Tess
Schweren Herzens schaute ich an dem großen Gebäude vor mir hinauf. Ich seufzte. Nun war es also soweit... Das Gebäude, vor dem ich stand, war die Hamburger Suchtklinik. Das hieß gleichzeitig auch, dass ich Abschied nehmen musste. Von meiner Familie. Von jedem. Denn überraschenderweise ist selbst Fabian mitgekommen. Von meinen Freunden hatte ich mich bereits früh morgens verabschiedet, da sie ja in die Schule mussten. Wenn ich an den mehr oder weniger emotionalen Abschied von mir und Brett denken musste, kamen mir teilweise immer noch die Tränen. Wie er mich umarmt hatte... Wie man ihm angesehen hatte, dass selbst ihm der Abschied schwer fiel.. Ich seufzte wieder. Nur diesmal tiefer. Reiß dich zusammen. Du musst jetzt stark sein. Du darfst nicht aufgeben. Es sind doch nur zwei Wochen. Du schaffst das. Und außerdem hast du eh keine andere Wahl. Du bist schließlich aus einem bestimmten Grund hier., sprach ich mir selbst zu und tatsächlich half es. Ich fühlte mich etwas besser.
"So Süße. Wir werden dich jetzt noch hineinbringen, dich anmelden und dich anschließend zu deinem Zimmer begleiten. Danach heißt es wohl Abschied nehmen.", verkündete Dad und setzte ein bemühtes Lächeln auf, doch man merkte, dass er ebenso traurig war. Och Mann! Das konnte ja ein Abschied werden.. Mum nickte. "Genau." Natürlich stand auch ihr die Traurigkeit förmlich ins Gesicht geschrieben. Selbst Fabian, welcher still bei uns stand, wirkte heute anders als sonst. Und obwohl ich fast vermutete, dass er sich jetzt schon verabschieden und einfach gehen würde, blieb er. Er erklärte sich sogar dazu bereit meine Koffer zu tragen. Was war in ihn gefahren? "Ach, lass. Ich mach das schon.", meinte er und nahm mir meine Koffer aus der Hand. "Okay.. danke dir.", erwiderte ich darauf etwas irritiert und lächelte ihn, versuchte es zumindest, leicht an. Gemeinsam betraten wir das Gebäude, welches und wessen Grundstück ich ab sofort zwei Wochen lang nicht mehr verlassen würde.
Sobald wir drin waren, ging alles relativ schnell. Ich war einer der ersten, die an der Anmeldung dran genommen wurden. "Und als nächstes... Tessa Sophie Schneider?", las die dunkelbraunhaarige Frau, (ich schätzte sie so zwischen Mitte Ende vierzig) vor. Sofort reagierte ich und ging gemeinsam mit meinen Eltern und meinem Bruder zur Anmeldung. "Das bin dann wohl ich.", seufzte ich. Die Frau nickte und ich sah, wie sie etwas bei ihrer Liste abhakte. "Das sind dann wohl deine.. Eltern?", hakte sie nach und sah Mum und Dad, welche neben mir standen, fragend an. Diese nickten. "Und dieser junge Mann ist..." "Ihr Bruder.", unterbrach Fabian sie. "Gut.", nickte die Frau, wessen Name ich noch nicht wusste. "Hier ist dein Zimmerschlüssel. Alles nötige befindet sich bereits dort. Ebenso einen Wegweiser für den Anfang, damit du dich hier nicht verläufst. Weitere Informationen bekommst du nach dem Mittagessen von uns. Dieses befindet sich immer im Speisesaal im ersten Stock und ist um Punkt 12 Uhr. Sobald du deine Karte hast, wirst du leicht hinfinden. Dein Zimmer ist im zweiten Stock.", erklärte mir die Frau. Sie lächelte freundlich, was sie gleich etwas sympathischer machte. Automatisch lächelte ich zurück. "Alles klar. Danke Ihnen. Ähm.. könnte ich wissen wie Sie heißen?", hakte ich nach, da ich nicht länger in Ungewissheit leben wollte. "Aber natürlich. Das habe ich ja ganz vergessen... Verzeih mir. Ich bin Frau Wallersdorf, aber du kannst mich aber auch Hannelore nennen.", erwiderte die Frau, die sich so eben als Frau Wallersdorf aka Hannelore herausgestellt hatte. Ich nickte. "So Süße... ich glaube langsam wird es Zeit. Wir werden dich jetzt noch zu deinem Zimmer begleiten und anschließend müssen wir uns leider voneinander verabschieden.", brachte mich Mum wieder zurück in die Wirklichkeit. Verdammt. Sie hatte recht... Langsam wurde es echt ernst. Ich spürte, wie ich immer nervöser wurde... Ich drehte mich zu ihr. "Ja... da hast du recht.", erwiderte ich. Meine Stimme zitterte leicht. Ich sah auf meinen Zimmerschlüssel. Zimmer 222 im 2. Stock. Okay. Das würde ich mir wenigstens leicht merken können.
Mit Bedauern mussten wir feststellen, dass die Aufzüge alle defekt waren. So mussten wir in den zweiten Stock laufen. Natürlich war es bis zum 2. Stock nicht so weit, aber die Treppen waren verdammt lang. Mein Bruder tat mir fast leid, da er die beiden schweren Koffer hoch hieven musste. Aber wie gesagt nur fast. Er wollte es ja machen...
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Aus dem Leben eines Mädchens..~♥
Romance》"Du hasst Menschen grundlos. Du gehst zu leichtfertig damit um. Ich meine, was bringt dir der Hass? Wenn du dich weiterhin so verhältst, will definitiv keiner je mit dir befreundet sein."《 September 2012 Im Leben des Mädchens Mikayla Ashley Simpson...
