das geht nicht gut

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Abschlussball:

"Ich gehe nichtmehr mit. Soll ich dich mitnehmen? Du siehst schon echt dicht aus.", fragte Josh und packte mich an der Hüfte.
"Nein, nein! Ich will da noch mit gehen.", lehnte ich dankend ab und winkte ihm vor dem Gesicht herum.
"Ehrlich?", fragte er nach und legte den Kopf ein wenig schräg.
Es würde sicher nicht schaden noch ein paar mehr richtige Drinks zu bekommen.
"Ja, wir sehen uns morgen!", verabschiedete ich mich, als Josh mich noch in eine schnelle Umarmung zog.
"Ist Josh etwa dein Neuer? War Wes dir etwa zu langweilig?", fragte Nathalie, die plötzlich neben mir aufgetaucht war.
Ich funkelte sie böse an, sowie man es halt besoffen tat.
Aus Frustration packte ich Joshua am Hals und küsste ihn. Natürlich war Joshua total überrumpelt, aber ich war eben nicht mehr ganz bei mir. Allerdings erwiderte er dann einfach den Kuss und spielte mit. Das war nicht die beste Idee, aber es war mir egal. Er hatte nunmal Gefühle für mich. Irgendwann ließ ich ihn wieder los, klopfte ihm auf die Brust, drehte mich um und lief einfach davon.
Wie nett! Ich brauchte mehr Alkohol, weshalb ich der Menge folgte, die sich von der Halle in Richtung Club bewegte. Es war echt voll, als wir dort alle ankamen. Ich stolperte eigentlich nur hinter den anderen her. Wirklich jemand kennen tat ich nicht, aber was nicht ist, konnte ja noch werden.
Einen Typ, den ich dann als Deric identifizierte, bestellte Shots und teilte dann aus.

P.O.V. Wesley

„War nicht Koks mal sowas für dich?", fragte Zane und stupste mich grob an.
Ich war im Halbschlaf.
"Als ich sechzehn war, ja!", gähnte ich und nippte an meinem noch halb vollen Becher Bier. Müde starrte ich ins Leere.
"Lass ihn! Der hat anders krasses Liebeskummer.", meinte Tyler und zog an seinem Joint.
"Kümmer dich um deinen eigenen Kram und lass mich in Frieden!", grummelte ich.
Wieso ich hier war, wusste ich selbst nicht mehr. Nachdem Jakob bei mir aufgetaucht war, war überhaupt nichts mehr okay.
Mein Kopf pochte.
Vermutlich hätte ich mich wirklich mal von einem Arzt durchchecken lassen sollen. Diese sinnlosen Pflaster brachten eh nichts, weil die Verletzungen innerlich waren.
Mein Handy klingelte.
"Hat wer ne Kippe?", fragte ich und bekam zwei Sekunden später Feuerzeug und Zigarette in die Hand gedrückt.
Ich zündete sie rasch an.
"Jetzt geh schon dran!", forderte mich Paul auf, der wohl von dem Geklingel genervt war. Stöhnend kramte ich es aus meiner Hosentasche und ging ohne auf das Display zu sehen ran.
"Hey Baby!", sprach mich eine lallende Stimme an.
Ich hustete viel zu laut. Sowas hatte ich eher nicht erwartet.
"Ich habe dich vermisst.", kicherte Annabelle.
Man hörte irgendein Hintergrundgeräusch.
"Wo bist du?", fragte ich und fühlte mich in dem Moment so hell wach wie noch nie.
"Da wo du nicht bist.", lachte sie weiter.
Ich drehte meinen noch nichtmal halb gerauchte Kippe auf dem Tisch aus.
"Ich hab keine Unterwäsche an, Wes.", fügte sie noch hinzu.
Sie hatte wohl zu viel After Truth geschaut.
"Wieviel hast du getrunken?", versuchte ich das Gespräch aufrecht zu halten, nicht dass sie einfach auflegen würde.
"Shots, ganz viele Shots und...huch!", brach sie ab, weil sie wahrscheinlich hingefallen war.
"Hey, bist du noch da?", fragte ich hektisch, weil ich nichts tun konnte.
"Jaja, ich hab auf dich gewartet. Ich wollte dich eifersüchtig machen mit Josh, aber du bist, bist gar nicht gekommen.", sagte sie traurig.
"Wohin nicht gekommen?", versuchte ich es aus ihr herauszuquetschen.
"Da ist Kai, vielleicht fickt er mich..."
Das war das letzte, was ich hörte und dann war die Leitung tot.
Fuuuck!
Aufgewühlt schmiss ich mein Handy auf den Tisch und fuhr mir durch die zerzausten Haare. Welchen Wochentag hatten wir überhaupt? Wo sollte ich hinkommen? Samstag! Ja, es war Samstag.
"Was ist denn bitte in den gefahren?", fragte Tyler, als ich da so hin und her lief.
Immer und immer wieder! Ich musste mich anstrengen, nachdenken.
Abschlussball! Es fiel mir wieder ein. Ich hatte sie eingeladen, aber da sie sich nicht gemeldet hatte, war ich davon ausgegangen, dass sie nicht hinwollte und ohne sie wäre ich nicht hingegangen.

P.O.V. Annabelle

Scheiße, scheiße, scheiße! Ich hatte mein Handy fallen gelassen und das Display war jetzt nun mehr als kaputt. Bücken ging im Moment eher auch schlecht, weil ich unter meinem Payettenkleid nichts anhatte.
"Och man!", fluchte ich, als eine Hand nach meinem Handy griff. Erschrocken schaute ich nach oben.
"Hey!", begrüßten mich Kais dunkle Augen.
Bad Boy Alarm! Er konnte mir manchmal fast so sehr Angst machen wie Wesley.
"Ha-hallo, Kai!", grinste ich und hob zur Begrüßung meine rechte Hand.
"Da hatte wohl jemand ein paar Shots zu viel, wa?", lächelte er und reichte mir mein Handy, wobei sich unsere Hände berührten.
Holy shit!
"Wir spielen. Machst du mit?", fragte er und hielt meine Hand fest.
"Du könntest auch was mit mir trinken.", schlug ich stattdessen vor und sah an seinem Anzug herunter und blieb zwischen seinen Beinen hängen.
Er beobachtete meinen Blick und lachte dann, als er merkte, worauf ich hinaus wollte. Ja, ich wollte in dem Moment Wes so wehtun, wie er mir wehgetan hatte.
"Na gut!", antwortete er schadenfroh und zog mich hinter sich her.
Das würde nicht gut enden. Wir setzten uns an einen Tisch und er bestellte uns irgendwas zu trinken.
"Du siehst gut aus!", machte er mir ein Kompliment.
Ich wusste nicht auf was er sich genau beschränkte, deshalb sagte ich nichts.
"Doch, wirklich das Kleid steht dir echt gut.", korrigierte Kai sich.
Ich grinste gezwungen.
"Danke!", antwortete ich knapp und betrachtete mein kaputtes Handy.
"Ich glaub da kann man nicht mehr viel machen.", meinte Kai, als er meinen Blick bemerkte.
"Mist! Ich hab kein Geld für ein neues.", fluchte ich leise.
"Also wenn du wen anrufen willst, kann ich dir gern meins geben.", bat er mir gentlemanlike an.
"Nein, alles gut.", meinte ich und wollte eigentlich ihm sanft auf den Oberschenkel langen, aber traf dabei sein Teil.
Ich konnte nichtmal mehr richtig zielen. War ich dumm?
"Ent, schuldig-ung!", stotterte ich vor mich hin und versuchte dabei nicht rot zu werden.
"Passiert mir auch ständig!", witzelte er und strich mir über die Wange.
Ich stand auf, setzte mich einfach auf seinen Schoß und küsste ihn stürmisch auf den Mund.
So schnell ging das! Und so einfach!

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