25.06.2015

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Mikayla

          
Meine Schuhsohlen quietschen unter den einzelnen Kieselsteinen, die die Gehwege säumten, als ich nach der Schule in die Eppendorfer Landstraße einbog. Doch meine Füße brachten mich nicht etwa nach ganz hinten zur Nummer 74, wo David wohnte, sondern ich bog gleich nach den ersten paar Wohnhäusern auf ein Haus zu, das die Nummer 15 trug. Mein Zuhause. Dort wohnte ich. Gestern, glaubte ich war es, als mich Alex auf einmal auf dem Handy angerufen hatte. Sie meinte, dass sie mich schrecklich vermissen würden und es gar nicht sehen konnten, dass es mir momentan so schlecht ging... Klar, an dem Geburtstag von Tess' Dad hatte Vicki lange mit Mum und Dad gesprochen, da ich ja noch länger bei ihnen bleiben wollte. Dabei blieb natürlich nicht unausgesprochen, dass ich geweint hatte. Und ja klar, hatten sie dann auch zugestimmt, dass ich noch länger bei ihnen bleiben durfte, so lange wie ich wollte. Besorgt hatten sie trotzdem gewirkt.

Lange hatte ich mit Alex telefoniert, bestimmt eine Stunde lang, in der wir uns einfach einmal alles von der Seele geredet hatten. Sie hatte mir erzählt, dass die Stimmung Zuhause wieder um einiges besser geworden war und es ihr insgesamt auch besser ging. Und eben, dass sie mich wahnsinnig vermissen würden. Das hatte mich natürlich extrem gefreut... Ich erzählte von meiner tollen erholsamen Zeit bei David und von meinem momentanen Stress mit Bella. Darauf hatte auch sie versucht mich aufzumuntern und gemeint, dass auch Zuhause einige auf mich warten würden, um mich nach dieser schweren Zeit endlich in den Arm nehmen zu können... Mit David hatte ich gefühlt einen ganzen Tag darüber diskutiert, ob ich nun gehen sollte oder nicht und kamen dann zu dem Schluss, dass es besser wäre, wenn ich es tun würde. Denn ich hatte sie trotz alledem genauso vermisst und David hatte gemeint, ich sollte auf mein Herz hören. Und ja, genau deswegen stand ich nun hier.

            
Ich atmete noch einmal tief ein und aus, ehe ich die letzten Stufen zur Haustür über mich brachte und angespannt den Klingelknopf hinunter drückte. Auf einmal fühlte sich mein lila Schulrucksack im Rücken ungewohnt schwer an, obwohl ich gerade einmal zwei Bücher, zwei Blöcke und mein Schreibzeug drin haben musste.

Zum Glück wartete ich nicht lange, da wurde mir schon die Tür aufgemacht. Zu meiner Verwunderung war es Dad. Es war doch gerade einmal... halb zwei. Ich hätte nicht gedacht, dass er heute früher nach Hause kommen würde... Er lächelte mich liebevoll an und ehe ich mich versah, landete mein Gesicht an seiner Brust. "Ach, meine Maus...", murmelte er gegen mein Ohr, während er mich fest an sich drückte. Als ich meinen Kopf ein wenig hob, erkannte ich, wie Cecilia, Patricia, Alex, Mum, Violet, Lucy und sogar Charlie aus dem Wohnzimmer auf uns zu kamen. "Hallo, Süße.", begrüßte mich Mum und nahm mich, sobald Dad mich losgelassen hatte, ebenfalls in den Arm. Ach, wie sehr hatte mir das gefehlt... Klar, die Umarmungen von David und seiner Mum gehörten genauso zu den liebevollsten Umarmungen, die ich kannte, aber keine Umarmung der Welt war vergleichbar, als die von den eigenen Eltern. Mehr Liebe ging da gar nicht...

"Wir haben dich vermisst.", wisperte Mum, nachdem sie sich wieder von mir löste, nahm mein Gesicht in beide Hände und küsste mich auf die Stirn. Angestrengt blinzelte ich gegen die Tränen an, die aufzukommen drohten und erwiderte mit heiserer Stimme: "Ich euch auch." Lächelnd trat Mum einen kleinen Schritt beiseite, damit mich jede meiner Schwestern ebenfalls in den Arm nehmen konnte. "Schön, dass du wieder da bist.", begrüßte mich Cecilia, ehe sie mich fest in ihre Arme zog. Sie war die letzte. Glücklich lächelte ich sie an, ehe sie sich wieder von mir löste. "Das finde ich auch." Ceci grinste. "Hab ich dir eigentlich schon erzählt? Ich hab die Praktikumsstelle in Mum's Friseurladen bekommen! Ich hab mich letzte Woche dort vorgestellt und du glaubst nicht, wie begeistert ihr Chef Frederic von mir war. Er hätte gemeint, ich wäre genau die Richtige!" Begeistert funkelte sie mich an. "Ist das nicht Wahnsinn?" Ich musste lachen. Oh ja, das war es. "Das freut mich für dich, ehrlich. Zeig Frederic, was du kannst!", stand ich ihr enthusiastisch bei und nahm sie vor lauter Freude gleich noch einmal in den Arm. Breit grinste sie, ehe ich sie wieder losließ. "Das werde ich, glaub mir!" Ich lächelte. Verschmitzt grinsend erwiderte Ceci meinen Blick und auf einmal leuchteten ihre Augen verräterisch auf, so, als wäre ihr etwas extrem wichtiges eingefallen. "Ach, stimmt! Ey, wir haben da noch was für dich... folg mir mal in die Küche.", erklärte sie und gab den anderen, die sich bis jetzt lautstark miteinander unterhalten hatten, ein Zeichen, worauf es sofort still wurde. Verwirrt runzelte ich die Stirn. Was war denn jetzt los? Warum sollte ich ihr in die Küche folgen? Was hatten sie denn für mich?

Aus dem Leben eines Mädchens..~♥Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt