20.05.2015

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Brett
        

Vollkommen übermüdet rappelte ich mich diesen Morgen aus dem Bett. Oh Gott, war das eine Nacht gewesen… Irgendwann zwischen Mitternacht und ein Uhr hatte Layla angefangen zu schreien, wovon ich auch wachgeworden war, und dann einfach nicht mehr aufgehört. Mindestens für zwei Stunden nicht, weshalb ich so auch vergessen konnte, wieder einzuschlafen. Und natürlich hatten sich Mum und Dad um die Kleine währenddessen gekümmert, ihr Geschrei war ja auch kaum zu überhören gewesen. Dennoch hatte sie nicht aufgehört, egal wie oft sie mit ihr draußen den Flur auf und ab gegangen waren… Irgendwann war dann auch ich aufgestanden, als mir bewusst wurde, dass ich so nicht wieder einschlafen konnte, und war in die Küche gegangen, um ein Glas stilles Wasser zu trinken. Aber natürlich hatte Dad darauf auch gemerkt, dass ich wach war, immerhin war er derjenige gewesen, der beschlossen hatte, Layla hin und her zu tragen, und hatte mich wieder nach oben geschickt. Das war um kurz vor drei gewesen. Bald danach schlief die Kleine dann auch ein, trotzdem war mein Schlafrhythmus für diese Nacht komplett für den Arsch gewesen.

Lustlos schlurfte ich, nachdem ich mir frische Klamotten aus dem Schrank geholt hatte, in Richtung Badezimmer. Insgeheim war ich zwar saumüde, hatte null Elan und gar nichts, dennoch kämpfte ich mich hier voran, immerhin musste ich ja in die Schule. Es half nichts. Genervt stöhnte ich auf, als mir einfiel, dass ich ja heute auch noch lang hatte… Neun verfluchte Stunden in der Schule aushalten. Yeah… Wenn das mal kein toller Tag werden würde. Ich freute mich ja schon so darauf.

Im Bad angekommen, zog ich mir im Schneckentempo ein graues Langarmshirt und eine schwarze Hose an. Lustlos putzte ich mir anschließend die Zähne und wusch mir das Gesicht. Mit meinem Styling machte ich mir nicht besonders viel Mühe, da ich dazu viel zu wenig Motivation geschweige denn Energie hatte. Also fuhr ich mir mit beiden Händen einfach einmal kurz durch die Haare und fertig war’s. Hatte ich ein Glück, dass ich kurze Haare hatte, sonst würde das vermutlich wesentlich länger dauern. Nachdem ich noch einen letzten Blick in den Spiegel, auf mein blasses, müdes Spiegelbild geworfen hatte, war ich fertig.

          
Unten in der Küche angekommen, schmierte ich mir schnell einen kleinen Toast mit Erdbeermarmelade, da ich in der Schule sonst für nichts zu gebrauchen wäre. Diese Erfahrung hatte ich bereits in der Grundschule gemacht, war jeden Morgen ohne Frühstück los, doch die Folgen davon hatten sich schon sehr früh bemerkbar gemacht. Ich hatte mich schlapp gefühlt, konnte mich kein bisschen konzentrieren. Außerdem bekam ich dort relativ schnell Hunger, was das Ganze auch nicht besser gemacht hatte. So frühstückte ich seit der dritten Klasse regelmäßig und es half tatsächlich.

Ich setzte mich an den Esszimmertisch, um mein Brot essen zu können, als ich Mum mit Layla auf dem Arm auf der Couch entdeckte. Sie wirkte müde und ihre Haare waren noch ganz verstrubbelt. Klar, da die Kleine ja die halbe Nacht geschrien hatte, hatte auch sie nicht so viel Schlaf abbekommen können. Auch wenn Dad letztendlich dafür gesorgt hatte, dass sie wieder eingeschlafen war. Als ich einen Blick auf die Kleine warf, bemerkte ich, dass diese nach wie vor ruhig und fest in Mum’s Armen schlief, eingewickelt in eine warme Decke.

Schnell würgte ich den letzten Rest meines Toasts hinunter, stellte den benutzten Teller in der Küche ab und ging zu meiner Mum und meiner kleinen Schwester ins Wohnzimmer. Als ich hereinkam, sah Mum auf. "Guten Morgen, Großer." Sie schenkte mir ein Lächeln, bei dem ich genau erkannte, wie erschöpft sie war. Auch, wenn das Licht im Wohnzimmer ziemlich abgedunkelt war. "Morgen.", murmelte ich und setzte mich neben die Beiden. Mum seufzte, während Layla sich in ihren Armen ein klein wenig räkelte. Ihr kleines Händchen umklammerte ihren Daumen. Unwillkürlich musste ich grinsen. Wie süß…

"Ich hab ganz vergessen, wie es ist ein kleines Baby im Haus zu haben… und wie anstrengend es sein kann.", murmelte sie vollkommen übermüdet, während sie die Decke, in der die Kleine eingewickelt war, weiter hoch zog. Aufmunternd lächelte ich sie an und tätschelte vorsichtig ihre Schulter. "Du hast genauso wenig schlafen können, oder? Dad hat mir erzählt, dass du noch unten warst.", hakte sie darauf nach. Ich seufzte. "Ja, allerdings. Ich bin todmüde." Mitleidig sah sie mich an. "So ein kleines Ding kann schon mal die ganze Familie auf Trab halten." Ein Lächeln schlich sich auf mein Gesicht, während ich die Uhrzeit auf meiner Armbanduhr prüfte. 7:20 Uhr. Mist, ich musste los. "Das stimmt. Du, ich muss los.", meinte ich und gab meiner Mum noch einen Kuss auf die Wange. Anschließend lehnte ich mich ein klein wenig zu meiner kleinen Schwester runter und küsste sie auf die Stirn. "Bis später, Kleine. Ich muss jetzt in die Schule. Schlaf noch gut… Bin am Spätnachmittag wieder da. Hoffentlich bist du bis dahin wach."

Aus dem Leben eines Mädchens..~♥Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt