saftige ohrfeige

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"Du hast mir nicht zu sagen, wie ich mit meiner Tochter zu reden habe!", zischte sie giftig und zwei Sekunden später landete ihre Handfläche auf meiner Wange, mit Schwung selbstverständlich.
Da hatte mich Cassandras Mutter einfach geohrfeigt! Die zweite heute schon insgesamt!
"Muum! Hör verdammt nochmal auf damit! Spinnst du?! Du kannst doch Wesley nicht einfach schlagen?", schaltete Cassy sich dann endlich ein, nachdem ich einen kleinen Schritt zurückgetaumelt war, aber mir nichts anmerken ließ.
"Er hat dich geschwängert, Ihre Mum sah vorwurfsvoll zu mir, Warte! Er wusste es nicht, oder? Du hast ihm nicht gesagt, dass du ein Kind von ihm hast, weil du weißt, dass er dann wieder abhaut, hab ich nicht Recht?", fing sie wieder an herumzuschreien.
Ich überlegte einen Moment, ob ich sie vielleicht darauf hinweisen sollte, dass ihre Kinder uns sehen und hören konnten, aber tat einfach nichts.
"Kannst du mal aufhören dich dauernd in meine Angelegenheiten einzumischen?", sagte Cassy total fassungslos und trat jetzt hinter mir hervor.
"Ich werde dich verklagen, Wesley! Und was ist das dahinten? Ihr habt geraucht? In der Badewanne? Wo ist das Kondom, huh?", fragte Mrs. Parker immer noch schreiend, stürmte an uns vorbei zum Mülleimer.
Sie öffnete ihn.
Wow! Als wüsste sie das nicht sowieso schon!
"Wesley?", fragte Cas mich leise, sodass ihre Mum es nicht hören konnte.
"Kann ich bei dir pennen?"
Wenn sie normal betrunken wäre, hätte ich abgelehnt.
Jetzt nickte ich allerdings langsam.
"Soll ich dir jetzt eine Abtreibung zahlen oder noch besser du willst das Kind dieses Idioten auch noch behalten? Ich bin enttäuscht von dir! Ist dir eigentlich bewusst, was passieren kann, wenn dein Freund dich besamt und ihr Spaß habt?", stocherte ihre Mutter weiter darauf rum, während Cassandra anfing zu weinen, aber nichts sagte.
Manchmal war ich echt glücklich darüber, dass meine Mum tot war. Cassy dagegen musste wohl echt ein paar Sachen klarstellen.
"Ich gehe jetzt, Mum! Mit ihm!", sagte sie schniefend.
"Nein, du bleibst hier und er auch. Solange wir das nicht geklärt haben.", verlangte ihre Mum von uns.
"Wir gehen jetzt, Wesley!", meinte Cas mit etwas Nachdruck, dass ich jetzt wohl besser mitkommen sollte.
Sie zog an meiner Hand, wir schmissen uns schnell unsere Kleidung über und ich ging mit ihr hinaus durch die Küche zur Tür raus. Währenddessen sah uns ihre Mutter mit offenem Mund dabei zu.
"Denk bloß nicht, dass du hier nochmal auftauchen kannst, Cassandra!", schrie sie uns schlussendlich nach.
Schweigend liefen wir nebeneinander her. Mein Auto stand ja noch bei Deric.
"Alles okay?", fragte ich nach einer Weile.
"Als ob das dich interessieren würde!", entgegnete sie scharf.
Das war nicht fair. Ich war es nicht, also der Vater! Das haute überhaupt nicht hin. Cassys Mum kannte ihr Tochter nicht so gut. Zum Beispiel ging sie nämlich bis heute davon aus, dass ich ihre Tochter entjungfert hatte und bis jetzt der einzige war, der naja eben in ihr drin war. So ein Bullshit! Cassy hatte nicht vor ihre Mutter da richtig zustellen und mir war das relativ egal, aber das war jetzt wirklich etwas anderes.
Sie war schwanger, schwanger mit einem Baby! Das war schon gruselig, wenn ich darüber nachdachte, dass ich eventuell auch dafür verantwortlich sein hätte können.
"Ich habe gerade so getan, als hätte ich dir nen Baby gemacht, also will ich jetzt auch wissen, von wem es ist beziehungsweise, oh Gott, du hättest es mir sagen können.", wehrte ich mich.
"Lass es einfach gut sein!", stöhnte sie und wischte sich die Tränen aus den Augen.
"Dann werde ich dich nicht mitnehmen!", gab ich mit einem Schulterzucken von mir.
"Okay!", meinte sie und blieb stehen. Ich stand neber ihr.
"Du bist es mir schuldig!", verlangte ich fordernd.
Sie fühlte sich in die Enge getrieben, aber ich verstand ihr Problem einfach nicht.
"Nein! Hör auf zu fragen! Ich möchte nicht darüber reden. Kannst du mich bitte in Ruhe lassen?", schrie sie in einem lauteren Tonfall.
"Ich verstehe nicht was dein fucking Problem ist, anstatt es mir einfach zu sagen so einen Zirkus zu machen.", regte ich mich nun auch auf.
Wir waren fast bei Derics Haus angekommen.
"Ich gehe, keine Ahnung wohin!", meinte sie und wollte sich wegdrehen, aber ich griff nach ihrem Arm. Es war nicht angebracht, das war mir bewusst, weil ich sie nach 10 sekunden auch wieder losließ.
Geschockt starrte sie mich an.
"Es war Zane, okay? Er hat mich gefickt. Ich wollte es nicht, echt nicht. Aber...aber, er hat es trotzdem gemacht und es ist alles meine Schuld", brach sie schlussendlich zusammen und fiel mehr oder weniger in meine Arme.
Ich mochte keine Umarmungen, aber das war wahrscheinlich gerade das geringste Problem.
Er hatte es wieder gemacht und ich wollte gar nicht wissen bei wem noch alles. Das andere Problem war, dass ich es verhindern hätte können, aber ich hatte es nicht einmal versucht.
"Du, du musst ihn anzeigen.", war das erste, was aus meinem Mund kam, als ich ihr sanft übers Haar strich.
"Du weißt, dass ich das nicht kann.", seufzte sie immer noch unter Tränen.
"Es ist nicht deine Schuld, Wes!", sagte sie leise und hatte wahrscheinlich nicht das Verlangen mich jemals wieder loszulassen.
Anscheinend konnte Cas jetzt auch noch Gedanken lesen.
"Wann ist es passiert?", fragte ich zögernd und hoffte ihr dabei nicht zu nahe zu treten.
"Vor drei Monaten. Ich habe mich immer von denen ferngehalten. Wirklich! Aber an dem Abend war ich sehr betrunken und irgendwie bin ich ihm begegnet. Er hat mich nach dir gefragt. Du hast es tatsächlich echt lange geschafft einen Bogen, um ihn zu machen. Dann hat er mich in irgendein Zimmer gezerrt. Ich konnte nichts tun und es, es, es war so furchtbar.", schluchzte sie leise vor sich hin.
"Du kannst nichts dafür. Zane ist ein Arsch. Ich pass auf dich auf, versprochen!", schwor ich ihr und musste dabei, aber echt aufpassen, was ich ihr da für Versprechen gab.
"Also hast du nichts dagegen, wenn ich bei dir schlafe?", fragte sie und sah hoch zu mir.
Ich schüttelte den Kopf.
"Du solltest aber trotzdem mit deiner Mutter reden, Cas!", riet ich ihr und ließ sie nun wieder los.
"Brauchst du ja gerade sagen!", gab sie patzig als Antwort und hatte nicht unbedingt unrecht. Tatsächlich war ich unendlich stur.

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