03.03.2014

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Brett

   
Es war Montagmorgen und noch dazu Ferien. Herrlich... Endlich konnte ich wieder ausschlafen! Mittlerweile war es zehn Uhr vormittags und ich war gut gelaunt auf dem Weg zur Küche, um mir dort eine Schüssel Cornflakes zum Frühstück zu machen.
Doch gerade als ich mich gemütlich mit meiner Schüssel an den Esstisch setzen wollte, standen plötzlich meine Eltern vor mir. "Guten Morgen, Großer. Hast du gut geschlafen?", fragte Dad, während Mum sich erkundigte wie's mir ging. "Ähm.. mir geht's gut und ich habe bestens geschlafen, danke." Verwirrt runzelte ich die Stirn. Irgendwas war hier faul. Mit misstrauisch hochgezogener Augenbraue fragte ich: "Wieso? Ist was? Hab ich irgendetwas angestellt?" "Nein, nein.." Mum seufzte. "Es ist nur so...", fing sie an, doch Dad unterbrach sie. "Deine Cousine Alexa kommt heute zu Besuch und bleibt bis Sonntag."
Fassungslos starrte ich ihn an. Nein, nein, nein! Das konnte doch wohl nicht wahr sein! Meine Eltern wissen genau wie wenig ich sie mag! "WAS?! Das... das könnt ihr mir doch nicht antun...", rief ich entsetzt. "Ach Brett, sie ist deine Cousine! Sie hat uns seit über einem Jahr nicht gesehen. Sie vermisst uns. Vor allem vermisst sie DICH! Am Telefon hat sie hauptsächlich von dir gesprochen.", unterbrach mich Mum und rieb sich mit beiden Händen die Schläfen. Sah ganz so aus, als ob sie ziemlich angespannt wäre. Ich schnaubte. "Das glaubt ihr doch wohl selbst nicht! Sie will uns doch nur besuchen kommen, damit sie mich wieder nerven kann, so wie die letzten Jahre auch!", schrie ich immer lauter werdend. Mittlerweile war ich richtig wütend. "Das reicht!" Dad's scharfe Stimme zerschnitt die Luft. "Also erstmal...", er wandte sich an mich und seine wütenden Augen schienen mich förmlich zu durchbohren. "...will ich nie wieder hören, dass du so mit uns sprichst, junger Mann. Und zweitens will ich, dass du dich benimmst solange Alexa bei uns ist. Sprich: sei freundlich zu ihr. Und sobald sie ab heute nachmittag hier ist, will ich nichts mehr von deinen Feindlichkeiten ihr gegenüber sehen, hast du verstanden?", sobald er seine Standpauke beendet hatte, sah er mich abwartend an, sein Gesicht vor Wut verzerrt. Doch ich, so stur wie ich war, sagte gar nichts und starrte einfach nur trotzig zurück. Danach stürmte ich, ohne ein Wort aus dem Esszimmer. Die Cornflakes ließ ich stehen. Ich hörte noch wie Mum sagte: "Und genau deswegen hätten wir es ihm schonend beibringen sollen.", als ich schon aus der Tür war. Hörte sich ihre Stimme irgendwie... weinerlich an? Wenn ja, ignorierte ich es.
So schnell ich konnte sprintete ich die Treppe zu meinem Zimmer hoch. Meine Tür schlug ich so stark zu, dass der Schlüssel, der darin steckte, zu Boden fiel. Doch das nahm ich gar nicht richtig wahr. Das einzige, woran ich denken konnte, war, dass diese schreckliche, 15-jährige Nervensäge eine ganze Woche hier bei mir Zuhause sein würde! Und dass mich das so wütend machte, dass ich am liebsten schreiend auf die Wand eingehauen hätte. Doch das würde für meine Hände höchstwahrscheinlich nicht gut enden... Kurz dachte ich an die Cornflakes Schüssel, die ich unberührt im Esszimmer hab stehen lassen. Jetzt war mir eindeutig der Appetit vergangen. Und meine gute Laune auch. Das war ja mal ein super Start in die Ferien.

Nach dem Mittagessen beschloss ich, für eine Weile zu Austin und Justin zu gehen. Ich musste ihnen dringend erzählen, dass Alexa eine ganze Woche hier in Hamburg sein würde...
Die beiden waren eigentlich nur Cousins, wohnten dennoch in ein und demselben Haus. In Bayern war das nicht so gewesen. Und weshalb ihre Eltern auf einmal zusammen ziehen wollten, wusste keiner so genau. Wie dem auch sei... als ich wenige Minuten später um die Ecke bog und ihr Haus schon in Sicht kam, kamen plötzlich die Erinnerungen an das Mittagessen wieder hoch. Dad, der mich die ganze Zeit strafend gemustert, ich, der wieder mal nichts gesagt, und Mum, die einfach nur still auf ihrem Stuhl gesessen hatte. Doch diese Bilder verscheuchte ich so schnell wie möglich wieder. Immerhin stand ich wenige Minuten später schon auf der Fußmatte und drückte den Klingelknopf runter. Justin war derjenige, der mir aufmachte. "Oh, hey!", begrüßte er mich und lächelte. "Hey... ähm... ich muss mit euch reden. Es ist wichtig. Kann ich vielleicht reinkommen?", fragte ich zögernd und sah ihn abwartend an. "Ja klar! Das fragst du noch? Aber Cecilia ist auch da, falls dich das stören sollte.", erwiderte Justin. Erleichtert atmete ich aus. "Nein, nein. Das ist schon in Ordnung.", versicherte ich ihm. Und wenn ich ehrlich war, hatte ich das in gewisser Weise schon erwartet. Schließlich sind Justin und sie, seitdem sie an diesem Springbrunnen zusammen gekommen waren, so gut wie unzertrennlich und keiner macht irgendwas ohne den anderen. Oder so ähnlich. Nach unserer Wasserschlacht an dem Springbrunnen wurde auch niemand krank, so wie es Alex vermutet hatte.
"Mikayla, David und Tess kommen übrigens auch noch.", erklärte er, als wir bereits die Treppe zu seinem Zimmer hoch gingen. Jetzt wurde ich langsam hellhörig. "Was?" "Ja, ich bzw. wir haben sie eingeladen.", erklärte er beiläufig. Fassungslos starrte ich ihn an. Ne, das hat mich jetzt mal so gar nicht verletzt...
"Bei dir haben wir natürlich auch angerufen.", sagte er schnell, nachdem er meinen Blick bemerkt hatte. "Aber dein Dad meinte, dass du keine Zeit hättest und hat sich dabei richtig wütend angehört." Augenblicklich verfinsterte sich meine Miene. "Ich verstehe..", murmelte ich grimmig. "Habt ihr irgendwie Stress?", hakte Justin nach. "Das ist das, was ich euch gleich erzählen werde.", erklärte ich. Mein Gesicht hatte sich mittlerweile wieder etwas aufgehellt und ich spürte wie sich Erleichterung in meinem Bauch breit machte. Sie haben doch an mich gedacht...

Aus dem Leben eines Mädchens..~♥Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt