27.04.2015

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Brett

      
Das Klassenzimmer war so gut wie leer, als ich mich vor Schulbeginn einmal im Raum umsah. Nur David, Austin, Justin, Max, Cecilia, Helena, Tobias, Nils, Sophia, Lina und ich befanden sich dort. Der Rest war irgendwie noch nicht da, doch soweit ich das kannte, ist das vollkommen normal geworden. Die meisten trieben sich vor offiziellem Schulbeginn immer gerne noch auf den Schulfluren herum oder verbrachten Zeit auf den Toiletten. Was auch immer man da solange drin verbringen konnte. Aber was mir heute dabei besonders auffiel, war die Unanwesenheit eines bestimmten Schülers. Als mein Blick über die Stuhlreihen glitt, bemerkte ich, dass Markus fehlte. Sein Platz war vollkommen leer. Schon seit letzter Woche war er das. Seit dem Vorfall an meinem Geburtstag, kam er nicht mehr zur Schule. Und ich musste ehrlich sagen, dass mich Markus' "kleiner" Nervenzusammenbruch wirklich überrascht hatte. Ich meinte, wer hätte schon damit gerechnet, dass er einfach sämtliche Bücher gegen die Schränke schleudern würde? Ich zumindest nicht. Und ich dachte, auch kein anderer aus diesem Raum. Andererseits war dieser Junge schon ziemlich unberechenbar und unvorhersehbar gewesen, man konnte nie wissen, was er als nächstes tun würde. Ich meinte, Max einfach so rausschmeißen? Was sollte das? Er wollte doch unbedingt, dass er dabei war oder habe ich da irgendetwas falsch verstanden? Ich glaubte nicht. Vor allem war es recht nervig, wenn er jede Person sofort anschrie, wenn die nur versuchte normal mit ihm zu reden. Ich meinte das ernst.. da in der Bibliothek, ich wollte ihm wirklich nur helfen. Denn nach der Aktion hatte man eindeutig gemerkt, dass mit ihm irgendetwas nicht stimmte. Aber der Vollidiot wollte sich ja nicht helfen lassen.

"Mach dir um ihn nicht allzu viele Gedanken..", murmelte David leise neben mir und merkte dabei, dass ich nach wie vor auf Markus' Platz starrte. "Markus kann ziemlich pissig sein und dann hat er oft Lust auf gar nichts. Deswegen kommt er wahrscheinlich auch öfter nicht zur Schule. Und auch deswegen der Vorfall mit den Büchern." Seufzend drehte ich mich zu ihm um. "Ja.. wahrscheinlich hast du Recht. Der wird sich schon wieder einkriegen."

Kurz darauf kam auch schon unsere Lehrerin, welche wir in den ersten beiden Stunden hatten, die Tür herein. Voll bepackt mit ihrem Rucksack und einigen Ordnern, welche sie unter ihren Arm geklemmt hatte. Damit steuerte sie ihr Pult an, eilig und so, dass ihr nichts zu Boden fallen konnte. Warum zum Teufel schleppte sie bitte heute so viele Ordner mit sich herum? Ließ sie die meisten davon nicht einfach in der Schule?

Ein lautes Scheppern erklang, als Frau Meier ihre Ordner auf das Pult knallen ließ, worauf locker die Hälfte der Schüler zusammen zuckte. Ihren großen schwarzen Rucksack ließ sie zu Boden gleiten. "So..", seufzte sie, strich sich erschöpft einige Haare aus der Stirn und sah sich anschließend einmal im Klassenzimmer um. "Wo ist denn der Rest von euch? Sind die alle krank?", fragte sie, als sie bemerkte, wie leer es hier im Raum überhaupt war. Doch diese Frage hätte sie sich gar nicht erst stellen brauchen, denn kurz darauf kam auch schon der Großteil des Rests ins Klassenzimmer herein geströmt. "Ahh.." Frau Meier nickte zufrieden. "Da kommen sie ja alle. Habt es noch geradeso geschafft. In einer Minute beginnt der Unterricht.", erklärte sie streng. "Mara ist krank, Frau Meier.", verkündete Zoe, während sie sich auf ihren Platz in der mittleren Reihe setzte. "Jonas auch.", meinte Niklas und setzte sich ebenfalls auf seinen Platz, doch diesmal in der ersten Reihe. Frau Meier seufzte. "Ich verstehe." Murmelnd schrieb sie sich etwas ins Klassenbuch, ehe sie sich in ihren schwarzen Lederdrehstuhl niederließ. Ihr Blick ging erneut durch die Reihen, um ein letztes Mal zu überprüfen, da ja jetzt jeder anwesend war. Jedoch hielt sie bei Markus' leeren Platz inne. "Markus ist ja immer noch krank.. weiß vielleicht jemand, was er hat?" Schweigen. Und ehe noch einer hätte antworten können, gongte es. Der Unterricht hatte offiziell begonnen.

Alex

Ungeduldig schaute ich auf meine türkisfarbene Armbanduhr mit dem goldenen Rand als Verzierung. Wo blieb er denn? Hatten wir nicht 18 Uhr ausgemacht? Jetzt war es schon zwanzig nach. Ich seufzte schwer, während ich mit meinem Fuß, welcher in schwarze Kunstlederstiefel gehüllt war, immer wieder den Sand aufwirbelte. Eine typische Geste von mir, die ich tat, wenn ich ungeduldig wurde. Zwar mussten meist Steine dafür herhalten, doch wenn ich mich schon am Strand befand.. gab es definitiv nichts besseres. Auch, wenn ich mir damit meine Schuhe ziemlich ruinierte. Dies zählte jedoch nur für diesen Abend.

Aus dem Leben eines Mädchens..~♥Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt