Teil 64

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Mario

Ich bin so Happy. Rosa kommt mit nach Italien. Enzo's Doc hat sich dafür eingesetzt, dass sie aus dem Krankenhaus raus darf. Ich bin echt glücklich. Und in Italien werde ich sie nach Strich und Faden verwöhnen.

Wir packen gerade unsere paar Sachen und warten auf die Entlassungspapier. Das gesamte Ärzteteam kommt und verabschieden sich von Rosa. "Schonen Sie sich bitte noch 3 Wochen. Nicht schwer heben und keinerlei körperliche Aktivitäten. Und bitte, suchen Sie sich einen Therapeuten, der Ihnen hilft alles zu verarbeiten." Erklärt Dr. DeLuca. Auch einige Krankenschwestern kommen, jedoch habe ich das Gefühl, dass sie eher mich verabschieden, was Rosa leider nicht entgeht. Doch ich zeige ihnen die kalte Schulter und habe nur Augen für meine Rosa.

Den kurzen Flug von Tuscon nach L.A. haben wir gut überstanden. Klar hätte man die Strecke auch mit dem Auto fahren können, aber ich denke für Rosa mit ihrer OP Wunde ist es so angenehmer.

Zunächst holen wir schnell meine restlichen Klamotten aus dem Hotel. Hernando und Violetta verabschieden sich tränenreich. Auch bei mir bedanken sie sich überschwänglich für die Hilfe. Sie sind wirklich nett.

Natürlich darf ein Abstecher zu Maureen nicht fehlen. Mit Tränen in den Augen schließt sie Rosa in die Arme. Bei den Umarmungen zuckt meine Süße jedes Mal zusammen, sei es aus Schmerz oder Angst, aber sie lässt sich nichts anmerken. Gemeinsam mit Maureen sitzen wir am Tisch und essen Muffins und trinken Shakes. "Das werde ich echt vermissen." Sage ich breit grinsend zu Maureen. Sie lacht laut auf. "Wenn ich zu eurer Hochzeit komme, backe ich dutzende davon." Sagt sie leicht hin, wobei Rosa sichtlich zusammen zuckt. Selbst Maureen fällt es auf und sieht mich fragend an. Doch ich schüttel den Kopf um ihr zu signalisieren, dass sie nicht weiter nachfragen soll. Sofort wechselt sie das Thema. Natürlich fragt sie, was passiert ist, doch wir halten es ziemlich vage. Während der ganzen Zeit wirkt Rosa ziemlich neben sich und etwas gefühlskalt. Aber sie versucht sich immer wieder daran, an den passenden Stellen zu lächeln.

Nach einer weiteren tränenreichen Verabschiedung fahren wir zu Rosa's Wohnung. Wie sie gesagt hat, will sie kaum was mitnehmen. Es sind ein paar Erinnerungsfotos und ein paar Klamotten. Um den restlichen Kram und die Wohnung wird Violetta sich netterweise kümmern.

Am Flughafen geben wir noch meinen Mietwagen zurück. Beide stehen wir vor dem Schmuckstück und schauen den Mustang an. "Den werde ich auch vermissen." Grinse ich. Und tatsächlich ein kleines echtes Lächeln umspielt Rosa's Lippen. Zu gerne würde ich sie jetzt küssen. Aber ich halte mich zurück, doch ich denke ihr sind meine Blicke auf ihre Lippen nicht entgangen.

Erschöpft lässt sie sich in die bequemen Sitze des Jets fallen. Sie sieht wirklich müde aus. "Baby, hier gibt es ein Bett. Willst du dich hinlegen?" Biete ich ihr an. Mit großen Augen schaut sie mich erstaunt an. "Ja. Ich bin echt K.O." Gibt sie zu. "Wir müssten deinen Rücken noch eincremen. Der Doc hat gesagt, dass ist wichtig, damit es schneller heilt." Sage ich vorsichtig. Sofort schüttelt sie den Kopf. "Nein. Geht schon. Das macht der Doc in Italien." Wehrt sie ab. Natürlich will sie nicht, dass ich das sehe und sie berühre. Ich will sie nicht drängen, daher lenke ich ein. "Aber wenn es anfängt zu spannen, meldest du dich und ich creme es doch ein." Rufe ich ihr hinterher, als sie bereits in den abgetrennten Raum getreten ist.

So gerne würde ich mich zu ihr legen, sie einfach nur halten und ihr versprechen, dass alles wieder gut wird. Aber das wird es nicht. Fuck Fuck Fuck. Ich weiß einfach nicht weiter. Ich habe immer mehr das Gefühl, dass wir uns voneinander entfernen. Hoffen wir, dass es in Italien besser wird.

Auch ich bin in meinem Sitz eingeschlafen. Plötzlich spüre ich zarte Finger an meiner Wange. "Rosa." Murmel ich. Dann legen sich Lippen auf meine. Endlich.... Doch irgendwas ist komisch. Blitzschnell öffne ich die Augen. Es ist nicht Rosa, es ist die scheiß Stewardess. Dann höre ich ein erschrockenes Keuchen. Ich springe auf und schubse diese Tussi zur Seite. Fuck. Rosa steht in der Tür und wird die Situation vollkommen falsch interpretiert haben. "Rosa... Bitte..." Rufe ich ihr zu, doch sie hat die Tür schwungvoll ins Schloss geschmissen. "Sag mal spinnst du!" Pflaume ich diese Tussi an, die nur blöde grinst und dann wieder in den vorderen Bereich hinter die Gardine verschwindet. "Rosa, bitte. Mach auf. Ich habe geschlafen. Ich dachte du wärst das...." Rufe ich durch die geschlossene Tür. Doch es kommt keine Reaktion. Kein einziges Geräusch ist zu hören. Wütend setze ich mich wieder hin und starre aus dem Fenster.

Als wir endlich landen, kommt Rosa aus dem Schlafraum. Sie würdigt mich keines Blickes. "Baby, bitte. Ich wollte das nicht. Ich dachte du wärst das...." Versuche ich es erneut zu erklären. Rosa hebt ihren Kopf und schaut mir fest in die Augen. "OK. Ist ja nichts passiert." Sagt sie mit einer Abgeklärtheit in der Stimme, die mir den Magen umdrehen lässt. Verdammt.

Auf dem Rollfeld steht bereits Enzo's Wagen. Sogar Claire ist mit dabei und sie begrüßen uns herzlich. Rosa gibt wieder ihr Bestes um alles zu überspielen. Besorgt nimmt Claire mich in den Arm. "Alles okay, bei euch?" Flüstert sie mir zu, doch ich kann nicht antworten und schüttel nur den Kopf. Besorgt schauen wir zu, wie Rosa sich unter Schmerzen in den Wagen setzt. "Der Arzt wartet bereits auf sie." Informiert Enzo mich. "Setz dich zu ihr nach hinten. Ich fahre." Zwinkert er mir zu.

Rosa schaut die komplette Fahrt aus dem Fenster. Selbst auf Claire's Smalltalkversuche reagiert sie nur sehr wenig. Ich mache mir wirklich Sorgen. Wir sollten schnellstmöglich einen Therapeuten für sie finden. Vielleicht hat der Arzt ja eine Empfehlung.

Zuhause geht die Begrüßung weiter. Alle wollen sie begrüßen und umarmen. Es muss die reinste Qual für Rosa sein. Daher Grätsche ich irgendwann dazwischen und bringe Rosa in ihr altes Zimmer. "Danke. Ich konnte nicht mehr." Sagt sie völlig angeschlagen. Gerade als ich sie nochmals auf die Situation im Flieger ansprechen mochte, klopft es und der Arzt tritt ein. Es ist ein anderer Arzt als der sonst hier ist. Er stellt sich als Dr. Morganti vor. Er ist vielleicht ein paar Jahre älter als ich und hat einen durchtrainierten Körper. Wo hat Enzo den bitte aufgetrieben? Ich versuche mir nichts anmerken zu lassen und lasse die beiden eher widerwillig alleine.

Ich werde auch erstmal auspacken und eine heiße Dusche nehmen. Dann sehen wir weiter. Die letzten Tage haben mich ziemlich geschlaucht und ich bin froh endlich wieder Zuhause zu sein.

Hola y adios bebe - Hallo und Tschüss, Baby!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt