Teil 10

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Rosa

Eigentlich bin ich nicht so der Shopping Typ. Aber dieser Ausflug entpuppt sich als der Beste überhaupt. Ich habe nämlich heraus gefunden, dass Mario es definitiv nicht kalt lässt, wenn ich ihm meine Kleidung vorführe.

Bereits im Dessous Geschäft dachte ich, er kommt gleich in seiner Hose. Es war einfach herrlich mit an zu sehen, wie er schließlich aus dem Geschäft flüchtet. "Ist das wirklich nötig, Rosa?" Fragt Claire besorgt. "Ja. Ist es. Er soll sehen was er verpasst." Antworte ich ernst. Claire nickt. Sie ist viel zu brav, um sowas zu tun. Aber braucht sie ja auch nicht. Sie hat einen Mann, der sie abgöttisch liebt. Noch immer in meiner weißen Corsage stehe ich vorm Spiegel und kämpfe mit den Tränen. Claire sieht es sofort und nimmt mit von hinten in den Arm. "Hey. Er ist ein Dummkopf, wenn er nicht erkennt, was für eine tolle Frau du bist." Spricht sie mir Mut zu. Ich nicke zustimmend. "Oh ja das ist er." Erkläre ich und atmet durch. Aus Frust kaufe ich alle Sets. Vielleicht auch in der Hoffnung es irgendwann doch für ihn zu tragen.

Das nächste Geschäft ist toll. Wieder versuche ich ihn mit knappen Outfits zu ärgern. Aber, ich vergesse nicht meine Mission. Für Claire ein schönes Kleid für den Antrag zu finden. Tatsächlich werden wir fündig. Ein süßes blaues Kleid, was sie sogar sofort an behält.

Gerade wollen wir Eis essen gehen, da fällt mir ein Schuhgeschäft ins Auge und mir kommt eine Idee. "Ein Versuch noch, ok?" Flüstere ich Claire ins Ohr, die widerwillig nickt.

Im Geschäft greife ich nach den Schuhen mit den höchsten Absätzen und bitte die Verkäuferin ihren Aufenthaltsraum kurz zu benutzen. Wenn ihn das nicht umhaut, weiß ich auch nicht. Ich schlüpfe in das weiße Set aus Corsage und halterlosen Strümpfen. Dann betrete ich den Verkaufsraum. Mario zieht scharf die Luft ein, sprintet zur Tür und schließt diese, damit keine Kunden hineinkommen können. Ich schlendere zu den schwarzen Lack High-Heels und ziehe sie langsam an. Dabei bücke ich mich langsam und strecke Mario meinen Po zu. Ich kann Mario laut schlucken hören, als ich mich in dem Set und Schuhen im Spiegel betrachte. Auch die Verkäuferin pfeift anerkennend. "Perfekt. Die nehme ich." Grinse ich triumphierend.

Dann geht es endlich ins Café. Die Sonne scheint und wir entscheiden uns, draußen zu sitzen. Während Claire ihren Schwangerschaftsgelüsten folgt,  bestelle ich mir einen Milchshake. Naja, was auch immer die Italiener für einen halten. "Ich muss leider sagen, er kommt nicht an Maureen's dran." Zwinkere ich Claire zu, die wissend grinst. "Oh ja. Maureen's Shake ist zum Niederknien." Antwortet sie gedankenverloren. Während wir unsere Bestellung genießen, geht mein Blick zu Mario. Er schaut überall hin, nur nicht zu mir. Ich räuspere mich und erwecke so eine Aufmerksamkeit. Sofort ist seit Blick bei mir. Ich schaue ihm fest in die Augen und lege dabei meine Lippen um den Strohhalm. Lasziv sauge ich daran und lecke mir anschließend die Lippen. Mario knurrt und rutscht nervös auf seinem Stuhl herum. Bingo. Hab ich dich. Dann zwinkere ich ihm zu und grinse. "Seid ihr jetzt fertig? Wir sollten los." Sagt Mario verärgert und steht auf und geht bezahlen. "Das war wohl zu viel." Grinst Claire und wir lachen beide laut auf.

Während der Fahrt zurück, kommt nun der schwierigste Teil. Claire zum Strand zu locken. Diesmal arbeiten Mario und ich zusammen und wir schaffen es, wenig später auf dem Parkplatz an der Bucht anzukommen.

Claire läuft entspannt vorne weg und ahnt noch nichts von der tollen Überraschung. Mario und ich, wir lassen uns etwas zurückfallen. "Na Matteo wird sich ja über deine Shopping Ausbeute freuen." Sagt Mario plötzlich in einem Ton, der amüsiert aber auch gleichermaßen verletzt klingt. Kurz überlege ich ihm zu sagen, dass da nichts lief, aber ich lasse es, denn mir fällt wieder ein, dass er derjenige war, der die Party mit einer Tussi verlassen hat.

Plötzlich hören wir ein knacken von Ästen hinter uns und weiter Klicks. Dann spüre ich bereits den Lauf in meinem Rücken. "Ganz ruhig ihr Turteltauben." Erklingt eine dunkle Stimme in Englisch mit französischem Akzent. Scheiße Claire's Familie. Ich versuche Claire noch vor uns auszumachen, doch sie ist schon zu weit weg. Verdammt. Wie Falschgeld stehen wir Ewigkeiten herum und mein Hirn rattert, was ich tun kann. Mario versucht mir zu bedeuten, dass ich die Füße still halten soll. Dann, irgendwann hören wir ein klatschen von Händen und werden Richtung Strand geschubst. Dieser Schrank von Kerl legt seinen Arm um meine Kehle und drückt die Knarre an meinen Kopf. Noch mehr Männer treten aus dem Gebüsch und dann geht alles ganz schnell. Der Typ, der mich fest hält, kratzt sich doch tatsächlich an der Nase. Das ist meine Chance, ich trete ihm auf die Füße, ramme meinen Ellbogen in seinen Magen und laufe los. Wie ein Bodycheck beim Foodball reiße ich den alten Typen nieder. Schüsse fallen und der Typ rappelt sich auf und verschwindet. Vito und Mick kommen aus dem Versteck und schießen wild um sich. Die Männer fallen um wie die Fliegen. Dann sehe ich Claire, sie bekommt von ihrem Bruder eine Waffe an den Hinterkopf gedrückt. Ich zögere keine Sekunde, fliege förmlich auf diesen Arsch und reiße ihn zu Boden. Wir kämpfen. Doch was mein Cousin mir bis zum Erbrechen beigebracht hat, ist Nahkampf. Der Froschfresser hat keine Chance und sackt zusammen.  Denke ich. Doch plötzlich zieht er eine weitere Waffe und richtet diese auf mich. Ehe ich reagieren kann, werde ich zu Boden gerissen, während sich ein Schuss löst. Dann noch ein Schuss und es kurz alles ruhig um mich herum. Wurde ich getroffen? Das Gewicht auf mir verschwindet. Dann erkenne ich ihn. "Matteo." Hauche ich. Er wurde getroffen. Zärtlich und besorgt streichelt er meine Wange. Geht's dir gut, Prinzessin?" Flüstert er unter husten. Ein Kloß bildet sich in meinem Hals und ich kann nur nicken und ihn anlächeln. Sein blickt geht dann zu Mario "Pass... Pass gut auf sie auf." Wispert er und sackt zusammen. Er ist Tod. Matteo... Wegen mir. Er hat mir das Leben gerettet. Ich schreie und weine. Beuge mich über ihn, streichel seine Wange.... Er reagiert nicht. Er ist wirklich Tod.

Hola y adios bebe - Hallo und Tschüss, Baby!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt