Teil 91

112 10 5
                                    

Rosa

Der Sex unter der Dusche war toll. Ich konnte ihn tatsächlich genießen. So viel Gedanken habe ich mir darum gemacht, wann und wie es passieren wird. Aber so spontan war es einfach schön. Nachdem wir uns gewaschen und angezogen haben, wollen wir nach unten gehen. Gerade als ich die Tür öffnen will, hält Mario mich an der Hand fest. "Bevor wir darunter gehen...  Sollte ich dich wohl vorwarnen." Grinst er blöde. Ich runzel irritiert die Stirn. "Wir waren wohl etwas zu laut und naja, vielleicht kommen ein paar Kommentare." Erklärt er verlegen und kratzt sich am Nacken. Ich spüre förmlich wie Röte meine Wangen befällt. Doch gespielt lässig zucke ich mit den Schultern. "Ist dann wohl so." Erwidere ich was Mario lachen lässt. "Da ist noch was." Setzt er an. "Vito hat gefragt, ob wir heute Abend mit in den Club kommen." Gesteht er. "Ich habe gesagt, du entscheidest. Wenn es zu viel ist, ist es nicht schlimm. Aber er wird gleich bestimmt fragen." Erklärt er. "Ok. Danke. Ich überlege es mir." Antworte ich und öffne die Tür. Will ich das? In einen lauten Club mit so vielen Menschen? Aber Mario und die Jungs sind bei mir. Es kann nichts passieren.

In der Küche sitzen noch Vito und Mick und knutschen. Mario räuspert sich hinter mir und grinst breit. "Guten Morgen." Rufe ich in die Runde und sehe dann Sophia, die hinter der Kühlschranktür hervor schaut. Sofort stürmt sie auf mich zu, schiebt mich zum Tisch und drückt mich auf einen Stuhl. In Windeseile bringt sie mir einen Cappuccino und einen riesen Teller Rührei und Toast. "Guten Appetit." Lächelt sie mich freundlich an. "Und was ist mit mir?" Fragt Mario gespielt beleidigt. "Du weißt ja wo alles steht." Erklärt Sophia und verschwindet aus der Küche. Ich kann nicht mehr und pruste los. Auch Mick und Vito stimmen mit ein. Als sich die Stimmung erholt und Mario was zum Frühstücken hat, fragt Vito natürlich nach heute Abend. Da meine Entscheidung steht, antworte ich: "Klar. Sehr gerne." Mario sieht mich erstaunt an und beugt sich zu mir rüber. "Wenn es dir zu viel wird, bringe ich dich jederzeit nach Hause." Ist er nicht lieb. Dankbar nicke ich ihm zu.

Da bald die Therapie beginnt, bringt Mario mich nach dem Frühstück in die Stadt. Am Wohnhaus angekommen, hält er mir galant die Tür auf und bringt mich bis zur Haustür. Der Abschiedskuss wird verdammt leidenschaftlich und ein Kribbeln zieht wieder durch meinen gesamten Körper.  Mit Schwung wird die Tür aufgerissen. "Aha. Du bist also Mario." Hören wir Alice. Mario zuckt kurz zusammen und schaut zur geöffneten Tür. Mit den Händen in der Taille schaut sie Mario fest in die Augen. Wao. Tief im inneren ist sie ziemlich taff. "Ja. Der bin ich. Und du musst Alice sein.. Rosa hat mir schon von dir erzählt." Sagt er in einem ruhigen Ton und setzt sein unwiderstehliches Lächeln auf. "Ja.. die bin ich." Antwortet sie nun etwas eingeschüchtert. Bevor die Situation unangenehm wird, drücke ich Mario einen kleinen Kuss auf die Wange und schiebe Alice ins Haus. "Bis heute Abend." Rufe ich ihm noch zu. Sobald die Tür zu ist, will Alice alles wissen, obwohl mein breites Lächeln wahrscheinlich einiges verrät. Als ich dann von dem Club Besuch erzähle, bekommt sie große Augen. "Wao. In einem Club war ich noch nie. Meinen Mann habe ich in der Schule kennengelernt und seitdem durfte ich nie ausgehen." Erklärt sie kleinlaut. Sie tut mir wahnsinnig leid. "Dann komm doch einfach heute Abend mit." Sage ich kurzerhand. Sofort leuchten ihr Augen. "Meinst du das ernst?" Fragt sie aufgeregt. "Klar. Es sind noch ein Freunde von Mario dabei. Die passen auf uns auf." Erkläre ich, was Alice zusammenzucken lässt. "Keine Angst. Alle schwul. Mein Bruder ist auch dabei." Füge ich hinzu. "Wo geht es heute Abend hin?" Kommt Franci um die Ecke. "Rosa nimmt mich mit in den Club." Jubelt Alice so süß, dass mir Tränen in die Augen steigen. Franci schaut etwas skeptisch aus. "Mario und die Jungs sind dabei." Sage ich schnell. "Ok." Sagt er noch nicht überzeugt. "Hey, komm doch auch mit." Schlage ich vor und Alice jubelt. Franci reibt sich mit der Hand über die Bartstoppeln. "Ok." Sagt er und verschwindet in den Bereitschaftsraum. Alice jubelt vor Freunde, sodass mein Herz bei dem Anblick aufgeht. Zunächst war ich skeptisch aber jetzt weiß ich, es war die richtige Entscheidung sie zu fragen. "Aber ich habe nichts anzuziehen." Erklärt sie aufgeregt. "Shit. Ich auch nicht." Erwidere ich. Wir beschließen nach dem Selbstverteidigungskurs in die Stadt zu gehen.

Eigentlich völlig erledigt laufen wir durch die Gassen der Altstadt. Wir waren bereits in einigen Geschäften, aber Alice hat noch nichts gefunden. Ich habe mich für ein schlichtes, enges schwarzes Kleid entschieden, was bis zu den Knien geht. Es hat einen schwarzen Stehkragen, ist dafür aber ärmellos. Es bedeckt gerade so die Narben.

Nach dem gefühlt hundertsten Geschäft hat Alice einen schwarzen Hosenanzug gefunden. Er hat an dem Kragen ein paar Glitzersteinen die einen kleinen Ausschnitt umranden. "Er steht dir super. Sieht sehr elegant aus." Bestätige ich ihre Wahl. Nachdem sie auch passende Schuhe gefunden haben, schwarze Pumps für Alice und silberne für mich, schlendern wir mit einem Eis in der Hand zum Wohnhaus. "Hab ich mir doch gedacht, dass du es bist, du Schlampe." Hören wir plötzlich eine tiefe Stimme hinter uns. Erschrocken fahren wir beide rum. Alice lässt vor Schreck das Eis fallen und zittert am ganzen Körper. "Was willst du?" Fauche ich ihn an. "Ich wollte nur meiner Schwägerin Hallo sagen. Dank ihr sitzt mein Bruder im Knast." Knurrt er und kommt ihr gefährlich nahe. Ich schiebe mich sofort dazwischen. "Verpiss dich oder dir passiert das gleiche wie deinem Bruder." Fauche ich. "Du bist die Fotze, die ihn so zu gerichtet hat?" Knurrt er und lässt seinen ekligen Blick über meinen Körper gleiten. "Na von dir würde ich mich auch gerne auf die Matte schicken lassen." Sagt er und leckt sich über die Lippen. Ohne drüber nachzudenken, packe ich mit einer Hand seine Eier und drücke fest zu. "Verpiss dich. Letzte Warnung." Zische ich. Er zuckt, jault und schlägt meine Hand weg. Wir können gar nicht so schnell gucken, wir er abhaut. Doch bevor er hinter einer Hausecke verschwindet, schreit er "Das werdet ihr bereuen. Ihr Schlampen." Ich nehme Alice fest in den Arm, die am ganzen Körper zittert. "Alles gut. Er ist weg. Wenn du heute Abend doch nicht mit möchtest, könnte ich es verstehen." Rede ich sanft auf sie ein. "Nein. Ich lasse mich nicht mehr unterdrücken. Erst Recht nicht von diesen Assi Brüdern." Sagt sie mit fester Stimme. "Ich bin so stolz auf dich." Grinse ich und auch Alice lacht mich zaghaft an.

Hola y adios bebe - Hallo und Tschüss, Baby!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt