"Was hast du denn gemacht?", fragte ich und zog die Decke immer weiter höher.
"Gesoffen und auf dich gewartet.", meinte er und ich merkte jetzt erst, dass er ziemlich brutal nach Alkohol roch.
"Wieviel hast du bitte drinnen?", fragte ich und roch an seinem Mund.
"Ich weiß nicht.", gab er von sich.
Wirklich merken konnte man das bei Wes nicht, denn er redet nicht komisch, sondern benahm sich auch wie sonst.
"Sieht so aus, als hätte dein Bruder seine große Liebe nun gefunden hat.", stellte er fest und ich blickte zu diesem und Nessa, die gerade übertrieben stark rummachten.
"Ist das normal, dass mich das anekelt?", fragte ich und wollte den Ekel irgendwie aus mir rausschütteln.
"Weiß nicht. Vielleicht hängst du etwas zu sehr an ihm.", vermutete Wesley und grinste.
"Mein Fuß hängt gleich zwischen deinen Beinen.", zischte ich genervt und legte meinen Kopf auf seine Schulter.
"Mh, ich würde dich jetzt echt gerne küssen, aber ich darf ja nicht.", schmollte er, weshalb ich lachen musste.
"Genau, du darfst nicht.", stimmte ich zu und schloss die Augen.
"Nur einen!", flehte er mich an und ich nickte schließlich, bevor er mich an sich drückte und küsste. Wie gesagt wir hatten gesagt nur ganz kurz. Wirklich funktionieren tat das nicht. Es endete eher in einem wilden Rumgeknutsche, wo wir beide nicht die Hände voneiander lassen. Zwischendurch verabschiedeten sich manche, da sie jetzt nach hause mussten, aber wirklich mitbekommen tat ich das nicht.
"Hatte ich nicht gesagt nur einmal ganz kurz?", erinnerte ich Wes, als ich bemerkte, dass Vanessa und mein Bruder uns nun aufmerksam beobachteten.
"Ich will jetzt aber nicht aufhören.", meinte Wesley beleidigt und beobachtete mich.
"Und ich auch nicht.", lächelte ich und schmiss mich längs auf die Coach. Wes zog ich mit mir, der sich links und rechts von mir abstützte und mich wieder küsste.
"Du hast aber gemerkt, wer uns beobachtet?", murmelte ich, als Wes unter seinen Pulli griff, den ich ja trug.
"Jep, sie machen das ja nicht gerade unauffällig.", grinste er und deckte uns mit zwei Decken zu, sodass niemand mehr sehen konnte, was er jetzt vorhatte.
"Wir kriegen Ärger.", machte ich ihm klar, weil mir bewusst wurde, was er vorhatte.
"Ich ficke dich hier schon nicht vor allen Leuten.", beruhigte er mich und strich eine Haarsträhne aus meinem Gesicht.
"Das hoffe ich wirklich.", meinte ich und beobachete ihn, wie er mit einem Finger über meinen Bauch hinauf zu meinen Brüsten strich.
Es kitzelte ziemlich, weshalb ich dann auch seine Hand da wegnahm und mir selbst einfach in den Mund steckte.
"Schmeckts?", fragte er, als sich seine Finger ablutschte. Ich nickte lächelnd und zog seinen Kopf wieder näher zu mir.
"Ich habe Hunger.", quengelte ich, als ich seine Finger wieder aus dem Mund nahm.
"Wir holen dir gleich was zu essen. Ich muss aber erst noch was klären.", erklärte er mir und wich von mir zurück.
"Wer geht nach hause und wer bleibt hier über Nacht?", fragte Wes in die Runde.
"Wir bleiben hier, wenn das geht.", meinten Deric und Feli."Ich muss nach hause.", stellte James fest und sah auf die Uhr.
"Wir bleiben da.", meinte mein Bruder wahrscheinlich für sich selbst, Nessa und mich.
"Wir auch.", lächelte Sophie, die gerade mit Nathalie von der Toilette gekommen war.
"Okay, dann sucht euch bitte einfach ein Schlafzimmer aus. Genug auswahl gibt es ja. Meinetwegen kann auch jemand draußen schlafen.", erklärte Wes.
"Wir schlafen draußen.", bestimmte Feli sofort glücklich, als James sich verabschiedete. Der Rest stand auf und ging hinter Wes ins Haus hinein. Der gab mir ein Zeichen, dass ich mich ruhig an dem Kühlschrank bedienen dürfte. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Während die anderen sich um die Zimmer stritten, aß ich Joghurt mit Müsli. Natürlich ging ich davon aus, dass mein Bruder sich ein Zimmer mit Vanessa teilte und ich deshalb mit Wes meine Ruhe hatte. War einfach viel besser so! Der kam aber nochmal zu mir herunter, bevor er schlafen ging.
"An?", sagte er meinen Namen.
Immer wenn er das sagte, wollte er ernsthaft mit mir reden.
"Ja?", fragte ich und lächelte ihn an.
"Hast du etwas dagegen, wenn ich mit Nessa in einem Bett schlafe? Ich meine ich kann natürlich auch bei dir schlafen, wenn du das unbedingt möchtest.", versuchte er irgendwie um das Thema herumzureden.
"Du kannst natürlich bei ihr schlafen. Ja, ich bin kein Kind mehr. Ich kann auf mich selbst aufpassen. Die Coach freut sich schon auf mich. Siehst du nicht, wie sich mich anlacht?", schmatzte ich und zeigte mit dem Löffel ins Wohnzimmer.
"Du hast einen wirklich komischen Humor. Kommst du mit Wes klar?", wollte er sicherstellen.
"Natürlich. Wir verstehen uns super, weißt du?", grinste ich.
"Hoffentlich nicht zu gut. Sonst muss ich noch einen Krankenwagen rufen.", meinte er und seufzte.
"Ehrlich. Ich schlafe auf der Coach und er in seinem Schlafzimmer. Alles supi.", versicherte ich Ja, den ich dann tatsächlich loswurde.
"Verhütet bitte!", schrie ich ihm noch hinterher und bekam als Antwort nur ein empörtes Schnauben so nach dem Motto "Ich bin doch nicht so".
Mit dem Joghurtbecher in der Hand ging ich auf die Suche, um Wes zu finden, der gerade Sophie und Nathalie ihr zimmer zeigte.
"Ihr könnt dann hier schlafen.", machte er ihnen klar, aber Sophie schaute nichtmal hinein, sondern spazierte schnurrstraks zu den anderen räumen und öffnete jede einzelnen Tür. Die letzte Tür war allerdings abgeschlossen, weswegen Sophie auch nicht reinkam.
"Was ist da drinnen, Wes?", fragte sie mit ihrer piepsig hohen Stimme.
"Das geht dich nichts an. Geh jetzt einfach in dein Zimmer bitte!", ordnete er ihr an und schien etwas genervt zu sein.
"Das ist bestimmt so ein Geheimzimmer, wo man coole Sachen machen kann.", rätselte sie.
"So ungefähr.", meinte Wes und grinste.
Wieso wusste ich nicht. Das geheime Rätselzimmer also. Ich fand es hoch interessant. Zum Glück tat Sophie dann tatsächlich, was Wes ihr gesagt hatte und ging mit Nathalie in ihr Zimmer. Wesley sah mich schmunzelnd an.
"Was ist?", fragte ich ahnungslos.
"Lass mich das mal wegmachen!", meinte er und wischte mit dem Finger den Joghurt von meinen Mundwinkel.
Dann hielt er mir den Finger hin, sodass ich den Joghurt sozusagen selbst ablutschen konnte, was ich dann auch tat."Ich möchte wissen, was in dem geheimen Zimmer dahinten ist.", bettelte ich ihn, weil ich wollte, dass er mir ihn zeigte.
"Lass uns das auf nachher verschieben, wenn alle schlafen!", schlug er lachend vor.
Ja, ich war verdammt nochmal neugierig.
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One day you'll understand why
RomansaWes trug mich zurück zum Steg und bekam dadurch die Aufmerksamkeit von den meisten. "Fick dich!", schrie ich und schlug ihm auf den Rücken. Keine Chance! "Temperamentvoll ist die Kleine ja schon.", hörte ich eine mir unbekannte Stimme sagen. "Babe...
