Brett
Nachdenklich starrte ich auf das Display meines Handys. Es war vormittags und ich saß am Esstisch meiner Tante. Gerade war kein anderer im Raum, weshalb mir etwas langweilig war. Tess telefonierte gerade mit ihren Eltern, Alexa war in ihrem Zimmer, Mum und Dad waren bei Onkel und Tante und die waren.. irgendwo. Ich schätzte mal im Garten. Das war immerhin gar nicht mal so unwahrscheinlich, da wir später sowieso noch in die Stadt fahren und Raketen oder ähnliches für Silvester kaufen würden. Und jetzt schauten sie vermutlich nach, was von den letzten Jahren noch so übriggeblieben war.
Na ja, auf jeden Fall hatte mir Max vor weniger als einer halben Stunde geschrieben, dass es ihm besser ging und jetzt nach vorne schauen konnte. Auch, wenn das mit seinen Eltern immer noch nicht geklärt war und Max nach eigenen Angaben, so lange bei den Simpsons bleiben würde, bis sich das Ganze ein wenig gelegt hatte. Ich wusste noch genau, wie er mich gestern plötzlich angerufen hatte.. Da waren wir gerade alle gemeinsam Schlitten fahren gewesen. Es war etwas ungünstig, aber als ich mir eine ruhige Stelle in der Nähe des Waldes gesucht hatte, ging das schon irgendwie. Darauf erzählte er mir alles. Von dem Streit mit seinen Eltern und wie sehr er darunter gelitten hatte, davon dass sein Bruder bereits ausgezogen und nicht mehr bei ihnen wohnte.., dass sein Vater sie urplötzlich alleine gelassen hatte, jedoch gestern wieder gekommen war.. und letztendlich auch davon, wie er es einfach nicht mehr ausgehalten hatte und zu den Simpsons abgehauen war. Er war verletzt, das hatte man ihm deutlich angemerkt, und hatte mich um Hilfe gebeten. Natürlich war ich vorerst misstrauisch gewesen, jedoch tat er mir auch leid. Ich meinte, die Eltern waren zerstritten und man war ganz allein, da der eigene Bruder bereits ausgezogen war? Das war verdammt hart. Weshalb ich ihm auch riet, dass er sich erst mal keinen Kopf mehr darüber machen und sich einfach mal entspannen sollte. Die Zeit, die er bei den Simpsons ist, eine Familie, bei der er von klein auf schon immer gewesen war, schätzen und nicht darüber nachdenken. Denn das brauchte er jetzt am Meisten.
Als ich nach einer Weile Schritte vom Flur draußen hörte, machte ich das Display meines Handys aus und erhob mich vom Tisch. Definitiv genug rumgesessen. Ich hoffte, es war entweder Mum oder Dad, um zu verkünden, dass wir einkaufen fahren würden.
Jedoch war es nur Tess, die mit ihrem Handy in der Hand und einem Lächeln im Gesicht auf mich zu kam. Ich erwiderte ihr Lächeln. "Na? Alles gut Zuhause?", fragte ich, als sie bei mir ankam. "Ja. Ja, alles bestens.", erwiderte sie und grinste. "Das ist toll..", murmelte ich und gab ihr einen Kuss auf die Schläfe. "Du weißt, dass du immer noch ein Vollidiot bist, oder?", flüsterte sie mir ans Ohr. Ich verdrehte die Augen. "Jetzt hör mal auf mit diesem Scheiß! Gestern im Auto auch schon.. ACHT STUNDEN MUSSTE ICH DAS ERTRAGEN." Sie kicherte. "Das ist doch nur Spaß..", murmelte sie. "Ja, das ist mir klar, aber langsam nervt es mich.", konterte ich. "Ach komm.." Sie zog einen Schmollmund. "Ich finde dich halt süß, wenn du genervt bist." Ich zog eine Augenbraue hoch. "Ach, ist das etwa der einzige Grund, warum du das machst?", fragte ich. Sie nickte grinsend. "Jap." Unglaublich. Verstehe einer mal meine Freundin.
Jedoch erhielt diese keine Chance damit weiter zu machen, da kurz darauf meine Mum die Tür herein spaziert kam. Ich hätte sie umarmen können. Als sie uns bemerkte, lächelte sie und kam auf uns zu. Sie wirkte glücklich und das war auch gut so. Vor unserer Abfahrt hier her, war sie sich nämlich nicht sicher gewesen, wie die Verwandtschaft reagieren würde, wenn sie wüssten, dass in ein paar Monaten ein neues Familienmitglied da sein würde. Vor allem musste sie erst mal mit ihren eigenen Eltern telefonieren, welche nicht in Bayern sondern in Nordrhein-Westfalen wohnten, da Mum und Dad ursprünglich dort aufgewachsen und gelebt hatten. Nur waren sie, kurz nach ihrer Hochzeit und als Mum erfahren hatte, dass sie mit mir schwanger war, nach Nürnberg umgezogen. Und nur Tante Melissa, welche die Schwester meines Dads war, Onkel Lukas, Alexa und Oma und Opa, die Eltern meines Dads, sind damals mit umgezogen. Warum das so war, wusste ich nicht. Das schien keiner so genau zu wissen. Wahrscheinlich waren die Wurzeln zur eigenen Heimat einfach viel zu stark gewesen.. Aber wie dem auch sei: Auf jeden Fall hatte Mum sich vollkommen umsonst so den Kopf zerbrochen. Sowohl ihre Eltern, als auch der Rest hatte positiv reagiert, als sie erfuhren, dass ich bald eine kleine Schwester oder einen kleinen Bruder bekommen würde. Sie hatten sich sogar regelrecht gefreut und ihnen bzw. uns alles Gute und Liebe gewünscht. Und das, fand ich, war doch das Wichtigste.
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Aus dem Leben eines Mädchens..~♥
Romantik》"Du hasst Menschen grundlos. Du gehst zu leichtfertig damit um. Ich meine, was bringt dir der Hass? Wenn du dich weiterhin so verhältst, will definitiv keiner je mit dir befreundet sein."《 September 2012 Im Leben des Mädchens Mikayla Ashley Simpson...
