als wäre nie was passiert. Ich empfinde, glaube ich weitaus mehr für ihn als Freundschaft, auch wenn mir das nie bewusst war", schaffte ich es schließlich zu sagen. Jetzt, wo ich es so ausgesprochen hatte, wurde es irgendwie realer. Zwar konnte ich schlecht jetzt schon von verliebt sein sprechen, aber irgendwas lag da in der Luft. Wahrscheinlich war das auch schon immer so, nur hatten wir das wegen Basti und Miriam falsch gedeutet.
Bella sah mich eindringlich an.
„Egal was du machst, Lena, du musst mit ihm darüber reden. Wie wollt ihr sonst in Zukunft miteinander auskommen, wenn das immer zwischen euch steht? Ich glaube auch, dass er mehr für dich empfinden könnte, aber was genau, weiß nur er und das kannst du nur herausfinden, wenn du mit ihm redest", lächelte sie sanft.
„Ich weiß und ich habe ja auch nur noch sechs Tage, bis die Aufzeichnungen anfangen, aber ich bin irgendwie einfach so enttäuscht von ihm und ich bin sauer."
Ich merkte, wie mir die Tränen kamen und Bella mich daraufhin in den Arm nahm.
„Zum Glück ist ja nichts weiter passierte. Ich bin mir sicher, ihr könnt das klären", meinte sie.
Ich nickte, denn die Nacht hätte durchaus schlimmer sein können. Der Morgen danach war das einzig Schlimme.
„Willst du heute hier schlafen? Dann können wir bis spät in die Nacht fernsehen und quatschen und du bist nicht alleine und brauchst dich nicht darum zu kümmern, wie du nach Hause kommst", schlug sie vor.
„Gerne", nahm ich ihren Vorschlag an und gähnte.
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Dieses Licht, Wie Du Aussiehst
FanfictionMark war nun schon seit ein paar Monaten von seiner Freundin getrennt und seine Motivation, irgendetwas außerhalb des normalen Alltags zu machen, hielt sich in Grenzen. Lena ging es eigentlich recht gut in ihrer Beziehung, doch sie konnte ja nicht w...
