Mikayla
Heute habe ich es zum Glück geschafft rechtzeitig aufzustehen. So packte ich gerade meine Tasche fertig und sah anschließend auf die Uhr. Hmm.. Es war halb acht. In fünfzehn Minuten würde mich David wie gewohnt abholen. Unschlüssig was ich jetzt noch tun konnte, blieb ich wie angewurzelt in der Küche stehen. Keine Sekunde später rührte ich mich auch wieder, da mir was eingefallen war was ich tun könnte. So ging ich auf den Esszimmertisch zu, setzte mich dorthin und schlug die neuste Ausgabe der Hey! auf. Die Hey! war eine Zeitschrift, in der es um die neuesten News der Stars und um Fashion und Lifestyle ging. Und diese Zeitschrift gehörte soweit ich wusste Amanda. Aber das kümmerte mich jetzt herzlich wenig. Ich brauchte etwas um die Zeit totzuschlagen, bis David hier war. Auf der ersten Seite gab es die Star News. Dort konnte man sehen, wer alles mit wem zusammen gekommen war, wer Vater wurde und so weiter! Nachdem ich die Seite überflogen hatte blätterte ich direkt weiter. Auf dieser Seite standen lustige Sprüche von den Stars und an der Seite ein paar ausgedachte Witze, wie: "Kommt ein Frosch in den Laden. Der Verkäufer fragt: ,,Was darfs sein?" Sagt der Frosch: "Quark!"
Und ja.. und noch ein paar weitere teilweise lustig teilweise unlustige Witze. Danach blätterte ich erneut weiter und stieß direkt auf einen Artikel, welcher sich um Justin Bieber und Selena Gomez handelte. Ich stöhnte laut auf nachdem ich die Überschrift las, die lautete: "Sind sie wieder zusammen?" Justin Bieber und Selena Gomez waren nämlich ein Paar, hatten aber vor kurzem Schluss gemacht. Und in diesem Artikel stand, dass sie wahrscheinlich wieder zusammen waren, da es gewisse Anzeichen dafür gab. Selena Gomez mochte ich. Aber Justin Bieber ...? Kein bisschen. Vor circa einem Jahr mochte ich ihn noch, aber seitdem er sich so verändert hatte nicht mehr. Wie dem auch sei, nachdem ich mir die Seite durchgelesen hatte, sah ich erneut auf die Uhr und bemerkte, dass ich los musste. Auf einmal war auch Leben ins Haus gekommen, manche kamen von ihren Zimmern runter und die anderen vom Wohnzimmer. So klappte ich seufzend die Zeitschrift zu, stand auf und ging in die Gaderobe. Dort zog ich mich mit meinen Schwestern an und verließ wenige Augenblicke später das Haus.
David wartete wie erwartet schon auf mich und so kam ich auf ihn zu und wir begrüßten uns. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zur Schule. "Ich hoffe Tess weiß was sie tut, und dass sie nichts falsches macht.", fing ich dann nach einer Weile der Stille an. "Ich werde heute auf jeden Fall versuchen mit ihr zu reden.", machte ich weiter, nachdem David nichts dazu sagte. "Hm, ja mach das.", erwiderte dieser nun völlig abwesend und seuzte schließlich. "Ist alles ok?", fragte ich ihn überrascht und sah ihn sowohl etwas verstört, als auch besorgt an. "Ehh.. ja. Ich war nur grad in Gedanken woanders.", erwiderte er, sah mich ebenfalls an und lächelte unsicher. "Das hat man gemerkt.", bemerkte ich und fügte kurz darauf ein: "Sicher?", hinzu. Er nickte. Und nachdem ich dies nochmal ganze fünf Male immer eindringlicher wiederholte, meinte er endlich: "Ja Mikayla, mir geht's gut! Ehrlich! Du brauchst dir keine Sorgen um mich zu machen, okay?", und mit jedem Wort wurde seine Stimme sanfter, bis er mich schließlich glücklich und liebevoll anlächelte. Aww.. ich liebte dieses Lächeln! Nur wenn er so lächelte, konnte ich mir wirklich sicher sein, dass es ihm gut ging. So lächelte ich erleichtert zurück, sagte: " Das freut mich. Und jetzt komm, wir müssen zur Schule!", packte seine Hand und zog ihn mit mir. "Ist ja gut!", lachte er und ließ es einfach geschehen. Ich lachte ebenfalls und so gingen wir lachend Richtung Schule.
Nachdem wir dort angekommen waren und uns drinnen unsere Wege trennten, fing logischerweise ein paar Minuten später der Unterricht an. Ich versuchte immer wieder im Laufe der ersten zwei Stunden mit Tess Blickkontakt aufzunehmen, was aber jedes Mal kläglich scheiterte. Bis nachdem ich in der kleinen Pause auf sie zu kam und versucht habe mit ihr zu reden. Das Gespräuch verlief wie folgt: "Ähm, Tess? Kann ich mal mit dir reden..? Ich hab gestern nach der Schule zufällig beobachtet, wie du und ein paar 10. Klässler zusammen standen und..", begann ich, und kurz nachdem ich das sagte, schnellte ihr Kopf nach oben und sie starrte mich sowohl eindringlich, als auch wütend an. Dieser Blick war äußerst unheimlich... "Du hast was?!", schrie sie nun entsetzt. Ich atmete einmal tief durch und erwiderte, nachdem ich mich gefasst hatte mit fester Stimme: "Ja habe ich. Und ich frage mich warum.. Und noch was. Hast du...", ich konnte nicht zu Ende reden, denn Tess unterbrach mich mit: "Das geht dich garnichts an!", und antwortete anschließend auf meine anderen Fragen: "Tja, die 10. Klässer sind halt meine neuen Freunde geworden. Und gestern haben wir uns eben an diesem Baum getroffen.", zu meinem Entsetzen. Und dies war ich auch: ich konnte garnicht anders als Tess entsetzt und fassungslos zugleich regelrecht anzustarren. "B-Bitte was? Hab ich das richtig verstanden? D-Du hast mich, David und Brett mit diesen 10. Klässlern ersetzt? Was ist nur in dich gefahren?! Immerhin ist Brett dein Freund!",schrie ich sie beinahe an, nachwievor ziemlich ungläubig und jetzt auch total sauer. "Tja. Wie gesagt das geht dich nichts an. Und wehe du erzählst meinen Eltern was davon!", antwortete sie nur darauf, ihre Stimme war sowohl knallhart, als auch konnte man pure Traurigkeit daraus erkennen, wendete sich von mir ab schlug ihr Buch auf und fing an mich zu ignorieren. Fassungslos schüttelte ich den Kopf, ging wie betäubt zu meinem Platz zurück und ließ mich dort nieder. Jap. Ab da fing sie an mich einfach zu ignorieren. Was mich gleichzeitig von Minute zu Minute wütender machte. In der vorletzten Stunde hielt ich es kaum noch aus. Am liebsten wär ich auf Tess zu gegangen und hätte sie angeschrien. Aber ich konnte mich gerade noch beherrschen. Bella, welche die Auseinandersetzung zwischen mir und Tess wohl mitbekommen hatte, sah mich die ganze Zeit über besorgt an, aber ich ignorierte ihren Blick und starrte entweder auf meinen Tisch oder schaute zur Tafel. Nachdem die Schule endlich nach gefühlten hundert millionen Jahren vorbei war, sprang ich von meinem Platz auf und verließ so schnell wie möglich das Klassenzimmer. So ging ich die Flure entlang und Treppen hinunter, bis ich an der Eingangstür ankam, diese aufdrückte und hinaustrat. Draußen sah ich David auch schon, wie er langsam seinen Kopf hob und sein Blick genau auf mich fiel. Unwillkürlich schlich sich ein Lächeln auf sein Gesicht. Ich lächelte ebenfalls, versuchte es zumindest, atmete noch einmal tief durch und ging dann auf ihn zu. "Hey.", begrüßte er mich und nahm mich schließlich in den Arm. "Hey.", sagte ich ebenfalls, erwiderte die Umarmung und lehnte meinen Kopf an seine Schulter. Diese Umarmung war so tröstend und beruhigend zugleich, dass ich mich beherrschen musste nicht gleich in Tränen auszubrechen. David, der das wohl mitbekam, fragte, nachdem wir uns wieder voneinander lösten besorgt: "Ist alles ok?", und musterte mich ebenso. "Klar!", log ich, damit er keinen Verdacht schöpfte, und nickte tapfer. "Na dann, komm.", meinte er leise und nahm meine Hand in seine. So setzten wir uns in Bewegung und gingen schließlich händchenhaltend die Straße entlang. Komischerweise kam auf einmal die Wut auf Tess wieder hoch. Mir war klar, dass David sehr wohl wusste, dass ich log und dass es mir nicht gut ging. Aber das war mir jetzt so ziemlich egal.
Bis er plötzlich einen anderen Weg einschlug und wir in einem großen Park landeten, in dem es viel grün und viele Bäume gab. Gleichzeitig war es die größte Fläche Natur die es wohl in ganz Hamburg gab. Vor einem der Bäume hielten wir an, David ließ meine Hand los, sah mich ernst an und sagte dann: "Okay Mikayla. Ich weiß, dass was mit dir nicht stimmt. Hast du mit Tess gesprochen? Was hat sie gesagt?", und musterte mich aufmerksam. Nun war es um mich geschehen. Ich konnte die Wut nicht länger zurück halten. "Ja ich hab mit ihr gesprochen. Und weißt du was sie gesagt hat? Dass diese dummen 10. Klässler jetzt ihre neuen Freunde wären! Ja genau! Und wir, also Brett, du und ich, sind ihr dabei komplett egal! Da macht sie lieber mit ihren neuen Freunden, die nebenbei bemerkt wesentlich älter sind als sie, irgendeinen Scheiß wofür sie noch viel zu jung ist, als irgendwas mit uns zu tun, ihren wahren Freunden! Ich versteh das einfach nicht! Wie kann sie nur...", machte ich meiner Wut Luft und atmete danach mehrmals tief durch. David, welcher die ganze Zeit nur schweigend dagestanden hatte und mir dabei zusah, wie ich förmlich vor Wut explodierte, kam nun auf mich zu, ergriff meine Arme und sah mir tief in die Augen. "Ich weiß, dass das mit Tess kompliziert ist. Lass sie am besten erstmal mit ihren 10. Klässlerfreunden machen was sie will. Irgendwann wird sie selbst merken, dass das falsch war und zu uns zurück kehren. Aber bis dahin halt den Ball flach, ja?", sagte er so sanft und beruhigend zugleich, dass ich förmlich Gänsehaut bekam. "Okay.", stimmte ich nach einer Weile unsicher zu. Keinen Augenblick später zog er mich, da er meine Arme nachwievor umklammerte war das ziemlich einfach, in seine Arme und drückte mich sanft an sich. "Ich liebe dich und ich bin immer für dich da. Du kannst mit mir über alles reden, ich hör dir zu.", flüsterte er an mein Ohr. "Ich dich auch und ich weiß.", erwiderte ich und keine Sekunde später lagen seine Lippen auf meinen. Und zum ersten Mal an diesem Tag konnte ich Tess vergessen und einfach nur glücklich sein.
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Aus dem Leben eines Mädchens..~♥
Romansa》"Du hasst Menschen grundlos. Du gehst zu leichtfertig damit um. Ich meine, was bringt dir der Hass? Wenn du dich weiterhin so verhältst, will definitiv keiner je mit dir befreundet sein."《 September 2012 Im Leben des Mädchens Mikayla Ashley Simpson...
