P.O.V. Annabelle
Drei Tage nach Wesleys Verschwinden:
Er war weg. Einfach weg! Für immer? Ich sollte nicht so albern klingen. Sicher hatte er sich einfach nur total weggesoffen und knallte gerade diese Cassy. Was sollte dieser Schlüssel in meinem Briefkasten heißen? Er gehörte zu einer Wohnung.
Fünf Tage nach Wesleys Verschwinden:
Heute hatte ich ihn sehr vermisst. Seine ganze Familie wusste auch nicht, wo er sich herumtrieb. Ich redete mir seit Tagen ein, dass alles gut war. Wieso hatte ich dann trotzdem so ein schlechtes Gefühl. Ans Telefon ging Wes nicht. Typisch! Was sollte das?
Acht Tage nach Wesleys Verschwinden:
Ein alter Freund hatte mich heute besucht. Wir hatten uns gut unterhalten, viel gelacht und ein wenig viel Wein getrunken. Es war eine tolle Ablenkung. Der Schlüssel passte zu einer großen Wohnung in der Nähe von Sophies Haus. Sie gehörte Wesley. Seine ganzen Sachen befanden sich dadrinnen! Wieso hatte er mir davon nie erzählt, dass er eine eigene Wohnung besaß? Ich wurde den Gedanken nichtmehr los, dass er irgendwo mit Cassy abgehauen war.
Neun Tage nach Wesleys Verschwinden:
Der Schmerz wurde nicht weniger. Ich vermisste Wes so sehr. Mein Bruder, Nessa, Josh und ich waren heute Sushi essen. Es war toll, auch wenn ich keine Sushi mag. Josh war übrigens der alte Bekannte. Er war vor kurzem hierher gezogen, um zum College zu gehen. Wir kannten uns irgendwie von früher. Joshua hatte guten Humor und er munterte mich echt auf.
Elf Tage nach Wesleys Verschwinden:
Tatsächlich hatte ich mich heute etwas mehr in Wes Wohnung umgesehen. Mein Bruder feierte auf einmal viel zu viel. Ich war es zwar gewohnt, dass er ab und zu mal die Sau rausließ. Mittlerweile häufte sich das leider etwas zu sehr. Natürlich machte ich mir Sorgen, um ihn und fragte mich, ob etwas passiert war. Nessa wusste allerdings auch nicht, was er hatte. Josh und ich gingen regelmäßig laufen, was mich irgendwie immer aufmunterte, weil ich mich bei ihm ziemlich wohl fühlte.
Zwölf Tage nach Wesleys Verschwinden:
Schon zum 78.mal hatte ich jetzt angerufen. Wo war er nur die ganze Zeit?
Dreizehn Tage nach Wesleys Verschwinden:
Heute hatte die Uhr dreizehn geschlagen. Natürlich hatte mein Bruder es rausgefunden, dass ich mit Wesley geschlafen hatte. Begeistert war er ja nicht wirklich. Das war auch sein Problem in den letzten Tagen gewesen. Ich war nämlich jetzt öfters in Wes Wohnung, um mal zur Ruhe zu kommen, denn dort war keine Menschenseele. Jakob hatte mich dort aufgefunden, mich total angeschrien und wild mit Dingen herumgeworfen. Ich hatte nichtmal die Chance mich irgendwie zu verteidigen. Jetzt musste ich das alleine ausbaden, obwohl Wes ja wohl genauso beteiligt gewesen war. Ich hatte danach nicht einmal daran gedacht ihn anzurufen. Stattdessen hatte ich Josh heulend am Telefon gebeten, ob er vorbeikommen konnte.
Vierzehn Tage nach Wesleys Verschwinden:
Ein paar Sachen hatte ich zuhause zusammengepackt, als Ja aus dem Haus war und nun würde ich in die leere Wohnung ziehen. Die Hoffnung, dass Wes zurückkommen würde, wurde immer und immer weniger. Es war einfach besser so. Ich redete viel mit Josh auch über ihn und wir verbrachten viel Zeit miteinander. Zwei Wochen schon!
Sechzehn Tage nach Wesleys Verschwinden:
Für eine gute Idee hielt ich es heute mal wieder meine Mum zu besuchen. Mir fiel ein, dass ich echt schon lange nichtmehr dort war wieso auch immer. Wesleys Wohnung war toll, auch wenn ich mir das Kochen gerade noch selbst beibringen wollte, denn jeden Abend Pizza zu bestellen, war jetzt nicht das Gesündeste. Ein paar einfache Rezepte aus dem Internet suchte ich immer heraus und manchmal half Josh mir ja auch, wenn ich irgendetwas nicht hinbekam.
Siebzehn Tage nach Wesleys Verschwinden:
Ich wurde von meinem Bruder in der Schule nur weiter böse angestarrt. Das half mir sehr weiter. Was ging ihn das überhaupt an? Ich verstand, dass ihm das nicht gefiel. Wes war ja sein Kumpel, aber trotzdem sah ich darin kein Grund so durchzudrehen.
Neunzehn Tage nach Wesleys Verschwinden:
In den letzten Tagen hing ich nur noch mit Josh rum. Wir gingen ins Kino oder was essen. Er war toll. Ohne dass ich etwas von ihm wollte, wusste ich, dass eine Beziehung mit ihm nie so seien würde wie mit Wesley. Ich vertraute ihm und er vertraute mir. Das fühlte sich gut an so jemanden zu haben.
Zwanzig Tage nach Wesleys Verschwinden:
Fast drei Wochen! Mir ging es eindeutig besser. Ich hatte das Gefühl endlich einmal nicht an ihn denken zu müssen. Es war so schön, fühlte sich frei an. Natürlich sah ich ihn manchmal, zumindest dachte ich das. Wahnvorstellungen unso! Er war ja nicht tot, sondern hatte sich einfach aus dem Staub gemacht. Wahrscheinlich sollte ich ihm dafür danken, denn irgendwie hatte mir das die Augen geöffnet und ich wusste jetzt, was ich wirklich wollte. Diese Zeit hatte ich echt gebraucht. Viel nachdenken und für die Schule lernen! Im Moment schrieb ich wirklich gar nicht so schlechte Noten.
Einundzwanzig Tage nach Wesleys Verschwinden:
Tatsächlich könnte ich mal hier ein wenig aufräumen, denn Jakobs Durcheinander, das er hier hinterlassen hatte, war immer noch da. Heute war kein guter Tag. Ich musste mich an die dreimal übergeben und das nicht, weil ich schwanger oder so war. Es ging mir verdammt schlecht und ich lag den ganzen Tag nur im Bett und starrte an die Decke.
Zweiundzwanzig Tage nach Wesleys Verschwinden:
Ich spürte schon, dass es mir heute viel besser ging. Produktiv war ich dann auch noch gewesen. Einkaufen, kochen! Es gab so viele Sachen, die es zutun gab.
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One day you'll understand why
RomanceWes trug mich zurück zum Steg und bekam dadurch die Aufmerksamkeit von den meisten. "Fick dich!", schrie ich und schlug ihm auf den Rücken. Keine Chance! "Temperamentvoll ist die Kleine ja schon.", hörte ich eine mir unbekannte Stimme sagen. "Babe...
