Es war still im Auto. Es wollte auch niemand etwas sagen. Kai hatte ich beim Rausgehen nur einen bösen Blick gewürdigt und Cassy war sofort aufgestanden, sodass wir uns nun hier in meinem Wagen befanden. Annabelle saß hinten, Cassy vorne. Über Cassandras Anwesenheit war Belle sowieso überhaupt nicht erfreut, aber sie zeigte das bis jetzt nicht wirklich. Die beiden kannten sich ja auch nicht. Zum Glück!
"Du hast also direkt eine Neue!", brach Belle irgendwann das Schweigen.
Cassy würde zurückschießen. Das wusste ich. Sie fühlte sich jetzt nämlich sicherer als vorhin.
"Ich kann's ihm besser besorgen, Annabelle Garcia.", konterte sie, weil Belle sie als „Neue" bezeichnet hatte.
Wenn schon war sie ja eigentlich die Alte!
"Du bist doch die Verkäuferin aus dem Laden an der Northside, richtig?", fragte Annabelle sie.
So viel zum Thema zum Glück kennen sie sich nicht!
"Richtig!", bestätigte Cas ihr.
Hoffentlich ging diese verfickte Autofahrt schneller rum, sonst würde Cassy ihr noch erzählen, dass wir gefickt hatten und das wäre nicht gerade vorteilhaft für eine Versöhnung mit Belle. Ich wollte ihr das beibringen, aber sicher nicht in diesem Moment.
"Woher kennst du mich eigentlich?", fragte Belle sie, da Cassy sogar ihren ganzen Namen gewusst hatte.
Mir fiel jetzt erst ein, dass sie überhaupt keine Ahnung hatte, wie dieses ihr fremde Mädchen, das auf dem Beifahrersitz saß, hieß.
"Sophie erzählt öfters von dir."
"Du bist mit dieser Nutte auch noch befreundet. Oh mein Gott!"
Annabelle war empört. Als ob das jetzt schon so eine große Überraschung war!
Cassandra, Sophie und Veronica waren früher die allerbesten Freunde gewesen. Unzertrennlich! Auch wenn Sophie ein Jahr jünger war, hatte das nichts geändert, bis ich dann kam!
"Na, und? Ist das jetzt so ein großes Problem?", beschwerte sich Cas über Belles Unfreundlichkeit.
Sie hätte es tatsächlich auch netter sagen können, aber schließlich war sie ja immer noch betrunken und da war ihr bekanntlich alles total egal.
"Sophie fickt mit jedem.", behauptete sie dann, wobei ich ihr Recht geben musste.
Mit fast jedem!
"Dein Ex doch auch! Außerdem hat das wenig damit zu tun, wie sie sich als Freundin verhält.", verteidigte Cassy überzeugt Sophie.
Wow! Da war ich ja mal schön ins Kreuzfeuer geraten. Also stimmen tat es schon ein wenig. Sophie und ich hatten allerdings unterschiedliche Gründe, wieso wir das machten. Sie tat es um Leute zu ärgern. Ich tat es, weil es die beste Ablenkung war. Das war meiner Meinung nach schon ein großer Unterschied. Mir gefiel es nämlich überhaupt nicht, dass man mich mit ihr verglich.
"Könnt ihr jetzt bitte mal aufhören!", schritt ich dann doch ein, wobei mir auffiel, dass ich noch gar nichts gesagt hatte seit wir eingestiegen waren.
"Fühlt sich da etwa jemand angegriffen?", fragte Cassy von der Seite.
Ab und zu sollte sie tatsächlich besser den Mund halten. Es war dann mehr entspannter.
"Ich möchte einfach, dass ihr beide mal den Mund haltet.", schlug ich beiden vor und atmete laut aus.
Puh, das war echt anstrengend!
"Ich dachte du magst es, wenn wir ihn für dich aufmachen.", verspottete Belle mich.
Diese—
Ich freute mich, dass wir gerade in Annabelles Straße ankamen und ich bald diese Diskussionen los war.
"Komm schon, Scott! Hat es dir die Sprache verschlagen?", forderte sie mich auf etwas zu sagen, weil ich einfach nur schwieg.
Darauf Lust jetzt weiter herumzustreiten, hatte ich gar nicht.
Ich hielt an.
"Wir sind da!", informierte ich alle, auch wenn man das sehr gut sehen konnte.
"Bye!", kam es von Cas.
In der Dunkelheit sah ich Jakob zum Auto laufen. Was wollte der denn bitte? Das würde bestimmt echt nicht gut enden. Mir war etwas unwohl. Sowie es aussah, war er wieder vollkommen nüchtern.
"Fuck! Mein Bruder!", hörte ich Belle von hinten sagen.
Ich ließ die Scheibe auf meiner Seite herunter.
Annabelle stieg hinten aus.
"Wes!", begrüßte Ja mich durch die Tür und wir schlugen uns kurz ab.
"Wo habt ihr euch rumgetrieben?", fragte er dann und begrüßte Cassandra mit einem Nicken.
"Frag sie besser selbst!", schlug ich vor, weil das letzte, was ich jetzt sein wollte, eine Petze war.
Jakob wusste zwar nicht, was damals mit Kai, den anderen Wichsern und Ronnie passiert war, aber er wusste, dass er gefährlich war.
"Hab mich mit Kai beschäftigt.", behauptete sie lässig.
Ihr Bruder, der gerade noch am Auto gelehnt hatte, spannte sich an.
"Was hast du bei dem zu suchen?"
Er klang streng, was ich verstand. Bei manchen Typen musste man echt aufpassen. Ob ich mich jetzt selbst dazu zählte? Könnte schon sein! Aber ich würde nie jemanden ohne Erlaubnis anfassen. So war ich nicht! Das konnte ich einfach nicht tun.
"Du hast mich alleine gelassen und er hat mich gefragt, ob ich noch auf eine andere Party mitmöchte.", sagte Belle locker zu ihrem Bruder.
Wenn sie nur wüsste, was er mit ihr machen hätte können; wozu dieser Bastard im Stande war.
"Und du?"
Jakob wandte sich an mich. Ich wich seinem Blick aus und schwieg.
"Fuck! Du hast Cassandra geknallt. Du mieses Schwein!", beschimpfte er mich.
Okay, das hatte ich wirklich verdient.
"Er trägt doch keine Schuld, Ja! Wir sind nicht einmal mehr zusammen. Ich bin froh, dass er sich einen Dreck um mich schert. Außerdem wurde ich ja nicht vom großen bösen Kai am Arsch angefasst. Oh mein Gott! Dramaqueen und Beschützer Jakob Garcia wurde aktiviert.", verteidigte sie tatsächlich mich.
Keine Ahnung, womit ich das verdient hatte! Also dass sie mir egal war, stimmte überhaupt nicht und eigentlich dachte ich auch, dass sie das wüsste. Allerdings unterschätzte sie Kai viel zu sehr, was ich ihr nicht übel nahm, denn dafür wusste sie einfach zu wenig.
"Wir gehen rein. Na los! Brauchst dich hier erstmal nichtmehr blicken lassen, Scott!", warnte ihr Bruder mich zum Abschied.
Annabelle sagte gar nichts mehr.
"Ich halte mich schon von ihr fern. Keine Sorge!", schwor ich und meinte es tatsächlich so.
Ich tat jedem einen Gefallen damit, denn ohne mich würde es ihr besser gehen und ich gönnte ihr es. Sie hatte alles Glück der Welt verdient. Jemand besseren! Und...ich würde damit klarkommen.
"Fahren wir."
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One day you'll understand why
RomansaWes trug mich zurück zum Steg und bekam dadurch die Aufmerksamkeit von den meisten. "Fick dich!", schrie ich und schlug ihm auf den Rücken. Keine Chance! "Temperamentvoll ist die Kleine ja schon.", hörte ich eine mir unbekannte Stimme sagen. "Babe...
