Mikayla
Das Wetter war ziemlich schön, als Tess und ich am Nachmittag draußen auf der Terrasse saßen, wenn man bedachte, dass eigentlich ununterbrochene Regenschauer voraus gesagt worden waren. Doch stattdessen schien die Sonne permanent vom Himmel und keine einzige Wolke war zu sehen. Ein ziemliches Wunder, wenn man mich fragte. Weil, wenn man das Wetter der letzten paar Tage einmal genauer anschaute, bezweifelte man stark, dass da irgendwann überhaupt einmal etwas besser wurde. Ein Regenschauer und Gewitter nach dem anderen, ab und zu leichter Nieselregen, während die Sonne schien und einige Regenbögen. Von denen ich nur sehr wenige wirklich mitbekommen hatte. Meistens hatte ich nie das Glück, überhaupt mal einen zu Gesicht zu bekommen. Immer waren es meine Schwestern, die einen entdeckten, davon berichteten und ich dann entweder zu blöd war, um den Regenbogen selbst zu entdecken oder er einfach, auf magische Weise, nicht mehr da war. So konnte ich mich in den letzten vier Tagen wirklich verdammt glücklich schätzen, überhaupt ein paar gesehen zu haben. Auch, wenn es nicht gerade viele waren. Aber egal.. was zählte, war doch das Erlebnis an sich, oder?
Tess seufzte, in ihrer Hand hielt sie ein halbvolles Glas Zitronenlimonade. Nachdenklich drehte sie dies in ihrer Hand, während ihr Blick auf die Tischdecke geheftet war. Ein altes rot-weiß kariertes Teil, das nicht öfter als zweimal im Monat gewaschen wurde. Dementsprechend sah es auch aus. "Dieses Wetter.. das kann sich auch nicht so ganz entscheiden." Ich grinste. "Der April macht was er will, was?" Tess lächelte. "Auf jeden Fall. Jetzt fühle ich mich, als wäre der reinste Spätsommer. Noch einmal angenehm schön warmes Wetter, bevor es kalt wird und der Herbst kommt." Sie nahm einen großen Schluck aus ihrem Glas, ehe sie es auf den Tisch zurückstellte. Nachdenklich schaute ich nach oben in den strahlend blauen Himmel, von dort aus die Sonne erbarmungslos hinunter knallte. "Ist echt so."
Seufzend griff Tess nach der Flasche in der Mitte der Tischfläche und füllte sich damit ihr Glas wieder auf. "Brett kann wenigstens froh sein, dass das Wetter an seinem Geburtstag so gut gehalten hat." Ich musste grinsen. "Ja, da war doch auch Regen vorhergesagt, oder?" Tess nickte. "Und Melli war dann jedes Mal total besorgt, wenn nur eine kleine Wolke am Himmel zu sehen war. Sonst hätten wir ja alles nach drinnen verlegen müssen." Ich grinste. Mein Glas lag nach wie vor unbenutzt neben mir. Dieses war dunkellila, verlief zum Ende hin jedoch heller. Es war eines dieser typischen Coca Cola Gläser, die es oft bei Mc Donald's oder ähnlichem gab. Und wir hatten davon dutzende Zuhause. Sicherlich über zehn, so viel stand fest. Auf jeden Fall bereits so viele, dass jeder auf eins Anspruch nehmen konnte. Und bei mir war es eben das. Tess trank gerade aus einem, das knallgelb war und bis zum Boden hin immer heller verlief, genauso wie bei mir. Dieses mochte Lilly soweit ich wusste ziemlich gerne. Das hieß, wenn sie es jetzt unbedingt gebrauchen würde, hätte sie Pech gehabt.
"Ja.. überhaupt war sie an dem Tag ziemlich angespannt gewesen. Ist dir das auch aufgefallen?", meinte sie. Verwirrt sah ich sie an. Doch dann regte sich eine Erinnerung in mir und es machte Klick. Ich denke, ich wusste, was sie meinte. "Ach ja. Sie hat oft gereizt reagiert, wenn einem etwas nicht passte, sei es das Essen oder die Getränke gewesen. Und als Brett sie mal etwas gefragt hat, hat sie ihn direkt angemotzt. Es hat so gewirkt, als hätte er irgendeinen Scherz gemacht, den sie aber nicht so witzig gefunden hat. Und bis zum Abend hin war sie wieder voll gut drauf. Stimmungsschwankungen meinst du, nicht?" Nachdenklich legte Tess ihre Stirn in Falten, während sie sich weiter nach hinten lehnte. "Nein, das meine ich nicht ..." Sie stoppte kurz und sah auf einmal so aus, als wäre ihr etwas ganz wichtiges eingefallen. "Ich muss dir was erzählen!", stieß sie hervor. "Ja?" Automatisch rückte ich näher an sie heran. "Schieß los!" Tess grinste. "Also.. es handelt sich um etwas, was mir Brett mal erzählt hat.", begann sie. Abwartend sah ich sie an. "Und weiter?" In diesem Moment trat Mum auf die Terrasse, in den Händen eine Gießkanne. Im Vorbeigehen lächelte sie uns einmal kurz zu, ehe sie an den Büschel Blumen trat, die alle nur danach schrien, gegossen zu werden. "Also?" Ich wandte mich wieder an Tess. "Ja, das war im Park gewesen. Also, Brett und ich waren im Park, nicht das, was er erzählt hat." Sie räusperte sich. "Was war es denn nun?" Langsam wurde ich ungeduldig. "Brett hat erzählt, dass seine Mum ihn einmal dermaßen angeschnauzt hat, als er von der Schule nach Hause kam. Er hätte seine Sachen noch nicht aufgeräumt und so. Und Brett war darauf richtig angepisst, sein Schultag lief nicht gut und dann schnauzt ihn auch noch seine Mutter so an. Natürlich hat er sich das nicht gefallen lassen und hat zurück gemotzt. Ein Streit ist entstanden. Bis Christian dazwischen gegangen ist. Zu Brett hat er gesagt, dass er nach oben gehen soll, da er noch mit seiner Mutter reden muss. Als der dann zu ihm gekommen ist, hat er gemeint es wäre alles gut, seine Mum hätte nur Stimmungsschwankungen gehabt, die total normal in einer Schwangerschaft waren. Und Brett hat natürlich erwartet, er würde den schlimmsten Ärger seines Lebens bekommen. Wegen sowas!" Während sie erzählte wurde das Grinsen in meinem Gesicht immer breiter und auch jetzt war es noch vorhanden. Ich konnte mir das alles nur zu gut vorstellen. Brett ... oh Mann. Zu gerne wäre ich dabei gewesen.
DU LIEST GERADE
Aus dem Leben eines Mädchens..~♥
Romance》"Du hasst Menschen grundlos. Du gehst zu leichtfertig damit um. Ich meine, was bringt dir der Hass? Wenn du dich weiterhin so verhältst, will definitiv keiner je mit dir befreundet sein."《 September 2012 Im Leben des Mädchens Mikayla Ashley Simpson...
