eine kippe für mrs. clarsson

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Der Gong rettete mir sozusagen das Leben.
Ja, so könnte man das wirklich sagen.
Mr. Taylor ließ mich zum Glück eher in Frieden, weil das die erste Stunde war, wo ich wieder im Unterricht mitmachte, aber meine Blase platzte jeden Moment. Aufs Klo durften wir während dem Unterricht auf keinen Fall.
Das Blöde war nur, dass Mr. Taylor mich noch unbedingt kurz sprechen wollte. Er erklärte mir, dass ich den Stoff unbedingt nachholen musste und blabla. Ich hörte gar nicht mehr zu, sondern sagt einfach „Ja!" und rannte dann nach draußen, wo ziemlich was los war.
Ziemlich viele Mädels standen auf einem Fleck, aber ich quetschte mich einfach vorbei und rannte zu den Toiletten.

Erst als ich meine Hände gewaschen hatte, fiel mir ein, dass Wes ja auf mich warten wollte. Also beeilte ich mich wieder zurück zu kommen und entdeckte ihn in Mitte von mehreren Mädchen, die vergeblich versuchten mit ihm zu flirten.
Irgendwie fand ich das ja schon ganz witzig und pfiff durch die Zähne. Die drei Mädchen, die noch da standen, drehten sich um.

"Können wir gehen?", fragte ich Wes lächelnd und tat so, als hätte ich die anderen überhaupt nicht bemerkt.

"Natürlich, Babe!", meinte er und zwang sich ebenfalls zu einem Lächeln.

Dann quetsche er sich zwischen den Mädels hindurch, die mich echt sehr komisch anschauten, und verflocht seine Hand mit meiner, als er bei mir ankam.

"War das überzeugend?", flüsterte ich Wesley währenddessen zu.

"Ich hoffe es.", stöhnte er, während wir händchenhaltend durch den Gang latschten.

Etwas komisch war das ja schon. Händchen halten stand nicht bei den Regeln, also mussten wir das theoretisch nicht machen.
Die Aufmerksamkeit lag heute selbstverständlich bei uns. Alleine wie wir angeschaut wurden, war komplett verwirrend.

"Wo gehen wir jetzt hin?", informierte ich mich bei ihm.

Er überlegte kurz:

"Nach draußen."

Im Pausenhof waren deutlich mehr Leute. Ich wusste nicht, ob er das deshalb machen wollte. Wir liefen schnurstracks zusammen zur hinteren Ecke wo die „Coolen" standen. Dabei drehte sich gefühlt jeder nach uns um. Ich tat einen auf verliebt. Als wir bei meinem Bruder, Sophie und noch ein paar anderen coolen Jungs und Mädels ankamen, fing mein Bruder sofort an uns auszufragen:

"Das ist also tatsächlich kein Gerücht. Ich habs euch von Anfang an gesagt, dass ihr mal zusammenkommen werdet."

Wes beachtete Jas Kommentar eher wenig und kramte eine Packung Zigaretten aus seiner Jackentasche. Davon fischte er eine heraus und bat einen anderen Jungen, den ich vom sehen her kannte, nach Feuer. Sophie blieb komischerweise komplett still, aber starrte mich pausenlos an. Diese Snitch!

"Ich werde hier aber nicht wegen dir zum Passivraucher.", maulte ich Wes sofort an, als er das erste Mal an der Kippe zog.

Dieser verdrehte die Augen.

"Darf ich dich jetzt etwa nicht mehr küssen, weil ich rauche?", lachte er und musterte mich.

"Das werden wir sehen.", gab ich trotzig von mir, obwohl ich eigentlich innerlich lachen musste, weil mir das Vorspielen tierisch Spaß bereitete.

"Das werden wir also sehen? Ich will aber nicht sehen.", behauptete Wesley und drückte mich gegen die Wand hinter mir.

Meine Lippen streiften seinen Hals. Ich wollte, dass er mich jetzt endlich verdammt nochmal küsste.
Was nein?!
Beachten wir mal nicht, was ich gerade gedacht hatte! Sein Grinsen war breit, bevor er mich am Hals packte und mir den blöden Rauch direkt ins Gesicht hauchte. Ich musste husten, denn ich war keine Raucherin oder so. Ohne groß darüber nachzudenken, nahm ich Wesley die Kippe aus der Hand und zog selbst daran. Etwas verwundert schien er darüber schon zu sein.

"Ich weiß jetzt, wieso du das machen willst.", flüsterte ich ihm zu und grinste.

Das Gefühl ihm gleichzeitig überlegen und unterlegen zu sein, gefiel mir.

"Ach ja?", fragte Wes etwas überrascht, dass ich es schon so früh rausgefunden hatte.

"Miss Garcia, wissen Sie nicht, dass rauchen hier strengstens verboten ist?", hörte ich Mrs. Clarsson sagen, die hinter Wes stand, der sich nun von mir entfernte.

"Was haben Sie gesagt?", fragte ich und zog provozierend nochmal an der Zigarette.

Sarah (Mrs. Clarsson) war eine schreckliche Frau. Leider war sie mit meiner Mum befreundet. Sie hatte ihr immer gesagt, dass sie meinen Bruder und mich besser
erziehen hätte sollen, weil wir so schreckliche Kinder wären.

Pah!

"Tabak weg und mit in mein Büro!", zischte sie gereizt.

Wow!

"Okay!", gab ich schulterzuckend von mir. Dann ließ ich die Zigarette in meiner Hand fallen und trat sie mit meinen Stiefeln aus.

"Der Stummel kommt in den Müll.", kommandierte sie mich weiter herum.

"Wenn Sie das doch so gut wissen, können Sie das doch auch selbst machen. Der Umweltschutz lässt grüßen.", sagte ich frech und lachte sie falsch an.

"Ihr beide habt ja genau den richtigen Umgang hier. Wesley Scott!", gab sie mit wenig Begeisterung von sich.

Das war wahrscheinlich an meinen Bruder und mich gerichtet.

"Ja. Das ist mein Freund, Sarah!", meinte ich und merkte danach erst, dass wir schon längst beim Du waren. Jakob stöhnte und schien echt genervt zu sein:

"Jetzt komm halt, Belle!"

Vorher musste ich schon noch etwas erledigen.

"Ich verabschiede mich nur noch kurz von meinem Freund.", erklärte ich und schlang meine Arme um Wesley.

Ich hasse diese blöde Sarah. Musste sie jetzt etwa so tun, als wäre sie meine Mum? Mein Leben ging sie so rein gar nichts an. Sie sollte sich da einfach raushalten

"Ich will, dass du mir deine scheiß Zunge soweit in den Hals steckst, dass diese Hexe denkt du würdest mich auffressen.", flüsterte ich in sein Ohr und er grinste mich belustigt an.

"Ich dachte schon du bittest mich nie.", erwiderte Wesley, bevor er dann seine Hand an meinen Nacken legte und mich leidenschaftlich küsste.

Er konnte das schon echt gut.

Genug Übung hatte er wahrscheinlich auch schon gehabt, wenn man beachtete, wie viel Spaß er schon mit anderen hatte. Wirklich etwas fühlen tat ich dabei nicht, aber ich sorgte dafür, dass es so aussah. Anstatt meine Augen einfach zu schließen, schaute ich Sarah an und küsste Wes immer verlangender und inniger. Irgendwann biss er auf meine Lippen und schob kurze Zeit später langsam seine Zunge in meinen Mund.

Ich war gut. Verdammt gut!

Das wollte ich genau das. Jeder konnte sehen, was für eine verfickte Schlampe ich doch war. Wesleys Zunge fand meine und spielte mit ihr fangen.

One day you'll understand whyGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt