Mikayla
Das laute Dröhnen des riesigen Frachtschiffes mit der blauen Ummantelung verriet mir, dass sämtliche Ware abgegeben wurde und es nun wieder aufbrechen konnte. Es war Mittwochvormittag und ich stand mutterseelenallein direkt am Hafen an der Landungsbrücke, gegenüber von mir war das ziemlich bekannte „Blockbräu" Gebäude zu sehen. Schon relativ alt, aber immer noch ein Klassiker. Bereits seit hunderten von Jahren bestand dieses Gebäude und war unter den Touristen ziemlich beliebt. Ähnlich wie die Speicherstadt, Reeperbahn oder dem Hamburger Hafen. Es war ein Merkmal dieser Stadt und gehörte einfach hier her. Auch, wenn einem der Name vielleicht auf Anhieb nichts sagte. Wenn man erst sah, was es damit auf sich hatte, wusste man, was ich meinte. Denn das Gebäude besaß, aufgrund seines Turms mit Uhr, der ein wenig an einen alten Kirchenturm erinnerte, das gewisse Etwas. Immerhin wirkte das Bauwerk selbst wie aus einem anderen Jahrhundert, mit seinen festen Ziegelsteinen, das einem fast das Gefühl gab, eine andere Art von Burg vor sich stehen zu haben. Eine Burg in der Form einer Kirche. Und genauso sah dieses Gebäude auch aus. Nur, dass es auf der rechten Seite weitere Eingänge und Geschäfte mit eingeschlossen waren, sodass es im Endeffekt doch größer war, als der erste Eindruck vielleicht denken ließ.
Ungeduldig sah ich auf meine lilafarbene Armbanduhr. Kurz vor halb elf. Sie mussten jeden Moment kommen... Immerhin war ich mit David und Max verabredet und ich vermutete mal ganz stark, dass sie nicht zu spät kommen würden. Zumindest war sich David ziemlich sicher gewesen und hatte auf das Bus- und Bahnnetz und dessen Zeiten vertraut. Na, ich wäre mir dabei nicht so sicher... Aber zum Glück hatte Dad mich fahren können, weshalb ich den öffentlichen Verkehrsmitteln noch gerade so entkommen konnte. Wir hätten ihnen ja angeboten mit uns zu fahren, aber nein... anscheinend hatten beide noch etwas zu erledigen gehabt. Und Dad und ich waren zu der Zeit über vierzig Minuten bereits hier. Jedoch gingen wir davor einkaufen, da wir kaum noch Brot, geschweige denn Eier oder Butter Zuhause hatten. Anschließend war er kurz heim, nur um darauf los in die Arbeit zu fahren, da es dort anscheinend einen Notfall gab. Und.. äh, ja. Deshalb wartete ich hier sicher schon um die zwanzig Minuten. Ich konnte nur hoffen, dass David Recht behalten und man sich diesmal wirklich auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlassen konnte. Denn laut Fahrplan war die S-Bahn um 10:25 Uhr an der Hamburger Hafen Station hier ganz in der Nähe angekommen. Doch irgendwie bezweifelte ich das.
Ich seufzte, während ich vor mir zu Boden starrte und die feinen Kiesel mit meinen dunkelblauen Sneakers zur Seite kehrte. Eigentlich war ich ursprünglich nur mit David verabredet gewesen. Doch dieser hatte vorgeschlagen, auch Max mitzunehmen. Immerhin war Bella gerade im Urlaub und er hatte offensichtlich keine Ahnung, was er ohne sie machen konnte... Sprich; er langweilte sich zu Tode. Und da wir eh alle drei schon lange nichts mehr zusammen unternommen hatten... Warum nicht? Anfangs war ich mir dem nicht so sicher gewesen, doch dann verpasste ich mir selbst einen Tritt und fragte Max, ob er nicht mit uns kommen wolle. Denn hallo, er war immer noch unser Freund. Wir kannten uns schon so lange, hatten schon so vieles zusammen erlebt. Zu dritt. Da konnten unsere mittlerweile besten Freunde Tess und Brett auch nichts dran ändern... Und deswegen verdammt, unternahmen wir etwas mit unserem alten Freund, wenn er sich alleine fühlte und Ablenkung brauchte, da seine Freundin ja im Urlaub war. Auch, wenn ich auf die momentan nicht besonders gut zu sprechen war... Tess und Brett konnten eh nicht. Sie würden mit Brett's Dad seine Mum und die Kleine im Krankenhaus besuchen.
Ein selbstgefälliges Grinsen umschlich meine Lippen, als ich erneut auf die Uhr schaute. 10:37 Uhr. Tja, David, mein Lieber... Da hatte sich einer wohl verschätzt. Aber sowas von.
Ich winkte, um auf mich aufmerksam zu machen, als mir zwei nur allzu bekannte Personen, in der Menge auftauchten. Sie bemerkten mich schnell und kamen dementsprechend auch auf mich zu. "Tut mir Leid...", keuchte David, wobei er so klang, als wäre er gerannt wesen, und zog mich zur Begrüßung in eine Umarmung. "Wir mussten rennen, um den Bus noch zu erwischen, da der zu früh gekommen ist. Die S-Bahn davor dafür zu spät." Er verdrehte die Augen. "Ja... um ganze fünf Minuten. Die S-Bahn zum Glück nur um drei. Aber es wundert mich. Als ich bei Flo gewohnt hab, war das nicht so." Nachdenklich zog Max die Stirn in Falten und schnaufte dabei mindestens so stark wie David. "Okay, einmal hätte ich fast den Bus verpasst..." Ich grinste schadenfreudig, in der Hinsicht, dass die beiden Unrecht hatten und ich im Recht stand. Dumm gelaufen, würde ich mal sagen.
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Aus dem Leben eines Mädchens..~♥
Romance》"Du hasst Menschen grundlos. Du gehst zu leichtfertig damit um. Ich meine, was bringt dir der Hass? Wenn du dich weiterhin so verhältst, will definitiv keiner je mit dir befreundet sein."《 September 2012 Im Leben des Mädchens Mikayla Ashley Simpson...
