"Wir können los.", meinte Wes und gab mir ein Zeichen, dass ich mit ihm kommen sollte.
Ich sah etwas zögernd zu meinem Bruder hinüber.
"Geh ruhig! Ich komme dann mit Vanessa.", erklärte Ja, der sich gerade eigentlich mit Michael unterhielt.
"Okay, bis nachher!", verabschiedete ich mich von ihm und folgte Wes nach draußen.
"Was war das vorhin?", fragte er, als wir zu seinem Auto maschierten und er seine Sporttasche hinten einlud.
"Stört es dich, wenn ich Chips in eurer Kabine esse? Soll ich den Dreck noch schnell aufkehren?", machte ich mich über ihn lustig und packte meine ebenfalls hinein.
"Das meine ich nicht.", sagte er kopfschüttelnd, als wir beide einstiegen.
"Achja? Du hast mich nämlich ziemlich komisch angesehen.", grinste ich und lehnte mich am Sitz zurück, als er los fuhr.
"Sie nennen dich das Mädchen, das aus der Reihe tanzt oder das Flittchen, das während einer Tanzaufführung anfängt zu strippen. Stört dich das nicht?", fragte er und bremste abrupt, sodass ich ich mit dem Kopf nach vorne haute und mein Nacken schmerzte.
"Ich habs ja verstanden, dass dir das nicht gefällt.", zischte ich vor Schmerz und rieb meinen Nacken.
"Mach das nicht nochmal!", ermahnte er mich und ich musste lachen:
"Seit wann bestimmst du bitte, was ich tun und lassen sollte?"
Vielleicht sollte ich etwas aufpassen, wie ich mich ausdrückte, denn man konnte nie wissen, wie Wes reagieren würde.
"Ich bin dein Freund und ich verbiete dir wirklich überhaupt nichts. Aber lass das bitte sein!", bat er mich nun etwas freundlicher.
"Fake-Freund.", verbesserte ich ihn und starrte aus dem Fenster.
"Wie auch immer. Ich will einfach nicht, dass irgendetwas herauskommt. Vorallem darf dein Bruder nicht erfahren, was wir gemacht haben. Hörst du?", behauptete er und erwartete wahrscheinlich eine Antwort.
"Jaha.", gab ich genervt von mir, ohne den Blick aus dem Fenster abzuwenden.
"Kannst du mich bitte heute Abend mal nicht hassen? Ich will einfach nur mit meinen Freunden und meiner schlechtgelaunten Freundin in einem See baden und den Sieg feiern, den ich ergattert habe.", seufzte er und bog links zum See ab.
"Ich bin nicht schlechtgelaunt.", motzte ich und verschränkte die Arme vor der Brust.
"Du sollest dich mal selbst anhören.", prustete Wes und warf mir einen Seitenblick zu.
"Ich kann auch wieder gehen. Richtig eingeladen wurde ich sowieso nicht.", meinte ich wütend und warf ihm keinen einzigen Blick zu.
"Du bist schon wieder so angefressen.", bemerkte er und hielt an, weil wir jetzt da waren.
"Ich erinnere dich nochmal daran, dass du derjenige warst, der mir gerade Schmerzen zugefügt hat, weil dir mein Verhalten nicht gepasst hat.", konterte ich und öffnete die Autotür um auszusteigen.
"Du kannst dich auch gerne wieder in deinem Zimmer verkriechen.", schlug er vor und beendete die Diskussion damit, weil ich keine Lust mehr hatte.
Anscheinend war schon jemand da, denn ein Auto parkte in der Einfahrt.
"Sind das etwa deine Eltern?", fragte ich erschrocken und betrachtete den Wagen.
Bevor Wes mir antworten konnte, rannte eine völlig zu gekleisterte Sophie auf mich zu und umarmte mich, als wären wir Best friends forever.
"Hallo.", war das einzige, was ich sagte.
"Wir dachten wir kommen schon etwas früher und helfen euch ein bisschen.", meinte sie stolz, als sie mich endlich wieder losließ.
Hinter ihr kam Tyler aus meinem Englischkurs zum Vorschein. Er klatschte Wes ab und nickte mir freundlich zu. Jeder, der normal dachte, wusste, dass es ein Versuch von Sophie war mir ihn wegzuschnappen.
"Ich muss mal reingehen. Mir ist schlecht von dem starken Parfumgeruch.", flüsterte ich Wes leise zu, der mir zustimmte.
"So dann gehen wir wohl mal alle rein.", schlug er vor und öffnete die Tür.
Sophie rannte sofort wie ein aufgescheuchtes Huhn hinein und sah sich überall um, als wäre es das aufregendste der Welt. Ich verdrehte nur die Augen. Um ehrlich zu sein hatte ich keine Ahnung, was Wes an der bitte schön fand.
"Wir haben ein paar Sachen eingekauft, mit denen wir bestimmt etwas anfangen können.", meinte Sophie und schaute durch ein Fenster auf den See.
Das konnte ja echt was werden.
Ja, ich hatte überhaupt keine Geduld. Die ersten Leute trafen ein und ich würde bald wahrscheinlich ausflippen, wenn ich noch einmal Sophies Stimme hörte. Sie war gerade mit Wes am Grill und half ihm da bei irgendwas. Ich hatte den Tisch gedeckt und mit Tyler die ganzen Sachen ausgepackt, der mittlerweile Probleme mit Sophie bekam. Wir könnten bestimmt Freunde werden.
"Dein Freund tut mir wirklich leid.", meinte er vorhin, als Sophie schon wieder an Wesley klebte.
Ich saß auf einem der vielen Gartenstühle und sonnte mich ein wenig. Wir hatten schon sieben Uhr, also war die Sonne nicht mehr so stark. Allerdings war es trotzdem brutal heiß.
"Da bin ich, Schwesterherz.", hörte ich eine Stimme hinter mir sagen.
"Brüderlein.", lächelte ich und nahm meine Sonnenbrille ab.
"Was hältst du davon, wenn ich mich mal um Sophie kümmere?", schlug er vor und ich nickte ihm dankbar zu.
Es kamen immer mehr und mehr Leute. Gefühlt jeder hatte etwas zum Baden dabei, bis auf mich selbstverständlich. Wir waren auch direkt hierhergefahren und alle andere waren nochmal nach hause gefahren.
Natürlich kam jemand auf die Idee, dass wir jetzt alle schwimmen gehen, bevor es dafür dann irgendwann doch zu kühl war. Die meisten sprangen schon freiwillig herein und spritzten sich gegenseitig nass.
Am Ende waren nicht mehr viele übrig, die noch trocken waren. James und mein Bruder hatten Wesley schon mehr als komplett unter Wasser gedrückt und auch Sophie wurde von irgendjemand hineingeschubst.
Ich saß weiter uninteressiert auf meinem Liegestuhl und blätterte in irgendeiner Zeitschrift herum, die ich im Wohnzimmer gesehen hatte. Mein Bruder rief mich mehrmals, dass ich jetzt endlich kommen sollte, aber ich tat so als würde ich ihn nicht hören.
Am Ende war ich tatsächlich die einzige, die sich noch kein einziges Mal bewegt hatte oder im Wasser gelandet war. Das gefiel vorallem einer bestimmten Person gar nicht.
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One day you'll understand why
RomansaWes trug mich zurück zum Steg und bekam dadurch die Aufmerksamkeit von den meisten. "Fick dich!", schrie ich und schlug ihm auf den Rücken. Keine Chance! "Temperamentvoll ist die Kleine ja schon.", hörte ich eine mir unbekannte Stimme sagen. "Babe...
