Brett
Ich räumte einen Stapel frisch gewaschener Hosen in den Schrank, welche Mum mir gerade eben vorbei gebracht hatte. Sorgfältig packte ich diese in die letzte Schublade. Mit einem Ruck zog ich das bereits leicht abgesplitterte Schubfach zurück in seine Verankerung. Ich brauchte dringend mal einen neuen Schrank. Dieser war schon gefühlt hundert Jahre alt. Was beinahe hinkam, denn immer hin hatte ich diesen von meinem Opa. Er brauchte ihn nicht mehr, da er einen neuen bekommen hatte, und so bekam ich ihn. Das Problem dabei war, dass er damals bereits seine fünfziger erreicht hatte und ich, als ich ihn zum ersten Mal einräumte, in der zweiten Klasse war. Seitdem besaß ich schon dieses Teil. Ein gewöhnlicher Kleiderschrank aus dunklem Holz mit einer großen Tür zum Öffnen, die locker die Hälfte des Gestells einnahm auf der linken Seite, und daneben lauter schmale Schubfächer, in die man Shirts, Unterwäsche und sonstiges einräumen konnte. Die große Tür war hauptsächlich für Jacken und ähnliches gedacht. Zwar gab es noch ein eine weitere Tür auf der Seite der Schubfächer ganz oben, jedoch benutzte ich das nie. Früher waren da Schals und Mützen drin, doch die konnte ich dann doch irgendwo anders verstauen. Dort, wo man so etwas viel häufiger suchen würde. In der Garderobe.
Ich wandte mich ab, um zu meinem Bett zu gelangen, da ich dieses noch machen musste, wobei mein Blick auf die Matratze am Boden fiel. Zerknautscht sah sie aus und die Decke und das Kopfkissen waren vollkommen verdreht und zerknüllt. Dort hatte Markus die Nacht über verbracht. Als er gestern mit mir nach Hause gekommen war, haben meine Eltern positiver reagiert, als ich dachte. Sie hatten ziemlich großes Mitleid mit ihm, das sah man ihnen an. Mum meinte, Drogenabhängige könnten nichts dafür, dass sie in so etwas verfielen, dafür gab es immer einen Grund. Sei es Gruppenzwang, Probleme in der Familie oder im Freundeskreis oder einfach seelische Last. Bei Markus waren es definitiv die zwei letzten Punkte. Weshalb Mum und Dad auch zugestimmt hatten ihm zu helfen, als ich ihnen das erzählte, was unser Sozialpädagoge gemeint hatte. Das hieß Markus' Eltern und ihn sicher in eine Klinik einzuweisen, sobald sie mit seinen Eltern ausführlich reden und ihnen den Ernst der Lage erklären würden. Markus hatte uns nicht umsonst klar gemacht, dass sie, wenn sie betrunken waren, absolut schwer von Begriff sein konnten und einfach gar nichts verstehen wollten, was ihnen nicht passte. Darauf hat er uns gebeten, abzuwarten und erst einen Tag später sich überhaupt bei ihnen zu melden. Deshalb hat er darauf auch bei uns geschlafen. Mum hatte sogar gemeint, er könnte ruhig etwas länger bei uns bleiben, um runter zu kommen. Dabei wieder zu den Eltern zurück zu kehren war definitiv keine Lösung. Er musste sich erholen und zwar dringend. Aus diesem Grund hatte er ihr Angebot, wenn auch nur schweren Herzens, angenommen. Es war das Beste für ihn. Zumindest bis er mit seinen Eltern einen Platz in der Klinik sicher hatte, was so schnell wie möglich passieren sollte. Aber solange das nicht geschah, schlief er eben auf der Matratze in meinem Zimmer, welche wir gestern Nachmittag noch extra vom Keller nach oben gehievt hatten. Mum hatte gemeint, sie würde noch heute versuchen Markus' Eltern zu erreichen, um sie überhaupt einmal näher kennen zu lernen, um sie einschätzen zu können. Zu Markus war sie sehr freundlich, wie eigentlich zu jedem unserer Gäste, ich glaubte sogar, dass sie ihn auch wirklich mochte. Zumindest kam es mir so vor. Dad verhielt sich nicht anders. Meine Eltern hatten schon immer ein Gespür für andere Menschen. Sie gehörten einfach zu den herzlichsten und bodenständigsten Menschen, die ich kannte. Deshalb liebte ich sie auch so sehr. Aber trotzdem schaffte ich es immer wieder sie verdammt nochmal falsch einzuschätzen. Etwas, das mich jedes Mal auf's Neue ärgerte. Nun ja.. immerhin bekam ich für das Ganze keinen Ärger, was auch irgendwie ziemlich dreckig gewesen wäre, und es lief überhaupt alles besser als gedacht. Sogar Markus gab sich verdammt viel Mühe, zu meinen Eltern war er bisher immer höflich gewesen. Aber ich vermutete, dass er sich nach all der Zeit es sich überhaupt nicht mehr leisten konnte so ausfällig zu werden, so wie er es sonst immer tat.
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Aus dem Leben eines Mädchens..~♥
Romance》"Du hasst Menschen grundlos. Du gehst zu leichtfertig damit um. Ich meine, was bringt dir der Hass? Wenn du dich weiterhin so verhältst, will definitiv keiner je mit dir befreundet sein."《 September 2012 Im Leben des Mädchens Mikayla Ashley Simpson...
