Ich lag mit meinen Kopfhörern in meinem Bett und starrte an die Decke. An etwas bestimmtes denken tat ich nicht.
Auf jeden Fall hörte ich nicht, wie die Tür aufging und jemand hereinkam. Mein Bruder schüttelte mich und ich nahm wiederwillig die Kopfhörer heraus.
"Ein paar Freunde von mir sind da. Es könnte etwas lauter werden.", berichtete er mir nur kurz.
Ich nickte und sah ihm nur dabei zu, wie er wieder verschwand.
Ich dachte mit etwas lauter, meinte er nicht, dass ich dachte neben mir würde gleich eine Bombe explodieren .
Der Fernseher lief auf kompletter Lautstärke, wo gerade ziemlich viele Menschen gleichzeitig schrien.
Irgendwann reichte es mir, weil ich schon Kopfschmerzen trotz der Kopfhörer hatte und ich lief zu Jakobs Zimmer, das direkt neben meinem lag. Fuchsteufelswild öffnete ich die Tür.
"Hallo?", rief ich nach den vier Köpfen, die ich von hinten nicht wirklich zu ordnen konnte.
Die Köpfe drehten sich um. Ich erkannte sie alle. Jakob, Deric, Wesley und Kevin. Mein Bruder schaltete die Lautstärke herunter.
"Gibt es ein Problem?", informierte sich Wes.
"Ja, du bist mein Problem, verdammt! Ich habe Kopfweh von dem Lärm.", regte ich mich auf.
"Bist du dir sicher oder kommt es doch eher von dem Kater?", ärgerte er mich weiter.
"Halt deine Fresse!", zischte ich jetzt wirklich angefressen.
"Das ist das wichtigste Footballspiel dieses Jahres. Das kann man nicht leise schauen.", erklärte Deric mir.
"Wisst ihr was? Mich interessiert das einen Scheiß. Ich möchte das nicht so laut haben.", wehrte ich ab und verschränkte die Arme vor der Brust.
"Soll ich oder willst du?", fragte mein Bruder Wesley.
"Passt schon. Ich mache das.", grinste dieser nun vergnügt und sprang von der Coach.
"Schlag sie aber bitte nicht!", bat Ja ihn.
Ich begriff erst ein paar Sekunden später, dass Wes jetzt wohl dafür sorgen würde, dass ich die anderen in Ruhe lassen sollte.
Grob packte er meinen Arm und schliff mich hinter sich her hinunter ins Wohnzimmer.
"Was wird das, wenn es fertig ist?", wollte ich wissen und setzte mich aufs Sofa.
"Wir schauen jetzt hier unten einen Film, damit du die anderen in Ruhe lässt.", klärte er mir und ich hob eine Augenbraue, als er sich neben mir niederließ.
Wesley warf mir die Fernbedienung zu, damit ich mir ein Film aussuchen konnte. Wahrscheinlich stand er eher so auf dieses Aktion- und Psychothriller und nicht auf Liebesfilme. Deshalb beschloß ich ein kitschiges Liebes-Drama anzumachen, um ihn so richtig zu ärgern.
Es war ein Film, den ich schon kannte. Schließlich wollte ich sichergehen, dass auch ein paar Sexszenen dabei waren. Zu meiner Verwunderung gab Wesley kein Mucks von sich und motzte mich nicht an.
Vielleicht war er doch ein heimlicher Romantiker hahah.
"Kein Wunder, dass die nur verarscht wird, so wie die aussieht.", hörte ich nach circa fünf Minuten den ersten Kommentar von Wes.
Ich verdrehte die Augen und legte mich quer auf das Sofa, sodass meine Beine auf seinem Schoss lagen. Eigentlich war ich weniger an dem Film interessiert. Mein Ziel war es eher Wes so sehr auf die Nerven zu gehen, wie es nur ging.
"Ich hol Chips!", meinte ich und stand auf.
Wenige Minuten später legte ich mich wieder hin und öffnete mit lauten Geräuschen die Verpackung. Das schien ihn direkt zu reizen. Wenn man Wes ärgern wollte, musste man einfach nur die ganze Zeit Geräusche machen.
Ich stopfte mir ein paar Chips in den Mund und schmatzte mit offenem Mund. Dabei lachte ich.
"Willst du auch was?", bat ich ihm mit vollem Mund an.
"Nein!", zischte er schon jetzt ziemlich genervt.
"Dann bleibt eben mehr für mich übrig.", lachte ich glücklich und befüllte meinen Mund erneut mit der nächsten Ladung.
Wieder schmatzte ich wie ein Schwein.
"Kannst du jetzt mal aufhören?", fuhr Wes mich diesmal an.
"Was? Ich mache doch gar nichts.", nuschelte ich, wobei mir ein Chip aus dem Mund fiel.
"Du bist unerträglich.", seufzte er, nahm mir die Packung weg, während ich laut protestierte.
"Komm! Gib das wieder her!", forderte ich von ihm, aber er tat nicht, dass was ich wollte.
"Was bekomme ich dafür?", wollte er wissen und lachte gemein.
"Einen Blowjob?", schlug ich scherzeshalber vor und sprang auf, wobei ich versuchte mir meine Chips wieder zu ergattern.
"Das würdest du auch kostenlos machen.", lachte er und beobachtete meine Reaktion. Ich schnaubte und setzte mich neben ihn etwas zu nahe.
"Du solltest nicht so viel träumen, Scott!", neckte ich ihn und legte meinen Kopf auf seine Schulter.
"Und du solltest nicht so viel lügen.", verteidigte er sich.
Die drei Jungen kamen die Treppe herunter gelaufen.
"Die Giants (irgendein erfundenes Footballteam, weil ich keine Ahnung von sowas hab) haben gewonnen.", erzählte Kevin Wes, dem das nicht so gefiel.
"Seid ihr jetzt das neue Traumpaar?", informierte sich mein Bruder lächelnd bei uns.
Eigentlich wollte ich von Wes wegrutschen, aber er schlang seinen Arm um mich und drückte mich an sich:
"Problem damit?"
Ich zuckte etwas zusammen, aber wehrte mich nicht.
"Nein, aber meine Schwester ist ein beziehungsunfähiger Mensch. Sie erträgt es nicht zu lieben oder geliebt zu werden.", behauptete Ja.
"Halts Maul!", zischte ich gereizt und ärgerte mich, dass mein eigener Zwillingsbruder so von mir dachte.
"Komm schon, Belle! Wir wissen doch beide, dass ich Recht habe. Sebastian hast du schon nach einer Woche abblitzen lassen und Ben rennt dir bis heute noch hinterher. Kannst einem ja schon leid tun.", klärte Jakob nun jeden über meine vergangen Beziehungen, die irgendwie keine richtigen gewesen waren, auf.
Er hatte Recht. Ben war eine tierische Nervensäge, der mir immer im Flur auflauerte. Er war zwar die letzten zwei Tage krank, aber ich war mir irgendwie ziemlich sicher, dass er morgen wieder da sein würde. Wir hatten uns einmal geküsst und mehr war da nie gewesen. Sebastian war der Austauschschüler, den ich seit diesem einen verdammten Blowjob komplett ignorierte, weil mir alles so peinlich war. Allerdings war er schon seit zwei Jahren nicht mehr in Amerika, was mich sehr sehr freute. Schon alleine wenn ich an die beiden denken musste, stieg mir die Kotze im Hals hoch.
"Wenigstens steig ich nicht mit jeder Nutte ins Bett, ihr kleinen Pisser!", sagte ich in einem gemeinen Tonfall und funkelte alle böse an.
Mit den kleinen Pissern meinte ich Wes und meinen Bruder. Ja linste auf die Uhr:
"Ey Jungs, wir müssen los!"
Die anderen sprangen sofort auf. Footballtraining!
„Ja, hau ruhig ab so wie immer! Jakob Harry Garcia!", rief ich ihm noch hinterher und bekam als Antwort seinen Mittelfinger zu Gesicht.
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One day you'll understand why
Roman d'amourWes trug mich zurück zum Steg und bekam dadurch die Aufmerksamkeit von den meisten. "Fick dich!", schrie ich und schlug ihm auf den Rücken. Keine Chance! "Temperamentvoll ist die Kleine ja schon.", hörte ich eine mir unbekannte Stimme sagen. "Babe...
