24.05.2013

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Mikayla

  
"Süße, gibst du mir mal das Salz?", bat mich Mum, mit dem sie mich völlig aus den Gedanken riss. Ich stand gerade in der Küche und schaute ihr beim Kochen zu. Es würde Spaghetti geben. "Klar.", erwiderte ich schließlich, nahm das Salz, welches genau neben mir stand, und überreichte es Mum. "Dankeschön.", sagte diese darauf, bevor sie etwas davon in den Kochtopf streute. "Kein Problem.", gab ich seufzend zurück und legte nachdenklich meine Stirn in Falten. Mum, die wohl merkte, dass ich nicht ganz bei der Sache war, sah mich nun lange, sowohl wissend als auch mitfühlend an. Die Sache mit David wusste sie natürlich, die wusste jeder hier in diesem Haus, aber sie wusste ebenso die Sache mit Brett, die hatte ich hingegen nur ihr erzählt. Ach ja, Brett war heute übrigens nicht da.

"Das wird alles wieder. Sagtest du nicht, dass David dir kürzlich geschrieben hat?", meinte Mum dann. Ich nickte nur. Ja, das stimmt. Er hat mir kürzlich geschrieben, genauer gesagt gestern. Und zwar, dass es ihm sehr leid tut so übertrieben zu haben, und dass er mir nicht vertraut hat. Darunter meinte er, dass er mich immernoch lieben würde und nicht verlieren möchte. Das hat mich natürlich sehr gefreut und ich hab sofort zurück geschrieben, aber weiter kam dann auch nichts mehr... Und das deprimierte mich. Na ja.. vielleicht war er noch nicht bereit mir ganz zu verzeihen. Was ich nur all zu gut verstehen konnte. Schließlich war ich doch an allem Schuld. Ich meine, wie dumm konnte ich nur sein, mich auf Louis einzulassen?! Ich hätte diesem "Date" niemals zustimmen sollen. Dann wäre das mit David nie passiert und Brett hätte sich vielleicht nie in mich verliebt. Der Gedanke daran, dass Brett wahrscheinlich wegen mir Liebeskummer hatte und es Tess deswegen auch schlecht ging, wenn sie es denn überhaupt schon wusste, ließ in mir vor lauter Schuldgefühlen Übelkeit aufsteigen. Ich könnte damit ihre Beziehung zerstören...Gerade würde ich mir am liebsten selbst eine verpassen, so wütend war ich auf mich. Und das tat ich dann auch, und zwar so fest, dass es wirklich weh tat. "Hey! Nicht schlagen! Du kannst doch garnichts dafür.", schrie Cecilia, die aus dem Nichts plötzlich auf mich zu kam. Und auch Mum war nun zu mir getreten. "Doch, eben schon! Versteht ihr es denn nicht? ICH bin doch an allem Schuld, verdammt!!", schrie ich beide aufgebracht an, bevor ich die Treppe raufrannte und mich anschließend auf der obersten Stufe niederließ. Verzweifelt legte ich mir die Hände über die Augen, doch ich konnte nicht weinen. Ich schien meine Tränen in den letzten Tagen verbraucht zu haben, denn jetzt kamen keine mehr.

Kurze Zeit später hörte ich Schritte auf der Treppe und dann, wie sich jemand neben mich setzte. Aufgrund, dass ich meine Hände nach wie vor über den Augen hatte, konnte ich nicht sehen wer es war. Ich tippte aber auf Cecilia. Und ich hatte recht. "Hey..", sagte diese sanft und legte mir einen Arm um die Schulter. Darauf nahm ich endlich die Hände von den Augen und sah sie an. Und irgendwie kamen die Tränen dann doch. "E-Es tut mir leid, dass ich euch so angefahren hab.. aber das ist mir.. momentan alles ein bisschen viel.. ", brachte ich noch hervor, bevor mir die Tränen endgültig übers Gesicht liefen und ich anfing zu schluchzen. "Ist schon ok.", winkte sie nur ab und zog mich näher zu sich. So saß ich da, in den Armen meiner Schwester, den Kopf auf ihrer Schulter und schluchzte. Wow.. ich muss echt sagen, ich hab in den letzten Tagen wirklich viel geweint, aber ich brauchte das einfach. "Ich hab so jemanden wie David doch garnicht verdient. Ich mache immer alles falsch.", schniefte ich schließlich, einfach, weil es stimmte. "Ach, Quatsch.", widersprach Cecilia. Sollte ich ihr das mit Brett erzählen? Hmm.. ne lieber nicht..

Nach einer Weile flossen dann keine Tränen mehr, ich bin ruhiger geworden und mir ging es besser. "Alles wieder gut soweit?", fragte sie, nachdem wir uns wieder voneinander gelöst hatten und sah mich besorgt an. Ich nickte. Kurze Zeit später tauchte eine ebenso besorgt dreinblickende Mum am Treppenabsatz auf und teilte uns mit, dass das Essen nun fertig sei. "Kommst du?", fragte Cecilia, worauf ich erneut nickte. Irgendwie war ich gerade nicht dazu in der Lage was zu sagen. So nahm sie darauf meine Hand und gemeinsam machten wir uns die Treppe runter. Und ich hoffte, dass ich mich während des Essens mit meiner Familie irgendwie ablenken konnte.

Nach diesem beschloss ich mich schließlich noch ein bisschen hinzulegen und etwas zu schlafen, da ich in der letzten Nacht nicht besonders viel davon abbekommen hatte. Und zufälligerweise konnte ich mich während des Essens wirklich ein wenig ablenken. So stöpselte ich mir Kopfhörer in die Ohren, schaltete die Musik an, damit ich besser einschlafen konnte, und driftete in einen tiefen, unruhigen Schlaf...

David

Lautlos hallten meine Schritte über die menschenleere Straße. Es war Freitag Nachmittag und weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Was mich ziemlich wunderte, schließlich war es heute ziemlich warm und die Sonne schien. Das perfekte Wetter um sich mit seiner Freundin zu versöhnen... Jap, ich war gerade auf den Weg zu Mikayla. Tess hatte ich auch mitgeteilt, dass ich mich zu Mikayla machte, und diese sagte, dass sie mir ganz fest die Daumen drücken würde. Darauf bedankte ich mich und anschließend hab ich mich sofort auf den Weg gemacht.

Nur noch wenige Meter, dann war ich da... Meine Hände waren inzwischen schweißnass und mein Herz schlug mir bis zum Hals... Mann, war ich nervös. Nun hatte ich auch schon die Tür erreicht und kurze Zeit später klingelte ich. Angespannt wartete ich. Hoffentlich klappte das auch...

Mikayla

Ich wurde davon wach, dass mich jemand unsanft an der Schulter rüttelte. "Mikayla, wach auf! Vor der Tür steht jemand für dich!" Es war Cecilia. Wer auch sonst? Aber nachdem sie das sagte wurde ich hellhörig und setzte mich auf. "David?", fragte ich hoffnungsvoll. Doch Ceci grinste nur, nahm meine Hand und zog mich aus dem Bett. "Sehe selbst.", murmelte sie und gemeinsam gingen wir die Treppen runter.

Als ich die letzte Treppe fast bewältigt hatte, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Dort in der Tür stand David und lächelte mir unsicher zu. Bei diesem Anblick schlug mein Herz augenblicklich schneller. "Hey..", setzte er an, doch ich unterbrach ihn, indem ich auf ihn zu rannte und mich in seine Arme warf. David blieb darauf ganz ruhig und drückte mich fest an sich. "David..", flüsterte ich fassungslos, da ich einfach nicht glauben konnte, dass er nun tatsächlich vor mir stand. "Mikayla... ich muss mich bei der entschuldigen. Es war falsch dir hinterher zu spionieren. Ich hätte dir vertrauen sollen. Kannst du mir verzeihen?", erwiderte David, während er mir sanft durchs Haar strich. Darauf löste ich mich kurzerhand aus unserer Umarmung, nahm seine Arme und schaute ihm fest in die Augen. " Hör auf. Ich muss mich entschuldigen. Wenn ich mich nicht auf dieses Date eingelassen hätte, dann wär das alles nie passiert. Ich bin so blöd. Ich mach alles...", fing ich an, doch ich konnte nicht weiter sprechen, da mich David daran hinderte, indem er seine Lippen auf meine drückte. Ich ließ es zu, und so wurde daraus ein langer, sanfter und sehnsüchtiger Kuss. "Nein. Sag sowas nicht. Du bist nicht blöd. Du bist wundervoll. Du konntest doch schließlich nicht ahnen, dass das so verlaufen wird, oder?", murmelte er, nachdem wir unsere Lippen wieder voneinander lösten und legte seine Stirn auf meine. "Nein...", erwiderte ich zögernd. "Na also. Dann schieb die Schuld nicht auf dich.", meinte er ernst, bevor sich unsere Lippen erneut fanden.

Seitdem David aufgetaucht war, war der Tag einfach nur noch perfekt. Kurz nachdem wir uns versöhnten, jubelte Cecilia, die uns die ganze Zeit beobachtet hatte, und kam schließlich lächelnd auf uns zu. Danach blieb David. Bis in die Nacht hinein, denn er übernachtete auch hier. Das machte mich mega glücklich. Am Abend spielten wir dann alle gemeinsam noch irgendwelche tollen Spiele. Wir lachten viel und hatten eine Menge Spaß. Bis David und ich schließlich zu Bed gehen mussten. Nun waren wir wieder vereint, und nichts und niemand könnte irgendwas daran ändern!♥

Aus dem Leben eines Mädchens..~♥Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt