"Das brauchst du nicht zu wissen. Das ist was familiäres.", blockte Wesley sofort ab.
Seine Worte waren schroff und schwirrten in meinem Kopf herum.
"Weißt du, ich strenge mich gerade sehr an mit dir zu reden, damit du dich gegenüber mir öffnest. Bei den meisten versuche ich es nichtmal, aber dir scheint das total egal zu sein. Hauptsache das kleine naive Mädchen weiß es nicht.", schrie ich ihn wütend an, wobei sich eine Träne den Weg meine Wange herunter bahnte.
"Dann komm, Annabelle! Erzähl mir doch mal etwas von deinem Vater oder deiner Mutter! Oder erklär mir mal wieso dich der beste Freund deines Bruders vögelt huh? Wie denkst du wird das ausgehen? Er wird es erfahren. Ich kann dir nicht vertrauen, okay?! Ich kann niemandem vertrauen. Nimm das nicht persönlich! Du bist nicht Schuld daran, was passiert ist, also musst du es auch nicht wissen!", wehrte er sich wieder.
Ich würde nicht aufgeben. Nein!
"Und wieso behandelst du mich dann so, als wäre ich das Problem? Und es ist mir mittlerweile sogar egal, ob mein Bruder es erfahren wird, weißt du das? Ich setze aber wenigstens nicht meine Familie und meine Freundin auf den gleichen Teller. Ich bin nicht wie deine Familie. Ach komm! Wir wissen doch beide, dass es im Endeffekt mehr ist als nur ein wenig Herumvögeln ist, sonst würden wir hier nicht sitzen und diskutieren. Ich stehe voll auf den arroganten Typen, der gerade vor mir sitzt und übrigens immer noch Kuchen im Gesicht hängen hat. Ich wollte es nur mal gesagt haben, weil du es offensichtlich ja nicht merkst.", sagte ich einfach klar meine Gedanken und was ich gerade fühlte.
Wes putzte seinen Mund mit dem Handrücken ab.
"Was redest du da für einen Mist?", fragte Wesley jetzt total aus dem Konzept.
"Ich denke du hast es verstanden.", behauptete ich.
"Das kannst du aber nicht sagen. Ich werde nicht geliebt und ich liebe niemanden. Das sind Sachen, die mir beigebracht wurden. Ich wurde so erzogen. Du kannst tun, was du willst, aber ich vertraue dir niemals.", behauptete Wesley etwas angespannter.
"Das stimmt nicht. Dein Dad liebt dich und deine Schwester tut es auch und Jakob und ich auch. Außerdem vertraust du mir alleine deswegen, weil ich immer noch hier bin und du mich nicht zu einem Auto geschleppt hast und wir beide haben ein Geheimnis. Du vertraust mir, dass ich es niemandem erzähle. Du wirst geliebt, Wes. Bilde dir nicht ein, dass es nicht stimmt!", laberte ich weiter drauf los ohne zu wissen, ob es überhaupt Sinn ergab.
"Du kannst nicht Sachen annehmen, die nicht stimmen. Was ist, wenn wir uns trennen oder so und du alles, was ich dir jemals gesagt habe, herumerzählst? Ich bin kein offener Mensch. Ich bin kompliziert, anstrengend und aggressiv. Das ist mein richtiges Ich. Was die meisten nur sehen, ist gespielt.", meinte er.
"Nein, vielleicht bist du ja kompliziert, aber das gibt dir trotzdem nicht das Recht andere schlecht zu behandeln, nur weil du in deiner Vergangenheit Scheiße behandelt wurdest. Das ist egoistisch, denn es geht nicht immer nur um dich.", sagte ich mit viel Kraft in der Stimme.
"Aber ich habe auch meine Ehre und meinen Stolz. Bei gewissen Dingen muss ich eben etwas tun.", verteidigte er sich.
"Indem du sie verprügelst oder beschimpfst und sie klein machst?! Das ist nicht die Lösung sondern das macht es nur noch schwerer.", erklärte ich ihm.
"Ich wollte dir nicht wehtun. Ich habe die Kontrolle über mich verloren. So solltest du mich nie erleben. Ich werde unberechnbar."
Was er sagte, war nur ein Flüstern, aber ich konnte es trotzdem noch gut verstehen.
"Aber du bist noch immer sauer richtig?", fragte er mich und sah dabei irgendwie so traurig aus.
Ich nickte.
"Du hast mich vor deiner Familie wie Dreck behandelt und dargestellt, nur weil ich versucht habe dich zu verstehen. Wenn du mich nicht an dich ranlässt, wird das, was auch immer es gerade wirklich ist, nicht funktionieren. Ist dir das überhaupt bewusst?", wollte ich wissen und hob skeptisch eine meiner Augenbraue.
"Ich weiß und ich habe dich nicht verdient. Kannst du mir bitte einen Gefallen tun?", bat Wesley mich.
"Und der wäre?", wollte ich wissen.
"Bitte zieh das Shirt aus!", sprach er seinen Gefallen aus.
"Ernsthaft?!", lachte ich fassungslos und zugleich sarkastisch. Mir war zwar nicht engangen, dass er die ganze Zeit darauf gestarrt hatte, aber das hätte ich jetzt eher nicht erwartet. Er verstand einfach gar nichts. Wie konnte man nur so kaputt sein?
"Ja, ernsthaft! Mir gefällt es nicht, dass du seines trägst. Er hat keinen Anspruch auf dich.", stellte er klar.
Also bestimmte Wesley das alleine?
"Ich kann das auch eigentlich sehr gut alleine entscheiden, Wes!", machte ich ihm klar.
"Aber nicht bei ihm. Er ist ein schrecklicher Mensch und ich will das nicht.", behauptete er geizig.
"Es geht aber nicht immer darum, was du willst.", schnaubte ich.
"Bitte darf ich es dir einfach ausziehen!", flehte er mich an, als wäre ihm das jetzt so wichtig.
"Okay!", erlaubte ich es ihm tatsächlich zu seiner großen Verwunderung.
Langsam kam Wes zu mir gekrochen und nahm den Stoff des Shirts in seine Hände, wobei seine Hände die Haut an meinem Oberschenkel berührten und ich kurz zuckte. Dann ging alles sehr schnell. Wes zog es mir einfach über den Kopf und ging dann sofort wieder auf Abstand.
"Möchtest du was von mir haben?", bat er mir an, nachdem Wesley Davids Tshirt achtlos auf den Boden geworfen hatte.
"Ich bleib so! Etwas Sonne tut meinem Körper gut.", beschloss ich.
"Man kann alles durchsehen.", erinnerte er mich.
Und jetzt? Würde ich sterben?
"Du hast auch nichts an.", erinnerte ich ihn daran, dass er nur ein Handtuch um seine Hüfte trug.
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One day you'll understand why
RomanceWes trug mich zurück zum Steg und bekam dadurch die Aufmerksamkeit von den meisten. "Fick dich!", schrie ich und schlug ihm auf den Rücken. Keine Chance! "Temperamentvoll ist die Kleine ja schon.", hörte ich eine mir unbekannte Stimme sagen. "Babe...
