Samstag, 09.11
Pov Lena
Hey Daisy, fahrt vorsichtig und kommt sicher wieder in Berlin an. Ich liebe dich, erreichte mich eine Nachricht von Mark, als wir gerade aus dem Hotel in München ausgecheckt hatten und dieses verließen.
Das Jahr war mittlerweile so weit vorangeschritten, dass es so eisig kalt war, dass man eine Winterjacke brauchte, um nicht zu erfrieren. Mir kam das ein wenig gelegen, da ich so meinen immer größer werdenden Bauch ein bisschen verstecken konnte.
Trotzdem mochte ich den Sommer viel lieber. Mit Freunden draußen sitzen und quatschen und den kleinen Vögeln zuzusehen, konnte für mich jedenfalls kaum übertroffen werden. Vor allem in den letzten Tagen war es aber teilweise sogar schon glatt auf den Straßen, was fast ungewöhnlich für die Zeit war, obwohl es bereits November war.
Als ich die Nachricht erneut überflog, fiel mir der Spitzname auf und ich musste breit darüber grinsen. Das letzte Wochenende hatten wir mit einigen Runden Mario Kart verbracht und ich hatte Mark als Prinzessin Daisy ganz schön abgezogen. Bei der Erinnerung bekam ich direkt wieder eine Gänsehaut. Das Vermissen war von Tag zu Tag stärker geworden, also umso schöner zu wissen, dass wir uns heute Abend endlich wiederhatten.
Die Woche lang war ich unterwegs gewesen im Süden Deutschlands und das sollte auch erst einmal die letzte weitere Tour gewesen sein. Aber die Reise war noch nötig gewesen, um an den letzten zwei Songs feilen zu können und sie fertig zu bekommen. Und da der Produzent sein Studio nun mal in München und nicht in Berlin hatte und ein paar der anderen Anwesenden ebenfalls aus der Gegend kamen, war ich gezwungenermaßen mit Bella die Woche in München gewesen, was auch schön war. Aber jetzt wollte ich nur noch nach Hause.
Ich vermisse dich und freue mich, später endlich wieder in deine Arme fallen zu können, antwortete ich mit einem verträumten Lächeln, als wir im Bulli Platz gefunden hatten. Bella und ich machten es uns auf der Rückbank bequem, während der Fahrer noch schnell unser Gepäck einlud und danach relativ zeitig den Wagen aus der Parklücke lenkte.
Die nächsten sechs Stunden verbrachten wir damit, ein paar Runden Uno zu spielen, aber da das zu zweit oft nicht so einen Spaß machte, redeten wir viel, auch mit dem Fahrer, welcher dieses Jahr recht häufig für uns gefahren war, wenn wir nicht auf die Bahn gesetzt hatten. Dieser musste sich aber auch auf den Verkehr konzentrieren, gerade weil es teilweise ein wenig glatt war und so kam es, dass ich tatsächlich nochmal für eine knappe Stunde eingeschlafen war, während Bella in ihrem Buch weitergelesen hatte.
Irgendwann näherten wir uns aber Berlin und ich wurde wieder wacher.
Noch eine halbe Stunde, schrieb ich Mark aufgeregt. Hast du Natalie schon abgeholt?, schob ich eine Frage hinterher.
Ja, gerade eben. Ich kann es kaum erwarten, antwortete er auch sofort.
Wir würden den Nachmittag heute zu viert mit Bella und Natalie verbringen, da wir ein Anliegen hatten, von dem die beiden noch nichts wussten. Sie gingen bisher nur davon aus, dass es ein ganz normaler gemeinsamer Nachmittag war, aber für uns war es weitaus mehr als das.
Nachdem wir noch ein paar Mal hin und her geschrieben hatten, Mark mit Natalie zusammen Kuchen besorgt und wir die letzten Kilometer hinter uns gelegt hatten, erreichten wir endlich meine, beziehungsweise unsere Wohnung. Es war immer noch ein bisschen ungewohnt, das zu sagen, aber es fühlte sich wahnsinnig gut an, jemanden zu haben, der auf einen wartete, wenn man nach Hause kam und man keine leere Wohnung vorfand.
Wir verabschiedeten uns von unserem Fahrer, zogen unsere Jacken ein Stück weiter zu, nahmen unser Gepäck und zogen erst einmal beide unserer Koffer ins Treppenhaus. Von dort aus nahmen wir den Fahrstuhl und schon kurze Zeit später kramte ich ungeduldig nach meinem Schlüssel, was Bella leise lachen ließ.
„Du kannst es wohl wirklich kaum erwarten." Ich hatte gar keine Zeit mehr, darauf zu antworten, denn ich hatte ihn endlich gefunden.
„Wir sind da", rief ich, sobald ich die Tür geöffnet hatte, was allerdings kaum nötig gewesen war, da Mark sofort in den Flur kam. Ich kam ihm ein paar Schritte entgegen, ließ meinen Koffer in der Tür stehen, schloss meine Arme um ihn und legte meine Lippen auf seine, bevor auch nur irgendwer von uns was hätte sagen können.
„Hey", murmelte Mark, sobald wir uns lösten und lächelte.
„Hey", erwiderte ich, ebenso glücklich lächelnd. Natalie und Bella begrüßten sich ebenfalls kurz, nachdem Bella die Tür zugezogen hatte, auch wenn deren Begrüßung deutlich zurückhaltender ausfiel, weil sie sich kaum kannten.
„Endlich sehen wir uns mal wieder", umarmte aber auch ich nun Natalie, als ich es geschafft hatte, mich von Mark zu lösen. Es war höchste Zeit gewesen, sie wiederzusehen. Wir hatten viel geschrieben und sogar echt oft über FaceTime telefoniert in letzter Zeit und sie war wirklich so etwas wie eine richtige Freundin für mich geworden. All das bestärkte mich in unserer Entscheidung, die Mark und ich getroffen hatten und zu der wir später noch kommen wollten.
Jetzt aber setzten wir uns alle erstmal an den bereits gedeckten Tisch, aßen den gekauften Kuchen und unterhielten uns darüber, was die letzten Wochen so alles vorgefallen und passiert war. Auch Bella und Natalie redeten mit der Zeit immer unbeschwerter miteinander, als würden sie sich längst schon kennen, weshalb die Stimmung wirklich locker war. Irgendwann war dann aber auch der Kuchen gegessen und der Kaffee und Tee getrunken und Mark räusperte sich.
„Ähm... Wir haben euch eingeladen, weil wir euch beide was fragen wollten", begann er und warf mir einen Blick zu.
„Willst du? Du bist besser mit Worten", scherzte Mark. Weil ich merkte, dass er scheinbar wirklich nicht wusste, wie er das am besten formulieren sollte, setzte ich lächelnd fort.
„Ja, Mark hat recht... Also Bella, ich bin dir einfach so so dankbar für alles, was du für mich tust. Du hast ein so gutes und großes Herz und warst die erste Person, die von der Schwangerschaft erfahren hat, sogar vor Mark", schmunzelte ich. „Du warst dabei, als ich es erfahren habe, weil ich dir bedingungslos vertrauen kann. Und für mich ist im ersten Moment eine Welt untergegangen, aber du warst einfach nur da für mich und hast mich unterstützt, mich aufgefangen, wie du es immer tust... Und Natalie, du bist Marks Schwester, ein ganz besonderer Teil der Familie und wir kennen uns zwar noch nicht so lange, aber du bist mir wirklich wichtig geworden, eine echte Freundin einfach. Du gehörst zu den wenigen Menschen, mit denen Mark frei reden kann und das bedeutet viel", wollte ich den beiden einfach erstmal sagen, wie wichtig sie für mich, für uns waren. Andererseits wusste ich aber auch noch nicht so ganz, wie ich fragen sollte, und umging die Frage somit vorerst. Irgendwann musste ich sie dann aber stellen und fragte einfach geradeaus weg.
„Wir hätten euch gerne als Patentanten für Emilia. Also, wenn ihr wollt", sagte ich dann aber, blickte zu Mark, welcher genauso verlegen lächelte wie ich und wartete gespannt auf eine Reaktion.
„Ist das euer Ernst?", fragte Natalie sofort gerührt und hielt sich die Hand vor den Mund. Auch Bella hielt inne, aber wurde dann emotional und schlang sofort die Arme um mich, um mich fest an sich zu drücken, als sie realisiert hatte, was ich da gesagt hatte.
„Es würde uns wirklich viel bedeuten", sagte nun auch Mark.
„Natürlich werden wir Patentanten", sagte Bella, als sie mich aus der Umarmung befreite und grinste breit.
„Aber sowas von", stimmte auch Natalie zu, welche nun aufstand, um ihren Bruder zu umarmen.
„Aber macht euch darauf gefasst, dass wir die Art von Tanten werden, die eurem Kind den Blödsinn beibringen, den ihr vermeiden wollt", grinste Bella frech und Natalie nickte.
„Ihr wisst, ich mache jeden Scheiß mit", lachte jetzt auch sie, was uns ebenfalls laut auflachen ließ.
„Haben wir uns das wirklich gut überlegt?", fragte Mark spielerisch nachdenklich, während ich mich an seine Brust lehnte.
„Ich denke schon", lächelte ich zufrieden, während Mark seine Arme um mich schlang.
Mir ist gerade aufgefallen, dass ich am Donnerstag vollkommen vergessen habe, zu updaten🫣
Aber here it is, besser später als nie🫶🏻
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Dieses Licht, Wie Du Aussiehst
FanfictionMark war nun schon seit ein paar Monaten von seiner Freundin getrennt und seine Motivation, irgendetwas außerhalb des normalen Alltags zu machen, hielt sich in Grenzen. Lena ging es eigentlich recht gut in ihrer Beziehung, doch sie konnte ja nicht w...
