18.05.2013

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Mikayla

  
Es war Samstag und die Ferien hatten begonnen.. ich war mir aber nicht so sicher ob ich mich darüber freuen sollte, denn seid dem Streit gestern zwischen mir und David ging es mir einfach nur noch beschissen... Jap, ich würde sogar sagen, dass ich den Tag heute bis jetzt nur mit heulen und traurig aus dem Fenster starren verbracht hatte... und es war gerade mal 11 Uhr Vormittags.. Ich bin so am Boden zerstört, das könnt ihr euch nicht vorstellen.. Gestern nach diesem Streit hab ich mich von dieser Eisdiele aus dem Staub gemacht, da ich es dort nicht mehr aushielt.. Und seitdem hab ich einfach garnichts mehr von ihm gehört, da er einfach nicht auf meine Anrufe reagierte, und so hatte ich nur noch mehr das Gefühl, dass es vorbei wäre... Und dieser bescheuerte Streit nur wegen Louis! Gerade hielt ich mir meine Hände vor die Augen und schluchzte abermals ne Runde los... Mir ging es echt nicht gut... ich brauchte jemanden... am besten einen guten Freund. Ich wollte nicht allein sein.. Und da kam mir eine Idee. Nachdem ich meinen Heulkrampf einigermaßen wieder unter Kontrolle bekam, zückte ich mein Handy und wählte eine Nummer. Brett's Nummer. Nachdem ich auf "anrufen" ging, hielt ich mir angespannt das Handy ans Ohr. Es dauerte auch nicht lange, bis er abhob und "Hallo? Mikayla?", in den Hörer spach. "Brett! Bin ich froh, dass du da bist..", sagte ich und konnte nur mit Mühe den nächsten Schluchzer zurück halten. "Ja bin ich. Was ist denn los?", erwiderte dieser und seine Stimme nahm einen besorgten Unterton an, da er sicher an meiner Stimme bemerkte, dass etwas nicht stimmte. "D-David und ich haben uns gestritten.. und ich weiß nicht mehr weiter... u-und ich brauch jemanden..", erklärte ich nun und diesesmal konnte ich das Schluchzen nicht unterdrücken. "Ich verstehe..", erwiderte er mitfühlend. "Könntest du bitte vorbei kommen? Bitte!", flehte ich ihn schon fast an. "Ja klar, ich bin gleich da!", sagte er sofort und legte mit diesen Worten auf.

Brett

Ich starrte noch eine ganze Weile auf mein Handy, bevor ich mich schließlich raffte, aufstand und runter ging. Unten angekommen, gab ich meinen Eltern Bescheid, dass ich Mikayla besuchen würde und zog mich anschließend in der Gaderobe an. Als das getan war, trat ich vor die Tür und ließ mein Blick über die leere Straße schweifen. Ein bisschen wunderte es mich ja schon, dass Mikayla ausgerechnet mich brauchte, obwohl sie ja soviele Schwestern hatte und somit eigentlich nie allein war... Aber gleichzeitig fühlte ich mich auch geerht. Wie sie am Telefon geklungen hat.. total fertig und am Ende.. dieser Streit musste wohl ziemlich heftig gewesen sein. Sobald ich bei ihr war kann sie mir alles erzählen was sie bedrückte und wie genau dieser Streit abgelaufen ist.. dieses Mal würde ich für sie da sein, sozusagen als Entschädigung dafür, dass sie vor vier Monaten für mich da gewesen war.

Nachdem ich die Haustür der Simpson's erreicht hatte, klingelte ich sofort und wartete gespannt. Kurze Zeit später machte mir Mikayla's Dad auch schon auf und ließ mich rein. "Mikayla ist in ihrem Zimmer. Sie ist total fertig. Wir konnten sie leider nicht aufmuntern, aber vielleicht kannst du es.", meinte dieser nun und sah mich anschließend hoffnungsvoll an. "Ich werde mein bestes geben.", versicherte ich ihm und machte mich schließlich an die Treppen.

Nachdem ich ihre Tür errreicht hatte, stieß ich diese auf und trat ein. Was ich zu sehen bekam war, eine verheulte Mikayla, die sich in ihrem Bett zusammen gerollt hatte und sich nicht rührte. Ich trat näher und räusperte mich schließlich, damit sie merkte, dass ich da war. Sofort kam Leben in sie, sie setzte sich auf und sah mich an. Ihr Gesicht sah ganz verheult aus. Während ich sie so betrachtete, zog sich mein Herz mitleidig zusammen. Noch nie hatte ich sie so am Boden zerstört gesehen.. "D-Du bist da..", brachte sie schließlich heraus. "Ja, bin ich.", stimmte ich leise zu und setzte mich zu ihr auf die Bettkante. "So jetzt erzähl. Was ist passiert?", forderte ich sie mit einem ermutigendem Lächeln auf. Und so fing sie an mir alles zu erzählen. Sie erzählte von Louis aus ihrer Klasse und wie er sie zu dieser Eisdiele eingeladen hatte und was schließlich am Ende passiert war. Und wie David seitdem nicht mehr auf ihre Anrufe reagiert hat. Letzendlich nahm ich sie in den Arm, als ich merkte, dass sie kurz davor war wieder in Tränen auszubrechen. I-Ich will ihn nicht verlieren..!", schluchzte sie an meiner Schulter. "Das wirst du nicht. Glaub mir, er wird sich wieder einkriegen. Er liebt dich doch, das weiß ich.", versuchte ich sie zu trösten, doch irgendwie half das nichts. Irgendwie überrascht und schockt es mich zugleich total Mikayla so zu sehen, aber gleichzeitig hatte ich auch Mitleid mit ihr. Ich weiß nicht, aber seitdem wir uns angefreundet hatten ist sie mir irgendwie ziemlich ans Herz gewachsen. "B-Bist du dir sicher?", fragte sie nun, und in ihrer Stimme schwang Hoffnung mit. "Ganz sicher.", flüsterte ich an ihr Ohr und löste mich kurz von ihr, um sie anschauen zu können. Sie lächelte mich an. "Danke, dass du da bist.", bedankte sie sich leise. "Kein Problem.", erwiderte ich und lächelte zurück.

Mikayla

Seitdem Brett da war, ging es mir besser. Er munterte mich mit Witzen und sinnlosem Geplapper auf, welches mich sehr gut davon abhielt, nicht mehr an David zu denken. Als der Abend schließlich näher rückte, beschlossen wir alle gemeinsam UNO zu spielen. "Ach komm, das ist doch nicht dein Ernst!", regte sich Brett darüber auf, dass Cecilia einfach immer und immer wieder gewann, und schmiss seine Karten verärgert auf den Tisch, als wir mal nur zu dritt spielten. "Dooch ist es! Solltest halt mal besser spielen, dann könntest du auch mal gewinnen!", triezte sie ihn. "Pff..", machte Brett nur, drehte seinen Kopf weg und verschränkte beleidigt seine Arme. Cecilia und ich konnten nicht anders, als loszulachen. Wie er sich so darüber ärgerte sah einfach nur zu witzig aus. "Aber siehs mal so Brett.. ich hab auch noch nie gewonnen, sobald ich mit ihr spiele. Cecilia ist in diesem Spiel einfach unbeschlagbar.", versuchte ich ihm Mut zu zu sprechen, nachdem ich mich nach meiner Lachattacke einigermaßen beruhigt hatte. Das Lachen hatte gut getan undso grinste ich nun übers ganze Gesicht. Nachdem ich das gesagt hatte, ging sein Blick automatisch in meine Richtung und ein Grinsen huschte kurz über sein Gesicht, bevor er schließlich zu Cecilia sah, ihr einen gespielt finsteren Blick zu warf, welchen ich nur zu gut von ihm kannte und: "Ach so ist das.", mit der tiefsten und dunkelsten Stimme, die er hervor bringen konnte, sagte. Sobald ich er das tat, konnte ich mich nicht mehr länger halten und prustete erneut los. Cecilia ging es da nicht anders und Brett fiel keine Sekunde später in unser Lachen mit ein.

Nachdem wir unseren Spieleabend beendet hatten, war es schon 18 Uhr und es wurde allmählich dunkel. Und Brett und ich waren mal wieder in mein Zimmer gegangen. "Ich glaube.. ich muss dann mal nach Hause.", sagte Brett auf einmal, nachdem er auf sein Handy gesehen, und bemerkt hatte, dass seine Eltern zwei mal versucht haben ihn zu erreichen. "Nein!", schrie ich laut, worauf er überrascht inne hielt und zu mir sah. "Ähm.. ich meine.. k-könntest du heute vielleicht hier übernachten? Du könntest kurz heim gehen, deinen Eltern Bescheid geben, deine Sachen packen und dann wieder hier her kommen.. Also nur wenn du willst! Du musst nicht, wenn du nicht willst.. a-aber mir würde es wahrscheinlich besser gehen wenn du hier bleibst..", erklärte ich total verlegen, und konnte ihm dabei nicht ins Gesicht sehen. Das ganze war mir so peinlich, dass ich unwillkürlich rot wurde. Zum Glück war mein Gesicht Richtung Boden gerichtet. Während ich geredet hatte, dachte ich immer wieder Halt jetzt endlich deine Klappe, Mikayla!, was letzendlich auch klappte. "Ähm..", sagte Brett nun und ich konnte hören, dass er verunsichert war. Für einen kurzen Moment packte mich Verzweiflung, die ich aber abschüttelte, indem ich mich zusammen riss. "Klar, ich übernachte gerne hier. Wieso auch nicht? Könnte bestimmt ganz lustig werden. Hier bei deiner Familie.", fuhr er schließlich fort und grinste. Augenblicklich strömte Erleichterung durch meinen Körper und mit einem Ruck sah ich ihn an. Ohne zu zögern umarmte ich ihn, was ihn etwas zu überraschen schien. "Danke.", flüsterte ich und legte so viel Kraft in dieses kleine Wort, wie ich nur konnte. "Kein Problem.", erwiderte er, während er mir beruhigend über den Rücken strich. "So, dann geh ich jetzt mal nach Hause und hole meine Sachen.", meinte er schließlich, nachdem er mich los ließ. "Ja, mach das.", erwiderte ich und lächelte, bevor er prompt zurück lächelte, sich zur Tür wandte und keine Sekunde später aus meinem Zimmer verschwand.

Aus dem Leben eines Mädchens..~♥Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt