17.01.2014

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Cecilia
   

Es war Freitagmorgen und gerade ging ich vorfreudig Richtung Bad um mich für die Schule fertig zu machen. Ich liebte Freitage... Immerhin war das der letzte Tag vor dem Wochenende. Und ich meine, wer bitteschön mochte Wochenenden nicht?

Ich war gerade dabei mir die Haare zu kämmen, als es plötzlich an der Tür klopfte. "Cecilia, könntest du bitte Mikayla aufwecken, wenn du fertig bist? Sie schläft noch tief und fest. Das wäre echt lieb von dir." Es war Mum. Was hat sie gesagt? Ich soll Mikayla aufwecken? Ein teuflisches Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus. Das mache ich doch liebend gerne...
"Klar, Mum! Du kannst dich auf mich verlassen!", rief ich zurück und wendete mich anschließend dem Waschbecken zu, um mir die Zähne zu putzen.

Sobald ich fertig war, schlich ich mich auf Zehenspitzen aus dem Bad und steuerte direkt Mikayla's Zimmertür an. Ich wartete noch einige Sekunden, bevor ich die Tür mit einer durchaus schwungvollen Geste öffnete und mich ins Zimmer begab. Mit einem nicht gerade leisen Knall fiel die Tür wieder ins Schloss. Aber natürlich wachte mein liebes, tiefschlafendes Schwesterlein von sowas nicht auf. Das hatte ich schon fast befürchtet. Hmm... wie könnte ich sie aufwecken? Ich betrachtete sie mir mal genauer. Wie man gut erkennen konnte, hatte sie sich zusammen gerollt und ihr kompletter Körper war bis zum Hals in die Bettdecke gewickelt. Ihr Kopf ruhte auf dem Kopfkissen, Augen waren geschlossen und sie atmete regelmäßig. In allem schien sie ziemlich friedlich zu schlafen. Aber dem werde ich ein Ende setzen! Und nun wusste ich auch schon genau wie. Mit einem hinterhältigen Grinsen im Gesicht kam ich Mikayla's Bett immer näher. Solange, bis ich direkt davor stand.

Ruckartig riss ich ihr die Decke weg, bevor ich anschließend alle Jalousine so schnell wie möglich hoch kurbelte. "Hey, was soll das?!", beschwerte sich Mikayla, welche darauf sofort aufgewacht war, und warf ein Kissen nach mir. Ich lachte nur und ließ das Kissen an meiner ausgestreckten Hand abprallen. In der anderen Hand hielt ich nach wie vor Mikayla's Bettdecke. "Tja, du wolltest halt nicht aufwachen. Außerdem hat Mum mich gebeten dich aufzuwecken. Und jetzt steh auf hopp, hopp!", gab ich zurück und bedeutete ihr mit einer Handbewegung aufzustehen. "Ist ja schon gut..", murrte sie und schleppte sich langsam aus dem Bett. Anschließend beobachtete ich, wie sie sich ein paar Klamotten zusammen suchte, sich wieder auf's Bett fallen ließ und sich müde über die Augen rieb. Verwirrt zog ich eine Augenbraue hoch. "Da hat wohl jemand nicht so gut geschlafen, was?", stellte ich fest und sah sie abwartend an. "Das kannst du laut sagen.", seufzte sie, hob den Kopf und erwiderte meinen Blick. Überrascht hielt ich die Luft an. Sie sah wirklich schrecklich müde aus. "Hey..", meinte ich, setzte mich neben ihr aufs Bett und legte ihr mitfühlend eine Hand auf die Schulter. "Mach dich im Bad erstmal fertig, ja? Und spritz dir ganz viel Wasser ins Gesicht. Vielleicht wirst du dadurch wacher. Und gut tun tut's auch.", riet ich und schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln. "Alles klar, werde ich.", erwiderte sie, gab ein kleines schwaches Lächeln zurück und erhob sich. Sie nahm sich ihre Klamotten, die sie sich gerade eben ausgesucht hatte, und verschwand aus dem Zimmer.

Während Mikayla im Bad war, rief ich Justin an. Ich musste ganz dringend was für die Schule wissen... Und da er sowieso in meiner Klasse war, versuchte ich es einfach mal bei ihm.
"Hey Jus, ähm.. weißt du bis wann wir diese Blätter abgeben müssen?", platzte ich heraus, nachdem er abhob. "Hey Cecilia. Soweit ich weiß Montag, wieso?", erwiderte er. "Ach nur so.. ähm ich meine.. könntest du die mir vielleicht kopieren? Ich glaub ich hab die nämlich verloren... Zumindest finde ich sie nicht mehr...", erklärte ich nervös. Ich hörte, wie Justin am anderen Ende der Leitung anfing zu lachen. Unwillkürlich wurde ich rot. "Klar, kann ich das. Soll ich sie dir heute schon mitbringen oder reicht es am Wochenende?", sagte er wenige Sekunden später, womit er mich völlig aus dem Konzept brachte. Ich hatte nicht erwartet, dass er es wirklich tun würde. "Am Wochenende reicht auch. Danke dir!", erwiderte ich erleichtert. "Kein Problem. Dann.. sehen wir uns ja später in der Schule.", gab er zurück. "Klar, bis später!", verabschiedete ich mich von ihm. "Bis später.", sagte er, wobei ich ihn förmlich lächeln hören konnte, und legte auf.
Mit zitternden Fingern ließ ich mein Handy sinken und stand einfach nur starr in meinem Zimmer. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Bis plötzlich Bewegung in mich kam, ich aufs Bett zu lief und meinen Kopf verzweifelt im Kopfkissen vergrub. Laut stöhnte ich auf. Wieso zur Hölle konnte ich mit diesem Jungen einfach nicht normal reden? Jedes Mal werde ich nervös, sobald ich ihn sehe. Es reichte sogar auch, wenn ich nur seine Stimme hörte.. Ja, es stimmt. Ich mochte ihn. Sogar sehr.. Doch ich hatte keine Ahnung ob er mich genauso sehr mochte wie ich ihn. Dabei wünschte ich es mir so sehr... Aber ich traute mich nicht ihn darauf anzusprechen. Für sowas hatte ich einfach viel zu viel Angst. Angst davor einen Korb zu bekommen.

Aus dem Leben eines Mädchens..~♥Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt