help, i lied

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Ich versuchte ihn irgendwie festzuhalten, aber zum Glück kamen Deric und Ja mir dann zur Hilfe, die ihm unter die Arme griffen und ihn so nach drinnen verfrachteten. Seufzend setzte ich mich wieder auf meinen Platz und starrte auf mein Brötchen, das ich nicht mehr anrühren wollte, da mir irgendwie der Appetit vergangen war.
"Alles gut?", wollte Nessa wissen, da ich wahrscheinlich so komisch schaute.
"Jaja, alles bestens.", gab ich als Antwort und fuhr mir durch das Gesicht.
"Wir gehen dann auch mal rein. Keine Lust auf Losergeschwätze.", meinten Nathalie und Sophie und verpissten sich einfach, wo auch immer hin.
"Was ist denn jetzt wirklich mit Wes los?", wollte Nessa dann wissen, weil sie anscheinend nicht dem glaubte, was ich vorhin gesagt hatte.
"Ehrlich. Ich weiß es nicht. Bestimmt hat er einfach nur einen ziemlichen schlimmen Kater.", gab ich ahnungslos von mir und zuckte mit den Schultern.
"Hast du etwa mit ihm...?", fragte nun Feli plötzlich wie aus dem Nichts.
"Nein, verdammt nochmal. Wieso denkt das jeder immer sofort? Ich will das jetzt noch nicht beziehungsweise mein Bruder möchte es nicht.", quengelte ich und verdrehte die Augen.
"Er beschützt dich manchmal echt etwas zu sehr.", bemerkte auch Vanessa. Ich nickte.
"Du, läuft da eigentlich was zwischen dir und meinem Bruder?"
Das wollte ich sie die ganze Zeit schonmal fragen.
"Wäre das ein Problem?", wollte Vanessa wissen und knirschte dabei mit den Zähnen.
"Nein, nein! Ich habe nichts gegen dich.", beruhigte ich sie.
"Ich weiß nicht, ob er mich mag.", meinte Nessa und verzog das Gesicht etwas.
"Also ich denke schon.", sagte ich klar meine Meinung.
"Er könnte jede haben.", quengelte sie. Oh, ja das kannte ich nur zu gut.
"Diese Diskussion führe ich jeden Tag mit Wes. Mittlerweile bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob er mich wirklich will, nachdem was mit Sophie passiert ist.", seufzte ich und sah meine Hände an.
"Ich habe doch gesehen, dass er mit der Situation total überfordert war. Er wollte das nicht.", schaltete sich Feli nun ein.
Ich schaute auf den Boden.
"Schon alleine wie er dich ansieht sagt doch alles.", grinste Nes. Konnte man das wirklich erkennen?
"Ich weiß ja echt nicht.", gab ich mit einem Schulterzucken von mir, als Deric sich wieder zu uns setzte.
"Wes hängt vor der Schüssel. Wenn ihr mich fragt, gehts dem echt scheiße.", klärte er uns auf und zog etwas angeekelt das Gesicht.
"Ich gehe mal rein.", bestimmte ich und stand langsam auf, damit mein Unterleib nicht so wehtat.
Es musste schon komisch aussehen, wie ich dann reinlief.
"Hast du nen Stock im Arsch, Garcia?", rief Deric mir hinterher.
"Das nennt sich Unterleibschmerzen vor der Menstruation, Deric.", stöhnte ich, als ich schon fast drinnen war.
Im Lügen war ich schon wirklich echt gut, fand ich.
"Ja?", rief ich drinnen nach meinem Bruder Jakob, weil ich nicht genau wusste, wo sie sich befanden.
"Wir sind oben.", hörte ich die Stimme meines Bruders.
Langsam trottete ich die Treppenstufen hoch und versuchte irgendwie zuzuordnen, woher die Stimme gekommen war. Wie sich dann herausstellte, waren sie bereits in Wes Schlafzimmer.
"Wie geht es ihm?", wollte ich wissen, als ich meinen Bruder entdeckte.
"Frag ihn am besten selbst!", schlug Jakob vor und nickte zum Bett, indem Wes lag.
"Ich lass euch dann mal alleine.", beschloß er zu meiner großen Verwunderung und tätschelte noch meine Schulter, bevor Ja nach draußen verschwand. Leise schloss ich die Tür und krappelte zu Wesley ins Bett. Er drehte sie langsam zu mir um.
"Belle!", murmelte er extrem leise und öffnete wieder minimal seine Augen.
"Hey!", lächelte ich und zog ihn näher zu mir. Er grinste müde, schlang seine Arme um mich und schmiegte sich dann an mich.
"Wie geht es dir?", fragte ich besorgt.
"Mir ist schlecht.", erklärte er mir flüsternd und schloss die Augen erneut.
"Das wird wieder.", versprach ich ihm und struppelte durch seine zerstruppelten Haare, die gerade irgendwie total sexy aussahen.
"Geh jetzt runter und iss bitte was!", befahl er mir immer noch total leise.
"Aber ich sollte besser auf dich aufpassen.", wandte ich ein, aber Wes drehte sich einfach von mir weg.
Das hieß dann wohl, dass ich ihn jetzt in Ruhe lassen sollte, weil er schlafen wollte. Vermutlich sollte ich das einfach akzeptieren, weshalb ich dann aus dem Bett stieg und wieder nach unten ging. So ein kleines Brötchen war jetzt schon noch drinnen!
"Wie gehts ihm denn jetzt?", fragte Feli interessiert, als ich mich wieder zu den anderen gesellt hatte.
"Hält sich in Grenzen.", seufzte ich und schnappte mir wieder ein.
"William hat bestimmt wieder irgendwelche Drogen in die Getränke eingeworfen.", behauptete Deric und schien damit den Grund gefunden zu haben.
"Also ich weiß, dass das für manche von euch schwer vorstellbar ist, aber ich kann auch Wesleys Freundin sein, ohne dass wir Sex haben. Das geht sogar mit einem Fuckboy.", erklärte ich nochmal um die Sache für ein und alle mal abzuharken.
Auch wenn ich hier gerade allen ziemlich hart ins Gesicht log, war es besser, als das jede zwei Minuten abstreiten zu müssen.
"Ist angekommen.", meinte mein Bruder.
Ich nickte und widmete mich jetzt ganz meinem Essen. Hoffentlich würde dieser Tag bald rumgehen. Ich hatte jetzt schon wirklich genug davon.

One day you'll understand whyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt