30.10.2014

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Markus

       
Mit einem lauten Quietschen schwang meine Zimmertür auf. Ich fluchte. Direkt nebenan schliefen meine Eltern endlich in ihrem Bett und ich konnte einfach nicht riskieren, dass sie aufwachten. Ich hatte keinen Bock darauf mal wieder Stress mit ihnen zu haben. Also versuchte ich so leise wie möglich die Treppe hinunter in die Küche zu gelangen, was ziemlich schwer war, wenn man dazu einen gefühlt zehn Kilo schweren Schulrucksack mit sich schleppen musste. Doch ich gab mir Mühe.

Dort angekommen stellte ich ihn kurz auf dem Boden ab, nahm mir ein Glas aus dem Küchenschrank und schüttete mir Milch ein. Um groß zu frühstücken, hatte ich keine Zeit mehr. Es war bereits viertel vor acht und mein Schulweg betrug an die zwanzig Minuten. Stöhnend verdrehte ich die Augen. Ich hatte sowas von keine Lust.. Doch ich konnte es mir nicht leisten, einfach nicht hinzugehen. Meine Noten waren so oder so schon am Arsch, da brachte schwänzen auch nichts. Und die Klasse durfte ich nicht wiederholen. Weiß Gott, was meine Eltern dann mit mir anstellen würden..

So leise wie möglich schlich ich mich in die Garderobe, um mich anzuziehen. Soweit ich wusste, war es heute ziemlich kalt, weshalb ich meine alte schwarze Winterjacke hervorholen musste, doch das störte mich nicht. Hauptsache ich fror heute nicht, wenn ich eh schon zur Schule musste. Na ja.. eine positive Sache hatte das Ganze. In der Schule wäre es zumindest besser als Zuhause.. Ich kniete mich zu Boden, um meine Schnürschuh anzuziehen, schmiss mir die Jacke über, hievte mir meinen Schulranzen auf den Rücken und verließ anschließend das Haus. Meinen Schlüssel hielt ich dabei fest in der Hand.

"Hey.. was geht?", begrüßte ich wie üblich Raphael, Timo und Maja, welche wie gewohnt an der Hauptstraße standen und eine rauchten. So wie immer eben. "Ach nichts besonderes.", erwiderte Raphael, während er den Rauch auspustete und die Zigarette mit dem Schuh zerdrückte. Das Ganze aber nur, damit er sich gleich darauf die nächste anzünden konnte. Skeptisch beobachtete ich ihn dabei. Ob seine Eltern wohl wussten, dass er rauchte? Mir konnte das ja eigentlich egal sein, doch interessieren würd's mich schon.

Als er merkte, dass ich ihn permanent anschaute, hob er eine Augenbraue und hob seine Schachtel höher. "Willst du auch? Musst nur fragen." Darauf hob ich abwehrend die Hände und lächelte. "Nein, danke. Ich verzichtete." Ein heiseres Lachen verließ seine Kehle. "So ist das also. Weißt du.. seitdem Max bei uns ist, bist du irgendwie voll weich geworden, weißt du was ich meine? Genauso wie Max. Mir war ja von Anfang an klar, dass der keine Eier haben würde, doch du wolltest ihn ja unbedingt dabei haben. Du dachtest, das wird schon mit ihm. Er könnte sich anpassen. Tja.. falsch gedacht! Und jetzt bist du genauso wie er." Das Lächeln, das sich auf seinem Gesicht ausgebreitet hatte, wurde bitter. Maja und Timo hinter ihm waren ganz still geworden, doch ich merkte, dass sie beide das gleiche denken mussten. Meine Augen verengten sich zu Schlitzen. "Ach, ist das so?", flüsterte ich gefährlich und kam näher auf ihn zu. "Ja. Ja, das ist so.", murmelte Raphael im gleichen Tonfall. Kühl starrte ich ihn an. Mein Gesicht war vor Wut verzehrt und wahrscheinlich auch ebenso rot. "ICH ZEIG DIR GLEICH WIE ,WEICH' ICH BIN DU DRECKSBASTARD!", schrie ich und stürzte mich auf ihn. Bereit ihm in seine verdammte Fresse zu schlagen. Doch Raphael ließ sich davon nicht beirren. Er lachte und wich mir mit so einer Leichtigkeit aus, die man nicht einmal bei den meisten Profisportlern zu sehen bekam. Klar, er war älter als ich und dementsprechend auch größer, weshalb das Ganze auch keinen Zweck hatte. Das hätte mir eigentlich klar sein müssen. Doch ich hatte aus meiner Wut heraus gehandelt. Wenn ich einmal wütend war, und das war ich sehr oft, konnte mich keiner mehr stoppen.

Zu allen Überfluss stellte sich nun auch noch Timo hinter mich und hielt meine beiden Arme hinter dem Rücken fest. Und das mit solch einer Kraft, dass ich scharf die Luft einsog. Maja, welche schadenfroh grinste, stellte sich neben Raphael. "Fühlt ihr euch jetzt cool, oder was? Lasst mich los, ich bin immer noch -", fauchte ich, doch Raphael unterbrach mich. "Du bist immer noch was? Du bist erst mal gar nichts mehr. Denn so eine Pussi als Anführer können wir nicht gebrauchen." Mir klappte der Mund auf. "Das kann nicht dein Ernst sein!", protestierte ich, worauf ich nur noch fester von Timo festgehalten wurde. Ich biss die Zähne zusammen. Das tat so weh.. Fast fühlte es sich so an, als würde er mir die Arme ausreißen wollen.

"Das ist aber sein Ernst.", mischte sich nun Maja ein. Augenblicklich wanderte mein Blick zu ihr. "Das heißt ihr schmeißt mich raus?", fragte ich fassungslos und sah wieder zu Raphael. Dieser schaute nachdenklich zu Boden. Als er wieder aufschaute war sein Blick klar. Er hatte eine Entscheidung getroffen. Auch wenn ich es nicht wollte, klopfte mir mein Herz bis zum Hals und ich hatte das Gefühl, dass es mir gleich aus der Brust springen würde. "Nein.", hallte seine Stimme mir in den Ohren wider. Überrascht blinzelte ich. Mein Herzschlag beruhigte sich etwas und mein Magen fuhr nicht länger Achterbahn. Im Gegenteil. In ihm breitete sich gerade grenzenlose Erleichterung aus. Er schmiss mich nicht raus..

Jedoch war ich misstrauisch. "Nein? Und wo ist da bitteschön der Haken?" Raphael legte den Kopf schief und musterte mich von oben bis unten. "Timo, lass ihn mal bitte wieder los.", befahl er ihm, worauf dieser meine Arme losließ und ich endlich wieder frei war. "Der Haken ist, dass ich ab sofort bestimmen will und.." Er legte eine Pause ein. So, als sei er nicht sicher, ob er das nächste wirklich sagen wollte. "Dass Max nicht länger dabei ist. Er wird rausgeschmissen. Und du wirst ihm das sagen. Du hast 15 Tage Zeit." Sprachlos starrte ich ihn an. Nein.. Das konnte ich nicht. Max fühlte sich ohnehin schon ziemlich verlassen, da kann ich ihn nicht auch noch hängen lassen. Damit wäre ich kein Strich besser als seine alten Freunde.

"Das kann ich nicht machen! Gibt es keine andere Lösung?", erwiderte ich und sah ihn hoffnungsvoll an. Doch zu meiner Enttäuschung schüttelte er nur mit dem Kopf. "Tust du es nicht innerhalb der 15 Tage, mache ich es. Und dich schmeiße ich gleich hinterher raus. Bis zum 14. November hast du Zeit. Spätestens da ist er weg. Und vielleicht auch du, das kommt drauf an." Auf sein Gesicht schlich sich ein schiefes Lächeln. Ich musste schlucken. Ich hatte keine Wahl.. Ich musste das tun. Schließlich wollte ich nicht rausgeschmissen werden. "Na schön.. ich mache es.", stimmte ich letztendlich zu, was mich ganz schön an Überwindung kostete. Raphael lächelte. "Ich wusste doch, dass du noch zur Vernunft kommst.", sagte er, doch das bekam ich nur noch am Rande mit, da ich die Straße hinaufschaute. Dort erkannte ich eine Gestalt, welche immer näher kam. Es war Max. Ich durfte mir nichts anmerken lassen. Denn egal was Raphael sagte, diese letzten 15 Tage blieb er noch. Und danach musste er weg. Scheiße..

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So... heute noch ein Kapitel! Was für eine Wendung..
Ich hab beschlossen dieses früher zu veröffentlichen, da ich nächste Woche von Donnerstag bis Montag in Österreich bin und kein Internet habe. Dementsprechend hätte ich es auch nicht veröffentlichen können... .3. Aber auch aus dem Grund, da heute (20.03.) Davids Geburtstag ist und ich es ganz passend fand, an diesem Tag ein Kapitel zu updaten ^^ auch wenn dieses rein gar nichts mit ihm zu tun hat xD

Also, was meint ihr, was wird passieren?
Schreibt eure Vermutungen gerne in die Kommentare!

Freue mich wie immer auf ein paar nette Kommis, Verbesserungsvorschläge,.. whatever .3.

Dann sehen wir uns hier im nächsten Kapitel wieder, welches ganz sicher am Samstag, den 02.04. kommt ♥

Bis dahin.. schöne Ferien, an alle die welche haben c:

Bis dann!
Eure Sarahr4y ♥

Aus dem Leben eines Mädchens..~♥Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt