Montag, 06.05
Pov Lena
Die Aufzeichnungen der Blinds verliefen, wie eigentlich meistens, ziemlich gut und ich konnte bereits vier großartige Talente für mein Team gewinnen. Da Mark und ich alles geklärt hatten, verlief es auch in der Hinsicht relativ normal und entspannt. Nur die Schwangerschaft ließ mir jetzt nach den Aufzeichnungen weiterhin keine Ruhe.
Es war bereits kurz nach sieben und gerade war ich auf dem Weg in meine Garderobe, als ich Bella begegnete. Sie zog mich kurz ein Stück zur Seite.
„Ich habe das Ergebnis jetzt hier, Leni. Aber du willst das bestimmt nicht hier öffnen, oder?", fragte sie mich flüsternd. Ich schüttelte den Kopf und nahm sie mit in meine Garderobe, da ich nicht wollte, dass unbedingt jeder gerade jetzt davon erfuhr. In meiner Garderobe war auch niemand mehr, da Philipp bereits gegangen war.
„Ne, also hier öffnen mache ich garantiert nicht, aber ich fände es ganz schön, wenn ich das nicht alleine aufmachen müsste, also, wenn du dabei wärst, wenn ich mir das Ergebnis ansehe."
„Klar, also von mir aus kann ich auch bei dir schlafen, wenn du willst. Dann bist du nicht so alleine, wenn du das Ergebnis hast, egal wie es ausfällt." Dankbar sah ich sie an und stimmte zu.
„Das wäre wirklich toll. Dann lass uns gleich noch kurz bei dir vorbeifahren, dann kannst du deine Sachen holen und dann kann ich, wenn wir bei mir sind das Ergebnis öffnen."
„Wenn du noch so lange warten kannst", schmunzelte Bella, doch ich konnte nur seufzen.
„Irgendwie will ich das gar nicht wissen. Ich habe mich gerade mit dem Gedanken angefreundet, dass die Möglichkeit besteht und das reicht mir für den Moment, um innerlich durchzudrehen. Ich hab so Angst vor dem Ergebnis und ich weiß auch nicht. Ich meine, was mache ich, wenn ich wirklich schwanger bin?"
Ich sah Bella verzweifelt an und ließ mich auf die Couch fallen. Sie kam auf mich zu und hockte sich vor mich.
„Guck mich mal an, Leni", sagte sie und ich hob meinen Kopf, um sie ansehen zu können.
„Wir schaffen das, egal wie das Ergebnis ist. Mach dich nicht verrückt, bevor du es ganz genau weißt, in Ordnung? Aber lass uns wirklich lieber abwarten, bis wir bei dir sind." Ich nickte.
„Dann nichts wie los", sagte ich, denn plötzlich hatte ich es eilig.
Ich wollte mich nicht mehr selbst nervös machen, bevor ich Genaueres wusste, also ging ich mich schnell umziehen, nahm meine Sachen und wir verabschiedeten uns noch von allen anderen.
Sogar Mark und ich umarmten uns, aber eigentlich war ja sowieso alles wieder normal zwischen uns, außer dass er der Vater meines Kindes sein konnte. Erfolglos habe ich versucht, nicht daran zu denken, bis ich das Ergebnis gelesen hatte.
So fuhren Bella und ich dann los zu ihr nach Hause, damit sie sich ein paar Sachen für die Nacht holen konnte.
Pov Bella
Die gesamte Autofahrt zu meiner Wohnung, die ganzen zwanzig Minuten, hatte Lena nun schon kein Wort gesagt. Nun waren wir endlich an meiner Wohnung angekommen und so langsam begann ich doch, mir Sorgen um Lena zu machen. Ich kannte sie nun schon eine Weile und ich würde behaupten auch ziemlich gut. Und obwohl das hier gerade eine wohl sehr außergewöhnliche Situation war, erkannte ich sie nicht wieder. Es war nicht ihre Art, so gar nichts zu sagen, aber vielleicht würde ich mich an ihrer Stelle genauso verhalten. Wer wusste das schon?
Also stellte ich den Motor ab und drehte mich zu Leni.
„Ich hole schnell ein paar Sachen für die Nacht. Wartest du hier? Oder willst du mit hochkommen?", fragte ich sanft.
Sie schüttelte den Kopf. „Okay, ich beeile mich", sagte ich noch, ehe ich aus dem Auto stieg und schnell in Richtung meiner Wohnung lief, da ich Leni in ihrer aktuellen Situation nicht allzu lange alleine lassen wollte. Ich wollte für sie da sein.
Also schloss ich schnell die Tür auf und schnappte mir eine Tasche, in die ich alles warf, was ich für eine Nacht bräuchte.
Pov Lena
Kaum war Bella aus dem Auto gestiegen und hatte mir den Rücken zugewandt, spürte ich, wie mir die erste Träne die Wange hinunterlief. Es wurden immer mehr und ich konnte es nicht mehr aufhalten und ich wollte auch nicht. Ich wusste, dass Bella für mich da war, aber ich wollte ihr nicht zu dolle zur Last fallen. Ich wollte nicht, dass sie sich Sorgen um mich machte, doch ich wusste, dass sie dies längst tat...
Wieso musste das mir passieren? Und wieso jetzt? Wieso hatte ich nicht daran gedacht, dass der Arzt mir Antibiotika verschrieben hatte, welche die Wirkung der Pille verhinderten? Verdammte Scheiße. Ich wollte ja Kinder haben, aber als Familie. Schon seit ich denken konnte, hatte ich mir gewünscht, irgendwann Kinder zu bekommen, aber doch nicht so. Nicht mit Basti, nachdem wir uns getrennt hatten und auch nicht von Mark, einem sehr guten Freund, mit dem ich eine Nacht verbracht hatte. Wie sollte ich ihnen das nur beibringen? Egal, wer der Vater war.
Verzweifelt wie ich war, bemerkte ich nicht, wie mir die Tränen unaufhaltsam meine Wangen hinunterliefen und Bella wieder zu mir ins Auto stieg. Erst als sie sich zu mir beugte und mich in den Arm nahm, realisierte ich, dass sie wohl ihre Sachen hatte.
„Können wir, können wir jetzt einfach zu meiner Wohnung fahren?", schluchzte ich. Sie drückte mich noch einmal, bevor sie mir die Tränen von der Wange strich und mich aufmunternd anlächelte.
„Klar, wir sind schon auf dem Weg und Leni... alles wird gut."
Sie versuchte mir Mut zu machen und so fuhren wir zu meiner Wohnung, welche zum Glück nicht allzu weit von Bellas entfernt war, sodass wir nach ein paar Minuten angekommen waren.
Wir zogen unsere Schuhe und Jacken aus und setzten uns aufs Sofa. Bella reichte mir zaghaft den Brief und ich nahm ihn zögernd an. Der Moment der Wahrheit war also gekommen.
I am sorry, wenn der Cut ein bisschen fies ist, aber es musste sein. Ich würde mich wie immer freuen, wenn ihr eure Meinung und/oder Verbesserungsvorschläge in die Kommentare schreibt.🥰
Ich bin mir noch nicht so sicher, ob nächste Woche ein Kapitel kommt, da ich zur Zeit nicht so Lust habe zu schreiben, aber vielleicht kommt es nächste Woche auch einfach am Wochenende statt mittwochs/donnerstags🤷♀️
DU LIEST GERADE
Dieses Licht, Wie Du Aussiehst
أدب الهواةMark war nun schon seit ein paar Monaten von seiner Freundin getrennt und seine Motivation, irgendetwas außerhalb des normalen Alltags zu machen, hielt sich in Grenzen. Lena ging es eigentlich recht gut in ihrer Beziehung, doch sie konnte ja nicht w...
