"Lass die Finger bloß von ihr!", schrie ich fast, versuchte mich aber nicht unnötig provozieren zu lassen.
Dann hatte er genau, dass was er wollte. Annabelle wäre stinksauer auf mich, obwohl sie das sowieso schon war.
"Da hast du doch am wenigsten mitzureden. Fremdgehen und dann abhauen.", lachte Josh mich spöttisch aus.
Ich sah zu Belle, die starrte auf den Boden. Sie war müde und wollte mich ganz sicher jetzt nicht ansehen, weil sie Josh offensichtlich alles erzählt hatte, womit er mich gerade versuchte fertig zu machen.
"Annabelle, wieso kannst du nicht deinen Mund halten? Wir waren zu dem Zeitpunkt nicht einmal mehr zusammen.", sprach ich jetzt eher sie an.
"Du bist abgehauen. Denkst du ich warte zu Hause wie ein braver Hund, bis du wieder kommst? Ich hab auch ein Leben und das muss auch weiter gehen, ob mit oder ohne dich.", sagte sie mir kalt ins Gesicht.
Das tat weh. Das Gefühl zu haben keine Rolle mehr in ihrem Leben zu spielen.
"Weitergehen? Indem du dich von einem Idioten flachlegen lässt?", fragte ich komplett von der Rolle.
Das war für mich überhaupt nichts von Weitergehen.
"Es war dir doch auch egal, als du die größte Nutte California West gebumst hast, richtig?", schrie sie und fing dabei fast an zu heulen.
"Hör auf immer mit Cassy anzufangen! Sie ist nur eine alte Freundin. Wir waren in der gleichen Freundesgruppe. Das ist was komplett anderes. Ich liebe dich und das weißt du. Wir waren außerdem zum hundertsten Mal zu dem Zeitpunkt getrennt, falls du dich erinnerst.", gab ich zurück in einem viel lauteren Ton, sodass sie vor Angst noch näher zu Josh rückte, was mich um so mehr ärgerte.
"Wesley, hau ab verdammt!", fuhr dieser mich dann an, als er auch noch schützend die Arme um ihre Taille schlang.
Es war vermutlich wirklich besser, wenn ich gehen würde.
"Fass sie nicht an!", zischte ich ihn an und deutete mit dem Finger drohend auf ihn, weil ich es nicht ertragen konnte es mit anzusehen.
Dann holte ich rasch meine Sachen, blieb vor der Wohnungstür nochmal kurz stehen, wo die zwei immer noch standen und sich nicht bewegt hatten.
"Danke für den netten Fick!, ich fischte aus meinem Geldbeutel einen 100 Dollar Schein und klatschte ihn unsanft auf das kleine Tischchen, das dort stand, Kauf dir die Pille und den Rest kannst du behalten! Vielleicht reicht es ja für einen Kinobesuch mit deinem neuen Loverboy.", lachte ich ironisch und verzog ekelerregend das Gesicht, bis es Josh reichte, er vor Belle trat und mir eine reinhaute, zweimal oder vielleicht auch dreimal.
Wie es sich anfühlte, machte er es genauso wie ich regelmäßig. Da hatte ja Annabelle einen guten geangelt. Darauf hatte ich echt lange gewartet, wenn ich verletzt war, brauchte ich immer wen der mir die Fresse polierte, damit ich mich noch mieser fühlen konnte. Gott sei Dank hatte da Josh den Job übernommen. Langsam glitt ich an der Wand hinunter und fing einfach an zu lachen.
Mein Kopf pochte.
Meine Adern pulsierten.
Der Kick war zu schnell weg gegangen. Ich raffte mich auf. Josh hielt sich die blutverschmierte Hände. Annabelle wusste nicht, was sie machen sollte. An der Wand lief Blut herunter. Wahrscheinlich hatte ich eine Gehirnerschütterung.
"Hoffe wenigstens das war es dir wert.", wandte ich mich an sie und taumelte, als ich mich nach meiner Tasche bückte.
"Wir hätten besser zusammengepasst. Achja, ich hab was vergessen!", fiel mir ein und holte noch schnell einen verknitterten Zettel aus meiner Hosentasche.
"Ich wollte eigentlich mit dir hingehen.", meinte ich schulterzuckend, drückte ihr den Zettel in die Hand und verließ die Wohnung.
Es war die Einladung zum Abschlussball dieses Jahr. Eigentlich wollte ich da nicht hingehen, aber wenn sie dabei wäre, hätte ich es ertragen können. Er war aber sowieso schon in drei Tagen, deswegen war es dafür jetzt schon zu spät. Frustriert tapste ich die Wendeltreppe runter, während ich mir das Blut vom Mund wischte. Respekt! Josh konnte wirklich hervorragend schlagen.
"Wes, späte Stunde heute!", erschreckte mich eine Stimme von hinten.
Es war Levi. Gezwungenermaßen lächelte ich und drehte mich um. Er war mein Nachbar, also einer der Typen, die hier auch wohnten und so alt wie ich.
"Lange nicht gesehen,", begrüßte ich ihn mit einem Handschlag.
"Was ist bei dir los da oben, bro? Hast du ne Freundin oder mit wem fickst du da so laut?", informierte er sich.
Eigentlich müsste er mitbekommen haben, dass Belle da oben wohnte und ich lange nicht mehr da geschlafen hatte. Mir war das kein bisschen peinlich, dass man es gehört hatte.
"Du weißt doch, wie ich bin.", winkte ich ab, weil ich normalerweise keine Beziehungen führte.
"Kommst du mit zu Hunter?", wechselte er das Thema.
Wollte ich? Eigentlich nicht! Aber wenn ich daran dachte, dass es dort jede Menge Ablenkung gab, würde ich das Angebot natürlich annehmen.
"Na, klar!", stimmte ich also zu.
"Ich fahre.", meinte er und klimperte mit den Autoschlüsseln in seiner Hand.
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One day you'll understand why
RomanceWes trug mich zurück zum Steg und bekam dadurch die Aufmerksamkeit von den meisten. "Fick dich!", schrie ich und schlug ihm auf den Rücken. Keine Chance! "Temperamentvoll ist die Kleine ja schon.", hörte ich eine mir unbekannte Stimme sagen. "Babe...
