Freitag:
Gestern hatte ich noch ziemlich Ärger bekommen, aber Interesse daran hatte ich nicht wirklich. Die Aufgabe des heutigen Tages war extrem scharf auszusehen.
Ich hatte heute morgen extra meinen kurzen Schulrock aus der letzten Ecke heraus gekramt und bereits gestern meine schwarzen Haare schulterlang abgeschnitten, sowie es Wes gerne wollte. Nie hätte ich gedacht, dass ich mal auf Wes hören würde, aber es waren eben die Regeln. Eine andere Wahl hatte ich nicht.
So maschierte ich nun mit irgendwelchen Higheels, die ich vom letzten Prom ergattert hatte, durch die Eingangshalle. Eigentlich fühlte ich mich wohler, als ich es erwartet hatte.
Sophie 2.0 eben!
Schon klar dass mich jeder anschaute, als wäre ich ein Marsmensch.
Ich hatte mein Aussehen eben etwas verändert und ein wenig vorgeglüht. Ich wusste schon, dass man frühs kein Alkohol trank, aber der Tag heute war mein Hasstag und da konnte man die Flasche schon leeren, auch wenn wir erst acht Uhr morgens hatten und ich auf Wolke 7 schwebte. Shit happens!
"Ich muss schon zugeben, dass mir beinahe die Augen rausgefallen wären.", hörte ich Wesleys Stimme hinter mir sagen.
Sein Atem streifte meine Haut, was sofort Gänsehaut bei mir erzeugte. Helpp!
"Du ähm sollst mich nicht immer so erschrecken.", stotterte ich, während Wesleys Hände meine Taille hinabwanderten.
Hinunter zu meinem Arsch und unter meinen Rock. Ich hob etwas geschockt meine Augenbrauen. Er stand immer noch hinter mir.
"Wolltest du deshalb also, dass ich einen Rock trage? ", informierte ich mich etwas schnippisch.
Ich stank so stark nach Parfum, dass er es eigentlich merken musste.
"Und wenn es so wäre?", lachte er und fuhr mit dem Finger meinen Slip nach.
"Du bist so unmöglich.", grinste ich und legte meinen Kopf zurück auf seine Schulter.
"Sollten wir aufhören?", schlug Wes vor, aber hörte allerdings nicht auf.
"Nein! ich habe wirklich Spaß.", meinte ich vergnügt, als er nun mit den Fingern nach vorne fuhr.
"Ich weiß. Auch wenn du es niemals zugeben würdest, turnt es dich an. Hab ich nicht Recht?", sagte Wesely mit ziemlich viel Selbstüberzeugung.
Meiner Meinung nach etwas zu viel.
"Das hängt ganz davon ab, was du jetzt tust.", antwortete ich gemein und Sekunden später berührte seine Hand die Stelle zwischen meinen Beinen.
Mir war glasklar, was ich da gerade tat und ich wusste schon vorher, dass er das machen würde und er wusste, dass ich es wusste. Kompliziert!
Leise, sodass nur er es hören konnte, stöhnte ich und legte meine Hand an seinen Nacken.
"Du willst mich doch nur flachlegen. Ich kenne dich!", flüsterte ich und biss mir auf die Lippe.
"Hast du etwa getrunken? Um sechs Uhr morgens? Spinnst du?", stöhnte Wes erschrocken und ich nickte zu stark.
Abgesehen davon dass Wesley Scott immer noch seine Hand in meinem Slip stecken hatte, ging es mir bestens. Das Problem war nur, dass ich jetzt mit ihm schlafen wollte. Hä? Was war hier los bitte?
"Ich habe ehrlich keine Ahnung, aber.."
Weiter kam ich nicht, weil Wesley mich zu sich umdrehte und seine Hand wieder zurückzog. Dann drückte er mir einen Kuss auf die Stirn und rückte meinen Rock zurecht.
"Scott?", quengelte ich und stützte meine Hände an seinem Oberkörper ab, wodurch ich seine Muskeln abtastete.
"Wir können doch einfach Regel 10 auslassen. Was meinst du?", wollte ich von ihm wissen und er grinste.
"Hast du denn vor sie zu brechen?"
Sein Lächeln war so furchtbar arrogant.
"Psst! das ist ein Geheimnis.", erklärte ich ihm schmunzelnd.
"Ich dachte du könntest mich nicht leiden.", sagte er verwirrt.
Ich schwieg und sah ihn einfach nur an.
"Du solltest nachhause ins Bett.", meinte er plötzlich wie aus dem Nichts.
"Ich könnte auch in dein Bett. Mein Dad arbeitet heute zuhause. Du kannst mich nicht heimfahren.", behauptete ich und lächelte dabei, dass er nicht wusste, was er jetzt mit mir anstellen sollte.
"Wir machen einen kleinen Ausflug, Babe.", bestimmte er stöhnend und zog mich mit sich aus dem Schulgebäude.
"Wohin soll es gehen?", fragte ich und musste kichern.
"Wirst du schon noch sehen! Die Lehrer werden froh sein, wenn wir nicht da sind.", lieferte er mir ein Argument und ich stimmte ihm zu, als er mir die Autotür seines Wagens aufhielt, damit ich einsteigen konnte.
Stimmt! Wesley hatte ja ein Auto.
"Wir suchen dir was zum Hinlegen. In diesem Zustand solltest du nicht in der Schule sein.", meinte er bestimmerisch, als Wes den Motor anspringen ließ.
„Das musst du ja am besten wissen.", prustete ich und lehnte mich am Sitz zurück.
Während der Fahrt hatten wir so gut wie nichts geredet, aber jetzt, wo wir an diesem wunderschönen Ort waren, fiel mir die Kinnlade fast herunter. Es war ein riesiger Badesee, vermutlich ein Privatgrundstück. Wir hielten an einer großen Hütte, die von außen schon richtig schön war.
"Gehört meinem Dad.", erklärte Wesley mir und schloss die Tür des Hüttchens auf, das direkt am See lag.
Es führte sogar ein Steg hin. Die Kulisse war einfach traumhaft. Von außen sah diese Hütte gar nicht so groß aus, aber im Inneren bemerkte ich erst, wie rießig sie war. Extra nobel und teuer eingerichtet, überall hingen Bilder herum.
"Ich weiß. Hier drinnen sieht es furchtbar aus.", murmelte Wes etwas angepisst, als er meinen Blick bemerkte.
"Nein, nein. Es ist so wunderschön hier.", schwärmte ich, obwohl ich solche Orte eigentlich nicht mochte.
Das war allerdings etwas anderes. Mir kam es schon etwas komisch vor, dass ich diesen Ort nicht kannte, denn eigentlich kannte ich mich so ziemlich überall aus.
"Willst du baden gehen?", schlug Wes vor und zog die Vorhänge zurück, sodass das strahlend, schöne Sonnenlicht hineinschien.
Ich nickte und sah mich etwas verwirrt um, weil ich nicht wusste, was ich jetzt tun sollte. Gab er mir etwas zum Anziehen oder sollte ich einfach mit Kleidung oder Unterwäsche in den See? Sollte ich mich vor ihm ausziehen? Wesley schien meine Verwirrung zu bemerken.
"Du ähm. Ich habe hier keine Mädchensachen für dich. Willst du irgendwas von mir haben?", bat er mir freundlich an.
"Das wäre ganz nett, ja.", bedankte ich mich und folgte ihm nach oben in sein Schlafzimmer.
"Ich habe nicht viel im Angebot, tut mir leid.", meinte Wes etwas angespannt, wie ich es sonst gar nicht von ihm kannte.
"Ist was?", wollte ich wissen und kam näher zu ihm.
"Ja, meine Mum hat alle meine Sachen mitgenommen.", zischte er wütend und stieß mit der Hand gegen den Schrank.
"Nimm einfach mein Tshirt!", schlug er vor und zog es aus, um es mir zu geben. Ich schwöre, dass ich mein bestes gab ihn nicht anzusehen.
"Du musst nicht auf den Boden starren.", meinte Wes grinsend, als er merkte, dass ich gerade mit mir selbst kämpfte.
"Ich will aber.", zickte ich, aber wehrte mich nicht, als Wes mein Kinn hochdrückte.
"Schämst du dich?", fragte er belustigt und ich biss mir auf die Lippen.
Nein, ich schämte mich nicht. Mein einziges Ziel war es nicht nachzugeben.
"Du spielst gerne mit mir. Stimmts?", erriet ich und sah ihm tief in die Augen.
"Natürlich! Du bist mein allerliebstes Lieblingsspielzeug. Wusstest du das etwa noch nicht?"
Wahrscheinlich war ich einfach nur dumm und naiv. Ich hätte nichtmal hierher kommen dürfen.
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One day you'll understand why
RomanceWes trug mich zurück zum Steg und bekam dadurch die Aufmerksamkeit von den meisten. "Fick dich!", schrie ich und schlug ihm auf den Rücken. Keine Chance! "Temperamentvoll ist die Kleine ja schon.", hörte ich eine mir unbekannte Stimme sagen. "Babe...
