Bella
Grübelnd beugte ich mich über mein Mathebuch und las mir die Aufgabe 3 auf Seite 127 abermals durch. Dabei knarzte mein Schreibtischstuhl ein wenig, da dieser bereits sehr alt war und eigentlich schon längst hätte ausgetauscht werden sollen. Doch irgendwie waren wir nie dazu gekommen.
Stirnrunzelnd beugte ich mich noch ein wenig weiter nach vorne. Was stand da? Auf jeden Fall irgendetwas von Brüchen und Wurzeln und dem ganzen Kram. Vollkommener Schwachsinn meiner Meinung nach. Für was waren Wurzeln überhaupt gut? Brüche verstand ich ja, aber Wurzeln? Wer zum Teufel brauchte das? Konnte mir das einer vielleicht mal verraten? Schwer seufzend kritzelte ich einen weiteren Bruch in mein Heft, der aufgelöst werden musste. 4/3 als Dezimalzahl. Das musste ich doch wohl hinbekommen... Aber je länger ich auf diesen Bruch starrte, desto weiter drifteten meine Gedanken irgendwo anders hin, nur nicht zu der Berechnung meiner Hausaufgabe. Auf einmal sah ich mich und Max am Hafen, lachend mit jeweils einem Eis in der Hand, dann im Eiscafé, wie erst neulich. Und spätestens, als ich meinen Freund direkt vor mir sah, mit seinem Lächeln, das ich schon immer sehr gern an ihm mochte, war es endgültig aus bei mir. Ich pfefferte den Stift auf's aufgeschlagene Heft und vergrub das Gesicht in meinen Händen. Das hatte doch eh alles keinen Sinn mehr... Ob ich damit jetzt meine Mathehausaufgabe oder die Beziehung mit Max meinte, da war ich mir in dem Fall gar nicht mal so sicher. Was ich aber auf jeden Fall wusste, war, dass ich die Hausaufgaben vergessen konnte, solange ich mit dem Kopf ganz woanders war... Und das eigentlich schon einige Zeit länger.
Mikayla hatte Recht. Wenn ich mich so von allem und jedem abschottete konnte mir gar nicht geholfen werden. Das war mir klar. Aber ich wusste doch selbst nicht mehr weiter... Schon seit Wochen steckte ich in so einer Situation, in der ich nicht einmal ansatzweise wusste, was ich denken und fühlen, nicht einmal was ich tun sollte. Es war furchtbar. Und ja, dabei handelte es sich hauptsächlich um Max, wer hätte es gedacht... Auch, wenn mich die Ausgrenzung von Tess und Mikayla auch ziemlich verletzt hatte, aber das war eine andere Sache. Und, wenn ich ehrlich war, im Moment eigentlich gar nicht so wichtig.
Und Max... Ja Max. Was war mit ihm? Dass ich ihn mit meinem Verhalten in letzter Zeit wohl nur noch verletzte, war klar. Was sollte er denn denken, wenn ich an unseren Treffen öfter so abwesend wirkte, mich so früh wie möglich aus dem Staub machte oder ihn sofort abwies, wenn er mir näher kommen wollte? Sowas ging gar nicht. Mann, ich wusste es doch verdammt! Aber zurzeit... ich konnte einfach nicht anders. Denn einerseits wollte ich so tun, als wäre ja alles in bester Ordnung und dass ich glücklich war, aber andererseits konnte ich das einfach nicht. Ich konnte ihm nichts vorspielen. Alles in mir weigerte sich genau das zu tun. Und dann entstand so eine Mischung, die für Max wohl noch schmerzhafter war, als alles andere.
Aber was sollte ich denn tun? Es tat mir ja selbst im Herzen weh, ich wollte wirklich nicht, dass er so litt... Aber Max... er hatte sich verändert. Klar hatte ich momentan überhaupt keine Ahnung, wie es zurzeit um meinen Kopf stand, aber das war Fakt. Viel anhänglicher wurde er in den letzten Monaten und dazu fast schon besitzergreifend... In seiner Gegenwart fühlte ich mich oft erdrückt, so als bekäme ich keine Luft mehr. Ich hatte das Gefühl, dass er mich voll und ganz für sich beanspruchte und jeden fertig machen würde, der mir nur irgendwie zu nahe kommen wollte... Was ja an sich nichts Schlechtes war, eigentlich sogar ganz süß, wer wollte nicht so einen Freund? Aber meiner Meinung nach ging das langsam einfach zu weit. Max wirkte fast schon wie eine Bestie, wenn ich mit ihm zusammen war und ich glaubte, das wurde mir mit der Zeit einfach zu viel. Sogar schon so sehr, dass ich langsam echt anfing an meinen Gefühlen für ihn zu zweifeln... In meinem Herzen war ein einziges Wirrwarr. Max hatte sich einfach so verändert in den letzten Monaten... Früher war er nicht so. Früher war das alles viel ungezwungener, wir wussten, dass wir uns über alles liebten und waren einfach glücklich. Jetzt hatte ich das Gefühl, Max klammerte sich verzweifelt an mich dran. So als hätte er wahnsinnige Angst mich zu verlieren und sonst keinen anderen mehr... Es war einfach furchtbar... Und klar tat mir das auch im Herzen weh, es tat so schrecklich weh, aber ich wusste wirklich nicht, wie lange ich das noch durchhalten würde... Mir war ja klar, wie sehr er mich liebte. Das zeigte er mir oft genug. Und das Letzte, was ich wollte, war, ihn zu verletzen, obwohl mir klar war, dass ich das mit meinen Aktionen bereits getan hatte. Max hätte das nicht verdient... Er war ein toller Junge, ich wusste ja warum ich mich damals überhaupt in ihn verliebt hatte. Und genau deswegen würde ich stark sein. Ich würde weiterhin so tun, als wäre alles gut, würde versuchen mich noch normaler zu geben, als ich es eh schon kläglich versucht hatte. Ich würde alles geben... Auch, wenn mir klar war, dass das vermutlich der falsche Weg war und ich nicht nur Max, sondern auch mir selbst schaden könnte... Ich musste es wenigsten versuchen. Max zu Liebe, auch wenn er das vielleicht gar nicht gewollt hätte. Er gehörte trotz alle dem noch immer zu den wichtigsten Personen in meinem Leben. Aber was meine Gefühle anging, da wusste ich nicht so recht... Ich wusste nicht so recht, ob die überhaupt noch da waren.
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Aus dem Leben eines Mädchens..~♥
Romance》"Du hasst Menschen grundlos. Du gehst zu leichtfertig damit um. Ich meine, was bringt dir der Hass? Wenn du dich weiterhin so verhältst, will definitiv keiner je mit dir befreundet sein."《 September 2012 Im Leben des Mädchens Mikayla Ashley Simpson...
