Wesley P.O.V.:
Fast zwanzig Minuten war ich draußen geblieben, bis ich nichtmehr so aussah, als hätte ich mir gerade die Hosen voll geheult wie ein Baby.
"Entschuldige wegen der Unterbrechung!", brabbelte ich auf mich los, als ich wieder bei Ronnie ankam.
Ich war sowohl wütend als auch verletzt.
Wieso tat Belle mir das an?
"War sie das?', wollte sie von mir wissen und nickte nur stumm auf ihre Frage.
"Sie dachte jetzt aber doch nicht, dass wir, also...", stotterte sie vor sich hin und zeigte hektisch zwischen ihr und mir hin und her.
"Doch, genau das dachte sie und es fuckt mich ab.", versuchte ich nicht so laut zu werden, aber konnte mich trotzdem nicht davon abhalten mit Schwung auf den Tisch zu schlagen."Wenn ich irgendwie helfen kann, dann sag mir bitte Bescheid!", bat Veronica mich, aber ich schüttelte nur den Kopf.
"Es ist immer besser sich da raus zu halten. Boa, ich glaube ich brauche, etwas Stärkeres zu trinken.", stellte ich fest und atmete dabei laut aus.
Wenn das immer so weiterging, war es vielleicht doch besser es einfach mit ihr zu lassen, jetzt wo ich ja auch noch der Vergewaltiger geworden war.
"Du bist immer noch Alkoholiker?", fragte sie mich und starrte mich ziemlich fassungslos dabei an.
Redete sie mit mir?
"Ich war nie einer.", bestreitete ich meine Sucht, die eben nicht vorhanden war.
"Das sagen auch nur Alkoholabhängige.", behauptete sie, sodass ich ihr jetzt am liebsten auch noch eine klatschen würde.
Ich seufzte laut aus und merkte dabei wie meine Hand immer mehr zitterte.
"Was haben denn Frauen nur immer mit mir? Mein Gott, entweder bin ich süchtig, der Fuckboy oder ein Vergewaltiger. Nettes Gespräch, aber ich denke ich muss jetzt gehen.", wollte ich mich verabschieden, aber sie hielt mich am Handgelenk davon ab.
"Sorry, ich wusste nicht, dass du deswegen so empfindlich wirst. Bitte bleib!", entschuldigte sie sich und ich nahm brav wie ein Hündchen wieder Platz.
Ich war derjenige, der sich entschuldigen sollte.
"Nein, mir tut es leid. Ich bin einfach nur nicht gut drauf.", meinte ich und wurde aber durch ein Handy klingeln gestört.
Tatsächlich war es meines.
"Da muss ich kurz dran.", sagte ich schnell und drücke auf 'Anruf annehmen'.
"Wesley, hier Levi.", hörte ich die schrille Stimme meines Nachbars am Hörer.
"Was gibts?", wollte ich wissen, weil ich mich nicht daran erinnern konnte, dass er ich jemals angerufen hatte.
Ich hatte ihm nur einmal wegen irgendetwas meine Nummer gegeben.
"Wollte dir nur mitteilen, dass dieses kleine Mistvieh mich erpresst hat, sie in deine Wohnung zu lassen.", berichtete er mir schnell von dem Vorteil.
"Sophie?", fragte ich ihn nach dem Namen, weil ich mit seiner Beleidigung nicht viel anfangen konnte.
"Nö, viel kleiner. Dieses Flittchen, von der du den Arm verbunden hast, weil sie sich verletzt hat.", beschrieb er die Person näher, die er meinte.
Annabelle?! Was wollte die denn in meiner Wohnung?
Ich sah nach draußen.
Na, gut! Es regnete ziemlich stark und das war nunmal der nächstgelegene Platz zum Unterstellen.
Dass Levi sie Flittchen genannt hatte, ignorierte ich gekonnt, obwohl ich mich so darüber aufregte, dass er sie so betitelte.
"Okay, danke. Bin sowieso bald zuhause.", teilte ich ihm mit und wir verabschiedeten uns noch kurz.
Mit was hatte die ihn bitte erpresst?
Über wirklich brisante Themen hatten Ronnie und ich nicht mehr geredet, aber es war schön mal wieder mit ihr geredet zu haben und ich denke es hatte uns beiden sehr geholfen.
Der Heimweg war auch nicht wirklich schön gewesen, denn jetzt sah ich echt aus wie ein nasser Pudel.
Mit dem Schlüssel, der in meinem Geheimfach an der Tür versteckt war, öffnete ich meine Wohnungstür.
Ich hörte den Fernseher ganz leise im Hintergrund laufen, aber dachte nicht weiter darüber nach.
Ihr Geruch lag in der Luft. Dieses nach Blume duftende Parfum konnte ich nicht vergessen. Das hieß wohl, dass sie immer noch hier war.
Genervt von meinem nassen Zeug zog ich mir meine ganzen Sachen aus und wollte duschen gehen. Sie würde sicher klarkommen und es war besser sie jetzt nicht zu stören.
Aber bevor ich ins Bad kam, hörte ich ein leises Schluchzen aus dem Wohnzimmer.
Schnell band ich mir ein weißes Handtuch um die Hüfte und folgte dann dem komischen Geräusch.
Annabelle befand sich tatsächlich auf der Coach sitzend, obwohl ich sie im ersten Moment gar nicht erkennen konnte, weil sie sich soon die Decke eingemummt hatte und wie eine Gestörte auf den Fernseher starrte. Ihr liefen die Tränen massenweise aus den Augen und ich dachte für einen Moment es wäre wieder meine Schuld, aber dann fiel es mir wie Groschen von den Augen.
Natürlich erkannte ich die Töne des Fernseher, aber ich hatte den Bildschirm die ganze Zeit nicht sehen können.
Jemand schrie und zwei andere Stimmen lachten.
Nein! Nein! Nein! Nein! Nein! Nein! Nein! Nein! Nein! Nein! Nein! Nein! Nein! Nein!
Sie sollte das niemals in ihrem ganzen Leben zu Gesicht bekommen.
"Annabelle!", rief ich sie beim Namen, aber sie reagierte nicht einmal.
Schnell lief ich zur Fernbedienung und schaltete diese verdammte Kiste aus, bevor Zane noch ein Wort, eine Lüge, sagen konnte.
"Was hast du nur gemacht?", flüsterte sie mir zu, als ich mich wieder zu ihr drehte.
Ihre Augen geschwollen, ihre Haare verstrubbelt.
Okay, die Qualität von dem Video war zugegebenermaßen echt richtig schlecht.
"Ich bin da nicht dabei.", sagte ich fest überzeugt und setzte mich direkt neben sie.
Wieso hatte ich eigentlich nur die DVD behalten, auf der zu sehen ist wie Zane und seine Leute meine zu der Zeit Freundin vergewaltigen? Auf welchem Grund? Natürlich hatte ich mich damit irgendwie immer selbst bestraft, aber trotzdem hätte sie sowas nie sehen sollen.
Belle starrte emotionslos immer noch gerade aus.
"Das ist es, was ich meinte, dass du dich von Kai fern halten sollst, denn du siehst ja, was er gemacht hat. Und das nicht nur mit ihr!", erklärte ich ihr langsam, weil ich keine Ahnung hatte, wie ich sie beruhigen sollte.
Nimm sie einfach in den Arm!
Am Ende wollte sie nichtmal, dass ich sie anfasste und würde mich noch mehr hassen.
"Wieso hast du ihr nicht geholfen? Wo warst du zu dem Zeitpunkt?", hörte ich sie fragen.
Anscheinend hatte sie mir doch zugehört.
"Ich hatte Sex mit zwei anderen.", sagte ich so ehrlich, wie es nur ging, weil jetzt einfach der Moment war, wo alles ans Licht kam und ich wusste noch nicht, ob ich es als Erleichterung bezeichnen sollte.
Selbstverständlich hätte ich es ihr lieber selbst gesagt, wie dass sie es so erfuhr, aber nun war es nunmal so.
"Du hast sie betrogen.", schlussfolgerte Belle.
Oh ja, das hatte ich und dabei war das nicht das einzige Mal gewesen.
Darauf war ich nicht stolz, nein, überhaupt nicht.
Freunde, ich brauche mal Kritik. Gibt es irgendetwas, was ich an dem Buch ändern soll beziehungsweise passt euch ein Charakter (Annabelle, Wesley, Cassy, Josh, usw...) nicht?
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One day you'll understand why
RomanceWes trug mich zurück zum Steg und bekam dadurch die Aufmerksamkeit von den meisten. "Fick dich!", schrie ich und schlug ihm auf den Rücken. Keine Chance! "Temperamentvoll ist die Kleine ja schon.", hörte ich eine mir unbekannte Stimme sagen. "Babe...
