(40) Und wenn ich falle, wirst du mich heben

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Dienstag, 04.06
Pov Mark
Relativ früh wachte ich am Morgen wieder auf. Als ich auf mein Handy schaute, zeigte mir die Uhr gerade einmal halb acht an. Nachdem ich mich allerdings umgeschaut hatte, erkannte ich, dass ich nicht der erste war, der wach ist. Natalie war bereits aufgestanden und hatte das Zimmer verlassen und Lena saß auf dem Bett mit ihrem Handy in der Hand.
„Morgen", grummelte ich, ehe ich mich streckte und aufsetzte. Daraufhin legte Lena ihr Handy zur Seite und schenkte mir ein Lächeln.
„Morgen." Ich lächelte zurück.
„Oh Gott", gab Lena plötzlich von sich, bevor sie schon aufsprang und mit der Hand vor dem Mund aus dem Zimmer stürmte. Nach einer Millisekunde Reaktionszeit meinerseits lief ich ihr hinterher Richtung Badezimmer. Dort hing sie bereits über der Toilettenschüssel.
Bemitleidend ging ich sofort zu ihr und hielt ihr die Haare im Nacken zusammen. Ich hockte mich ebenfalls hin und streichelte sanft ihren Rücken und band ihre Haare mit einem Haargummi, welches ich auf der Ablage neben der Toilette fand, zusammen.
Nach ein paar Minuten schien es wieder einigermaßen zu gehen, da sie von der Toilette ablassen konnte. Sie ließ sich aus der Hocke auf den Boden sinken und lehnte sich an den Badewannenrand. Ich stand auf und nahm einen der Zahnputzbecher, welche Mama uns gestern noch hingestellt hatte, wir aber noch nicht verwendet hatten und füllte diesen mit ein wenig Wasser.
„Geht's?", fragte ich und reichte ihr den Becher, welchen sie dankend annahm, um sich den Mund ausspülen zu können.
„Ich denke schon. Mir geht's schon seit ich wach geworden bin nicht gut, aber ich glaube, es wird langsam besser", sagte sie mit einem leichten Lächeln, während ich mich neben sie setzte. Ich seufzte.
„Ich wünschte echt, du müsstest das nicht alles alleine ertragen."
„Das ist süß, aber das kann man leider nicht ändern. Reicht schon, wenn du für mich da bist, wie du es gerade warst", erwiderte sie lächelnd.
„Alles gut bei euch?", hörte ich plötzlich meine Mutter, welche als ich aufblickte, besorgt vor uns im Türrahmen stand.
„Ja, alles gut. Mein Magen spielt nur ein bisschen verrückt, aber langsam geht es wieder", versuchte Lena sie zu beruhigen. Jedoch sah sie nicht weniger besorgt aus.
„Hast du irgendwas Falsches gegessen? Ist dir irgendwas nicht bekommen?", fragte sie sofort alarmiert. Etwas überfordert schaute Lena mich an, schließlich kannten wir beide den Grund und meine Mutter nicht.
„Das wissen wir selbst nicht so genau und mittlerweile geht es ihr ja wieder etwas besser", versuchte ich meine Mutter zu besänftigen, da Lena nicht wirklich zu wissen schien, was sie sagen sollte. Schnell warf Lena mir einen dankbaren Blick zu. Meine Mama schaute uns jedoch immer noch kritisch an.
„Wirklich, es ist alles gut. Wenn ich irgendwas brauche, melde ich mich oder frage Mark", meinte Lena lächelnd.
„Ok", sagte meine Mutter, war aber immer noch nicht vollständig überzeugt.
„Wir wollten gleich frühstücken. Eigentlich wollte ich nur fragen, ob ihr dazu kommen wollt?", sagte sie noch, was wir mit einem Nicken bejahten, ehe sie die Tür schloss und dann auch verschwand.
Lena atmete tief durch, als ich bereits aufstand.
„Na komm", sagte ich und hielt ihr meine Hände hin, welche sie ergriff, sodass ich sie sanft hochziehen konnte. Daraufhin schloss ich sie sofort in meine Arme, was Lena leise lachen ließ. Einen kurzen Augenblick verweilten wir in dieser Umarmung, ehe wir uns ein wenig voneinander entfernten, uns aber nicht vollständig lösten. Tief blickten wir einander in die Augen. Dieser Moment gehörte nur uns. Uns, als Familie. Bereits jetzt zu dritt.
„Ich freue mich richtig auf unser kleines Baby", flüsterte ich ihr leise zu, weil ich das Gefühl hatte, das noch nie so direkt geäußert zu haben. Gerührt schaute sie mich an.
„Ich mich auch", lächelte sie und schloss die Arme erneut um mich.
„Von allen Menschen, die ich kenne, kann ich mir niemanden vorstellen, der ungeplant eine bessere Mama für mein Kind sein könnte", flüsterte ich ehrlich, woraufhin sie die Umarmung verstärkte.
„Du wirst bestimmt auch ein ganz toller Vater für unser Kind", erwiderte sie, was mich lächeln ließ. Wie surreal das noch klang, unser Kind.
Nachdem wir uns gelöst hatten, sahen wir uns noch einen Moment in die Augen.
„Ich bin wirklich froh, dass du der Vater bist und nicht Basti. Dir kann ich wenigstens völlig vertrauen", erwiderte sie noch, was mir ein Lächeln auf die Lippen verschaffte und welches sich auf ihre übertrug.
„Vielleicht sollten wir uns langsam mal anziehen und zu den anderen zum Frühstück gehen", sagte sie, als sie an uns herunterschaute und bemerkte, dass wir noch im Schlafanzug waren.
„Ach, dein Schlafanzug ist doch ganz süß", sagte ich mit einem Schmunzeln, woraufhin sie mir spielerisch gegen den Arm schlug. „Blödmann", sagte sie und versuchte, ernst zu bleiben. Jedoch scheiterte der Versuch und sie musste lachen.
„Hey, das war ernst gemeint", lachte ich, jedoch fing ich nur ihren kritischen Blick auf.
„Na ja, trotzdem werde ich so nicht mit deiner Familie frühstücken", lachte sie und zwinkerte mir zu, ehe sie sich schon umdrehte, in Richtung unseres Zimmers lief und mich somit alleine im Bad stehen ließ. Grinsend schüttelte ich den Kopf.

Dieses Licht, Wie Du AussiehstGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt