05.03.2014

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Brett

     
Heute war bereits der 3. Tag, an dem Alexa bei uns war. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich mich mittlerweile etwas besser mit ihr verstand. Klar, die große Freundschaft war es noch nicht, aber immerhin.
Der Groll meines Vaters mir gegenüber schien ebenfalls so gut wie vergessen zu sein. Zumindest nannte er mich seit gestern Vormittag wieder, wie gewohnt, liebevoll "Großer" oder "Mein Junge" und schaute Abends noch ein letztes Mal in mein Zimmer, um zu schauen ob ich schon schlief. Doch das tat ich natürlich noch nicht. Weshalb er sich auch kurz zu mir ans Bett setzte, mich in den Arm nahm und mir einfach sagte, wie stolz er auf mich wäre. Und ja, das war es dann auch schon.

Ich ging aus meinem Zimmer und zu dem Gästezimmer hinüber, da heute ebenfalls der Tag war, an dem Alexa endlich meine Freunde kennen lernen würde. Sie hatte mit äußerster Priorität darauf bestanden und Mikayla hatte bestimmt, dass wir uns alle (Tess, David, Alexa, ich und sie selbst) heute um zwei Uhr nachmittags bei ihr Zuhause treffen und sie Alexa kennenlernen würden.

Bestimmt klopfte ich an die Tür, worauf mir kurz darauf auch schon von meiner Cousine geöffnet wurde, welche nebenbei bemerkt nach wie vor ihren kurzen Schlafanzug trug und verstrubbelte Haare hatte. Eigentlich wollte ich "Bist du fertig?" fragen, aber das hatte ich nach diesem Anblick überhaupt nicht mehr nötig. Stattdessen fragte ich: "Sag mal, hast du bis eben noch geschlafen?", und sah sie ungläubig an. Schuldbewusst sah meine Cousine zu Boden. "Ja... ähm.. ich war noch sehr lange wach und hab telefoniert..." Abrupt hielt sie inne. Als ich ungeduldig eine Augenbraue hochzog, setzte sie hastig: "Ich geh jetzt wohl besser ins Bad, mich fertig machen...", hinzu, schnappte sich ein paar Klamotten und schob sich an mir vorbei, auf den Flur. "Ja, aber bitte beeil dich! In fünfzehn Minuten müssen wir los!", rief ich ihr hinterher, als sie auf nackten Füßen und mit einem Bündel Klamotten unterm Arm ins Bad trippelte und die Tür hinter sich schloss. Ich seufzte. Hoffentlich würde sie sich auch wirklich beeilen und nicht so herumtrödeln wie gestern. Mir war es wirklich ein Rätsel, wie Mädchen immer so viel Zeit im Bad verbringen konnten, dachte ich, während ich die Treppe hinunter ging.

Zu meiner Verwunderung beeilte sie sich wirklich, denn sie kam ungefähr zehn Minuten später zu mir ins Wohnzimmer und verkündete, dass wir nun aufbrechen konnten. Und nachdem wir uns von Mum und Dad verabschiedet hatten, taten wir das auch.

Wenige Augenblicke später standen wir auch schon vor der Haustür der Simpsons. Angespannt hielt ich den Atem an und drückte bereitwillig den Klingelknopf. Alexa schien ebenfalls ziemlich nervös zu sein, denn sie stand neben mir, gerade wie ein Stock, und rührte sich keinen Millimeter. Die einzige Regung, die man bei ihr ab und zu mal wahrnehmen konnte, waren vielleicht ein kurzes Flackern ihrer Augenlider. Doch zum Glück wurden wir keine Sekunde später erlöst, denn Mikayla's Dad öffnete uns die Tür. Er lächelte etwas seltsam, was bestimmt nichts gutes bedeutete. "Oh, hallo junge Dame. Und Brett. Ich wette ihr beiden gehört zusammen. Sollte Tess eifersüchtig werden?", begrüßte er uns, mit direktem Blick auf mir, und ich zuckte zusammen. Alexa neben mir sog scharf die Luft ein. "N-Nein. Wenn ich vorstellen darf: das ist meine Cousine Alexa. Alexa, das ist David. Der Vater meiner besten Freundin Mikayla.", stellte ich sie einander vor. "Die Freude ist ganz meinerseits.", sagten beide gleichzeitig und reichten sich die Hände. "Kommt doch rein.", meinte David freundlich und machte uns den Weg frei.

"Wer ist Tess?!", flüsterte Alexa mir leise ins Ohr, während wir den Flur betraten. "Meine Freundin!", gab ich genau so leise zurück. "Du hast eine Freundin?!" Nun wurde sie lauter und ihre Stimme klang regelrecht begeistert. Ich wollte schon zu einer Antwort ansetzen, doch bevor ich auch nur den Mund aufmachen konnte, trat Mikayla aus dem Türrahmen zur Küche und kam direkt auf uns zu. "Ja, Brett hat eine Freundin. Die übrigens oben in meinem Zimmer schon auf ihn wartet." Verblüfft starrte ich sie an. Hatte sie etwa gehört was wir geflüstert hatten? Offensichtlich, sonst hätte sie die Frage nicht beantworten können.

Aus dem Leben eines Mädchens..~♥Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt