07.01.2015

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Max
   

Als ich heute Morgen aufwachte, war alles noch still in der Wohnung. Die Sonne kam nur langsam zum Vorschein, was bedeutete, dass es noch relativ dunkel sein musste. Sonderlich viel Licht schien auf jeden Fall nicht ins Zimmer, und das obwohl die Jalousie samt dem Vorhang bereits nach hinten gezogen wurde. Kein Wunder, es war immerhin erst kurz vor halb sieben. Dementsprechend müde kam ich auch aus dem Bett. Ich war es nicht gewohnt so früh aufzustehen. Zuhause schlief ich meist bis viertel nach sieben. Jedoch konnte ich da zu Fuß zur Schule gehen. Hier musste ich mit dem Bus fahren, da es sonst einfach ein viel zu langer Weg wäre.

Laut gähnend stieß ich die Tür zum Badezimmer auf, um mich dort fertig zu machen. Nur langsam schaffte ich es mich aus meinen Schlafsachen zu pellen und mir einigermaßen vernünftige Klamotten überzuziehen. Wofür in diesem Fall eine alte Jeans und ein rotes T-Shirt her halten musste, wessen Farbe schon ein wenig ausgewaschen war. Das waren zwar nicht unbedingt die besten Sachen, die ich besaß, doch wenigstens besser als gar nichts.

Sobald ich im Bad mit allem fertig war, schlurfte ich verschlafen in die Küche, wo zu meiner Überraschung Marina bereits am Tresen stand und irgendetwas auf ihrem Laptop tippte. Flo schlief wie erwartet noch.

"Guten Morgen! Ich hab' Rührei gemacht. Willst du was?", begrüßte sie mich, nachdem sie mich bemerkt und ich mir vom Tresen aus Orangensaft in ein Glas geschüttet hatte. "Danke, dir auch. Und klar ich hätte jetzt gerne was.", erwiderte ich, worauf sie sich sofort einen Teller schnappte, etwas Rührei darauf verteilte und mir in die Hand drückte. "Danke.", sagte ich und lächelte ich sie an. Sie lächelte zurück. "Kein Problem."

Mit dem vollen Teller in der einen und das Glas mit dem Orangensaft in der anderen Hand steuerte ich den Esstisch an und ließ mich auf einen der weißen Kunstlederstühle nieder. Marina gesellte sich zu mir besser gesagt, genau gegenüber. Ihre Haare waren noch ganz zerzaust und überhaupt sah sie noch nicht besonders fit aus. Ihre Schlafsachen trug sie ebenfalls noch.

Seufzend rieb sie sich über die Augen, was meine Vermutung bestätigte. Sie war noch müde. Was um diese Uhrzeit wirklich kein Wunder war. Doch da war noch was anderes.. Sehr blass war sie im Gesicht und ihr schmaler Körper sah noch dünner aus als sonst. Überhaupt war sie von Natur aus eher ein zierliches Mädchen, welches oft sehr zerbrechlich wirkte, vor allem, da sie auch so klein war. Doch im Moment hatte man den Anschein, dass sie abgenommen hatte, worauf sie gleich noch zerbrechlicher wirkte. Schon immer hatte sie Probleme mit ihrem Gewicht gehabt und wog oft ziemlich wenig.. Und dabei war sie erst neunzehn, zwei Jahre jünger als mein Bruder. In diesem Fall konnte man nur hoffen, dass sie da nicht in irgendetwas reinrutschte.. Von Flo wusste ich, dass er sich deswegen oft große Sorgen um sie machte..

"Wie geht's dir eigentlich? Hast du gut geschlafen?", riss Marina mich kurz darauf aus meinen Gedanken. "Äh.. ganz gut eigentlich. Ja, war in Ordnung. Du?", erwiderte ich hastig. Sie seufzte. "Beides na ja.. Ich hab' zur Zeit einfach zu viel um die Ohren.." Ich nickte verstehend. "Das kenne ich." Sie lächelte.

"Flo.. schläft noch, oder?", fragte ich, nachdem keiner mehr etwas sagte. Sie nickte. "Ja. Er hat heute frei. Ich muss, wenn du weg bist, noch zur Uni bis abends." Darauf verdrehte sie die Augen, was mir signalisierte wie sehr sie Lust darauf hatte. Ungefähr so viel wie ich auf Schule. "Ich will auch frei haben..", murmelte ich. "Denkst du ich nicht? Aber du hast es wenigstens gut. Flo hat gesagt, dass er dich heute von der Schule abholt." Sofort hellte sich mein Blick auf. "Wirklich?" Sie nickte. Vorfreude breitete sich in meinem Bauch aus. Ich würde abgeholt werden. Das war viel besser, als mit dem Bus heim fahren zu müssen. Obwohl.. alles war besser als mit dem Bus heim fahren zu müssen.

Nachdem ich fertig gegessen und mein Teller samt Glas in der Geschirrspülmaschine verschwunden war, war es bereits zwanzig nach sieben, was hieß, dass ich los musste.
Hastig verabschiedete ich mich von Marina, zog mir schnell Schuhe an und warf mir die nächstbeste Jacke über, da ich bereits spät dran war.

Aus dem Leben eines Mädchens..~♥Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt