Mikayla
Seufzend schleuderte ich meine Schulsachen in die nächste Ecke meines Zimmers. Es war 13:43 Uhr und seit ungefähr zehn Minuten war ich Zuhause. Gott, war der Tag anstrengend... Ich verdrehte die Augen, als ich daran dachte, wie hitzig unsere Klassenlehrerin heute zu uns allen gewesen war. Als hätte sie nichts besseres zu tun gehabt.. Sport war heute auch nicht gerade das Beste gewesen. Nun ja, immerhin war unser Tanz jetzt schon seit einer ganzen Weile fertig und wir alle hatten eine gute Note darauf bekommen. Eine 2+ besser gesagt. Ziemlich zufriedenstellend, wenn man bedachte, dass wir alle drei wirklich keine Sportskanonen geschweige denn Profitänzerinnen waren. Zudem wir gedacht hatten, dass wir es nie hinbekommen werden... Doch falsch gedacht. Bis zum Ende hin wurde doch noch alles gut.. Damals waren wir halt eher pessimistisch getrimmt gewesen. Generell die komplette Stimmung war einfach im Keller.. Doch mittlerweile ging es uns allen besser. Max war wieder bei uns, Markus und die anderen ließen ihn in Ruhe und ehrlich gesagt hatten wir seitdem nicht mehr viel von denen gehört. Jedoch was ich von Max so mitbekam war auch nicht gerade positiv.. Seine Eltern stritten sich immer häufiger und sein großer Bruder war bereits ausgezogen, weshalb er ganz alleine war.
Ich wollte mir in der Küche unten gerade ein Glas Wasser einschenken, als Cecilia hereinkam, mit dem Handy am Ohr. Und so wie sich das anhörte, telefonierte sie gerade mit Justin.
"Kino? Ja, das ist eine gute Idee. Dann treffen wir uns da. Bis später." Mit diesen Worten legte sie auf. Mit hochgezogenen Augenbrauen nahm ich einen Schluck aus meinem Glas und stellte es neben mir auf dem Tresen ab, als meine Schwester zu mir kam. "Ihr geht ins Kino?", hakte ich nach. Lächelnd nickte sie. "Ja. Er sucht den Film aus. Sagt, ich soll mich überraschen lassen." Ich grinste. "Na hoffentlich sucht er auch was Gutes aus. Nicht, dass der Film letzten Endes total der Mist ist." Cecilia schüttelte den Kopf. "Das wird er. Er hat mich sogar gefragt, welche Filme ich anschauen würde.", widersprach sie und bemerkte nicht einmal, dass ich nur einen Scherz gemacht hatte. "Wie süß.", war das Einzige, was ich dazu sagte. Cecilia lächelte noch breiter. "Nicht wahr?"
"Aber sag mal..", fiel mir ein. "In welches Kino fahrt ihr eigentlich?" Überrascht sah sie mich an. "In das Gute in Stadtmitte, wieso?" Ich seufzte. "Und wie habt ihr ausgemacht, trefft ihr euch dort?", hakte ich weiter nach. "Wir fahren parallel dort hin und treffen uns am Eingang des Kinos. Aber wieso willst du das überhaupt wissen?" Ich seufzte erneut. "Weil du soweit ich weiß selbst noch keinen Führerschein hast und Mum oder Dad sicher keinen Bock haben, dich alleine nach Stadtmitte zu kutschieren. Zudem sie diese Woche eh schon ziemlich angespannt sind.", erklärte ich. Fassungslos starrte sie mich an. "Scheiße, das hab' ich gar nicht bedacht..", murmelte sie. Ich lachte auf. "Natürlich hast du das nicht."
Angestrengt überlegte sie. "Und was ist, wenn du David und so fragst, ob sie auch ins Kino wollen? Soweit ich mitbekommen habe, sagt Austin auch nicht nein, wenn es darum geht, mal wieder einen guten Film zu sehen. Natürlich kommen sie dann zu uns und wir fahren gemeinsam.", schlug sie vor. Nachdenklich biss ich mir auf die Unterlippe. Ja.. eigentlich keine so schlechte Idee. Nach Monaten mal wieder ins Kino.. warum nicht?
Also zückte ich mein Handy, entsperrte es und begann meine Freunde, auf Cecilia's Wunsch hin, zu kontaktieren. Förmlich hörte ich, wie sie erleichtert ausatmete. "Danke Schwesterherz. Du rettest mir gerade das Leben. Na ja.. wohl eher den Donnerstagnachmittag." Ich musste lachen. "Ach, Ceci. Immer musst du übertreiben. Aber kein Problem. Für dich doch immer."
Max
Stille. Ich nahm mir die Kopfhörer aus den Ohren und erhob mich langsam vom Bett. Wow. Sie hatten es tatsächlich einmal geschafft sich nicht die ganze Zeit anzuschreien und sich gegenseitig permanent Vorwürfe zu machen. ..Das dachte ich zumindest. Schon nach wenigen Sekunden hörte ich wieder die laute, zunehmend wütende Stimme meines Vaters, welche von dem darauffolgenden Geschrei meiner Mutter nochmal übertönt wurde. Mein Schädel brummte. Wann würden sie denn endlich aufhören? Ich hasste es, wenn sich meine Eltern stritten. Was sie normalerweise nicht oft taten, aber wenn doch, dann so richtig. So wie jetzt.
Ich war kurz davor, wieder zurück ins Bett zu gehen und in mein Kopfkissen zu schreien, als mein Handy, welches in meiner Hand lag, vibrierte. Es war Mikayla. Sie fragte, ob ich Lust hatte um kurz vor vier einen Film im Kino an zu sehen. Und sofort erhellte sich mein Gesicht. Ja! Das ist meine Chance endlich hier raus zu kommen. Doch bevor ich ihr antworten konnte, musste ich wohl oder übel nach unten gehen und meine Eltern fragen. Egal, ob sie gerade stritten oder nicht. Es war schließlich nie besonders effektiv, sich hinter dem Rücken der Eltern einfach raus zu schleichen, nur um im Nachhinein Mordsärger zu bekommen. Ich sprach aus Erfahrung. Als ich noch mit Markus und den anderen abgehangen hatte, war das oft der Fall gewesen. Mein Magen verkrampfte sich, als ich daran dachte. Insbesondere an Markus.. Doch das war jetzt nicht wichtig, weshalb ich den Gedanken schnell wieder vertrieb.
Als ich im Treppenhaus stand, war es wieder mal ruhig. Doch mir war klar, dass das nicht lange anhalten würde. Spätestens in wenigen Sekunden würde es wieder losgehen, weshalb ich vorerst noch am Treppenabsatz stehen blieb.
Jedoch kam es anders, als ich dachte. Nach ungefähr einer halben Minute knallte die Haustür zu. Und zwar so laut, dass ich zusammenzuckte.
Oh nein. Ich wusste, was das bedeutete. Mein Vater war abgehauen. Schnell lief ich die Treppen hinunter ins Esszimmer, und tatsächlich: Meine Mum saß zusammengekauert am Tisch und weinte. Mitleidig sah ich sie an und kam näher. Sie schien mich nicht zu bemerken, selbst, als ich mich neben sie setzte. Erst als ich nach ihrer Hand griff, schaute sie auf. Auch wenn ich noch nicht einmal gefragt hatte, ob ich durfte, war die Entscheidung bereits klar. Meine Mama brauchte mich jetzt. Deswegen.. konnte ich nicht einfach gehen. Es ging nicht.
Mikayla
Stirnrunzelnd starrte ich auf das Display meines Handys. Komisch.. er hatte die Nachricht zwar gelesen, jedoch nicht geantwortet. Und das vor einer halben Stunde. Ich wollte gerade noch etwas schreiben, als mir David einen Arm um die Schulter legte. "Lass. Er wird schon noch antworten, wenn er kann. Aber wir sollten dann langsam mal los.. sonst bekommen wir keine Karten mehr. Sollte ich von deinem Dad ausrichten." Alle waren gekommen. Tess mit Brett, David, Justin mit Austin und sogar Bella. Jedoch fehlte Max, von dem ich noch nicht einmal eine Zu- oder Absage erhalten hatte, und das obwohl er die Nachricht vor über einer halben Stunde gelesen hatte.
Ich seufzte. "Du hast recht. Es ist fast halb vier und wir müssen bald da sein. Wenn er nicht rechtzeitig zurück schreibt, muss er halt selbst ins Kino fahren oder eben nicht, kommt drauf an." Brett nickte. "Wir können nicht länger warten."
Weshalb wir fünfzehn Minuten später auch schon startklar in einer Reihe im Kino standen und darauf warteten, die Karten endlich zu kaufen. Die Entscheidung, welchen Film wir sehen würden, war relativ schnell gefallen. Und jetzt standen wir hier und waren auch schon als nächstes an der Reihe. Natürlich bezahlte Dad für alle. Das Ganze ging ziemlich schnell. Kurz darauf waren wir auch schon bei dem nächsten Getränkeautomat.
Erst, als wir uns Richtung Popcorn und andere Süßwaren bewegten, erhielt ich eine Antwort von Max:
[15:43] Max: Sorry.. Ich kann leider nicht. Wünsche euch aber trotzdem viel Spaß. Ich hoffe der Film ist gut.
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Aus dem Leben eines Mädchens..~♥
Romance》"Du hasst Menschen grundlos. Du gehst zu leichtfertig damit um. Ich meine, was bringt dir der Hass? Wenn du dich weiterhin so verhältst, will definitiv keiner je mit dir befreundet sein."《 September 2012 Im Leben des Mädchens Mikayla Ashley Simpson...
